Blümleins Lust

Blümlein, hoch auf Bergeshöh’n,
Sprich, was blühest du so schön
Auf dem harten Steine?
Wir dir denn die Zeit nicht lang,
Zittert nicht dein Herzchen bang?
Stehst so ganz alleine!


Blümlein schüttelt fröhlich: nein.
Schilt mir nicht den treuen Stein,
Wo ich keime, träume.
Grüßt mich nicht das Vögelein,
Küsst mich nicht das Lüftchen fein,
Rauschen nicht die Bäume?

Heimat

In schönre Fernen musst du schweifen,
Mit tausend Zaubern reich geschmückt,
Es recht zu fühlen, zu begreifen,
Wie Heimaterde nur beglückt.

Bewundernd schaust du holde Räume,
du atmest Schimmer, atmest Licht,
Doch sind es nicht der Heimat Bäume,
Der Heimat Frieden ist es nicht.

Wie unter Palmen sich und Düften,
Gehegt im goldumzognen Bau,
Der Vogel sehnt nach seinen Lüften.
Nach seinen Wäldern, seiner Au:

Altes Brauchtum auf einer obereichsfeldischen Kirmes

Eichsfelder Kirmes! – Wer denkt da nicht an Schmandkuchen, Hammel- oder sonstigen Braten, an Musik und Tanz auf dem Dorfanger? Eine höhere Weihe erhält das Fest durch die kirchliche Feier. Das ist ja schon in dem Namen Kirmes= Kirchweih enthalten. Damit ist aber der Umfang und die Bedeutung des Festes durchaus nicht erschöpft.

Johann Wolf, der Geschichtsschreiber des Eichsfeldes

Am 19. Juli 1743 wurde in Kreuzebra Johann Wolf, der spätere Geschichtsschreiber des Eichsfeldes, als Sohn des Tuchhändlers Sebastian Wolf geboren. Seit Juli 1752 besuchte er die Elementarschule bei der Ägidienkirche, seit Ostern 1753 die Jesuitenschule in Heiligenstadt.

Als die Kanonenbahn gebaut wurde

Während der langen Wintermonate hat der Westerwald Ruhe. Nur Holzhauer verursachen mit Axt und Säge den gewohnten Lärm. Der Widerhall des Motorengebells berichtet über die Abfuhr gefällter Baumriesen. Wenn aber der letzte Schnee sich in die Schluchten zurückgezogen hat, erscheinen Kinder und am Sonntag auch Erwachsene aus Küllstedt, Wachstedt, Effelder und Großbartloff, um nach Frühlingsblumen Ausschau zu halten. Bussarde umkreisen ihren alten Horst.

War die heilige Elisabeth auf Schloss Steyn?

Durch Beiträge in den Nummern vom 9. März und 13. April des „Heimatborn“ ist die Frage von neuem aufgeworfen worden, ob die hl. Elisabeth auf dem Bischofstein, also auf dem Eichsfelde gewesen ist. Wir sehen nicht ein, warum sie bei der Nähe der Wartburg nicht auf dem Steyn bei Lengenfeld geweilt haben sollte und nicht auf dem Hülfensberge gebetet haben könnte.

Hildebrandshausen an der Plesse

Geburtsort des Gründers der über 150 Jahre alten Altbierbrauerei Müller in Münster/Westf., Kreuzstraße – Anno 1816 – Ahnherr des „Pinkus Müller“. – Sänger und Brauer von weltweitem Ruf.

Lambert Rummel – Altmeister der Eichsfelder Entomologen

In Lengenfeld unterm Stein feierte Anfang Juni der Bäckermeister und anerkannte Naturforscher Lambert Rummel seinen 78. Geburtstag. Das gibt uns Veranlassung, das Lebenswerk dieses Eichsfelder Wissenschaftlers im Handwerkerstand einer kurzen Betrachtung zu unterziehen.

Eichsfelder Ehrentafel: Josef Kruse (1843 – 1933)

Volkstümlicher Schulmann in Lengenfeld
geb. 31. Oktober 1843 – gest. 16. März 1933

Einem kernigen Bauerngeschlecht in Heuthen entstammte er. Sein Vater war der Landwirt und Stellmacher Valentin Kruse. Das Handwerk hat sich in der Familie über Generationen erhalten. Noch heute spricht man von Waenerhans-Engelhard, Valken usw.

Dürre und Wassernot auf der Eichsfelder Höhe - Späte Erinnerungen an das „Sonnenjahr“ 1911

Einen Sommer mit mehr Sonnenschein, blauendem Himmel und herrlichen Tagen als den vom Jahre 1911 hat noch niemand im ganzen lieben Vaterlande erlebt, auch die ältesten unter uns nicht. Das war in der Tat ein rechtes „Sonnenjahr“, unver­gesslich für jeden, dem es einst beschert wurde. Man würde sich des Jahres wohl gern und froh erinnern, wenn 1911 sich nicht zugleich auch als ein so verderbliches Notjahr erwiesen hätte. Denn es war so regenarm und trocken wie kein ande­res vor ihm und nach ihm.

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