Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Burg Stein bei Lengenfeld

Vergleicht man die wenigen alten Urkunden, die sagenhaften Überlieferungen, so wie die noch vorhandenen Ruderas mit den immer weniger werdenden Mauerresten und Veränderungen im Gelände der Burg und Stadt zum Stein – nun auch noch mit der schon beschriebenen Grenzregulierungskarte von 1583, so kommt man zu folgenden Erkenntnissen:

Neuere Erkenntnisse über die Burg Stein (Teil 1-3)

- Teil I -

Um neuere Erkenntnisse über unsere Burg Stein zu gewinnen, müssen wir zurück in die Zeit des thüringisches Grafen Ludwig mit dem Barte, als dieses Grafengeschlecht zu Vizedomen vom Kurfürsten von Mainz über die Thüringer und Hessen gesetzt wurde. Unter seinen Söhnen Ludwig der Springer und Beranger kam erst das östliche und nördliche Eichsfeld an Thüringen (Rommel, Geschichte der Hessen).

Eine Bildkarte des Eichsfeldes aus dem 16. Jahrhundert

In den 50er Jahren schenkte Herr Paul Waldmann aus Worbis dem damals im Entstehen begriffenen Worbiser Heimatmuseum eine äußerst wertvolle Bildkarte aus der 2. Hälfte des 16. Jh. Sie ist wohl das mit Abstand wertvollste Exponat der Einrichtung und hat die Beachtung und das Erstaunen vieler tausender Besucher erfahren.

Eine bisher unbekannte Karte vom Eichsfeld aufgefunden

Anlässlich eines Besuches in meiner Heimatstadt Worbis wurde ich auf eine Karte hingewiesen, die sich noch im Privatbesitz des Unionsfreundes Paul Waldmann befände. Herr Waldmann war so freundlich, mir Einblick in diese Karte zu gewähren; Ich fühle mich als Lokalhistoriker verpflichtet, von dieser Stelle aus Herrn Paul Waldmann dafür herzlichst zu danken.

Künstlerische Darstellungen der Burg Stein und ihrer Überreste

Die hier dargestellten Abbildungen und Zeichnungen wurden von unterschiedlichen Künstlern geschaffen. Es ist zu betonen, dass der überwiegende Teil dieser Werke kein wirklichkeitsgetreues Bild der Burg und ihres Überreste vermittelt.

Dennoch ist der eigentliche Zweck erfüllt worden, die Erinnerung an die Burg Stein auch visuell zu erhalten und die im Volksmund tradierten Überlieferungen mithilfe künstlerischer Darstellungen an nachkommende Generationen weiterzugeben.

Oliver Krebs

Burg und Burggelände auf historischen Landkarten

Landkarte 1 - Burg Stein um das Jahr 1583

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Die hier dargestellte Landkarte zählt zu den wenigen bildlichen Darstellungen der Burg Stein, auf denen Burg, Burggelände und einzelne Wirtschaftsgebäude realitätsgetreu abgebildet wurden. Die Karte, deren Zeichner unbekannt ist, zeigt die Ortschaften des südlichen Eichsfeldes und das angrenzende nordhessische Gebiet von Nord- nach Südrichtung.

Rekonstruktion des Burg-Grundrisses

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Die vorliegende Grafik vermittelt den einzigen bekannten Grundriss der Burg Stein und ihrer unmittelbaren Gebäude.

Der Grundriss wurde in den 1950er Jahren durch den gebürtigen Lengenfelder Lokalhistoriker Anton Fick in Auftrag gegeben und von Fr. Reimann entworfen. In gedruckter Form findet sich diese Übersicht ebenfalls in Anton Ficks Werk "Schloss Bischofstein im Eichsfeld" (1960 veröffentlicht) wieder. Dort heißt es:

Einleitung Burg Stein und Stadt zum Stein

Die Erbauung der Burg Stein

Über die Gründer und das Jahr der Erbauung der Burg Stein lassen sich nur Vermutungen anstellen. Allerdings sind sich die Historiker einig, dass die Burg um 1150 errichtet wurde.

Im 11. Jahrhundert wird die Erblichkeit der Mannlehen zur Regel und auch die Grafschaften gelten als solche.

Ihre Besitzer suchten in den jeweiligen Amtsbezirken die Grundherrschaft zu erlangen, das heißt einfache Grundherren erwarben die Grafenrechte mit oder ohne Titel. Dies waren die Anfänge der Grundherrschaften (Abgrenzung der Territorien).

Ehemalige Lengenfelder Wandermusikanten

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte auch Lengenfeld eine Dorfmusikkapelle. Alljährlich zogen sie als Wandermusikanten im Frühjahr hinaus in die Fremde, blieben dort während des Sommers und kehrten im Herbst wieder in die Heimat zurück. In den Herbst- und Winterwochen arbeiteten sie in ihrem Beruf als Weber und Handwerker und musizierten nur nebenberuflich in den umliegenden Ortschaften auf Kirmessen und Familienfesten. Mit einer eichsfeldischen Wandermusikkapelle reisten um 1880 auch die Lengenfelder Adam Lemmel, Heinrich Vollmer, Alois Richwien und Heinrich Riese.

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