Pater Erwin Schollmeyer (1913 – 1994)

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Pater Erwin Schollmeyer am Samstag, dem 22.10.1994 auf dem Hülfensberg beigesetzt. Vor und in der Kirche verfolgten viele Gläubigen das Requiem, das von unserem Weihbischof Hans-Reinhard Koch aus Erfurt gehalten wurde und an dem auch viele Brüder und Schwestern der franziskanischen Gemeinschaft teilnahmen.

Pater Erwin war am Dienstag, dem 18. Oktober 1994 in Soest gestorben.

Burg Gleichenstein (1935)

Die Burg Gleichenstein liegt auf einem nach drei Seiten schroff und steil abfallenden Vorsprung der im Durchschnitt 450 Meter hohen Muschelkalkhochfläche, welche den östlichen Teil des Obereichsfeldes bildet. Nur von Osten her konnte ein Angriff auf die Burg erfolgen, die an dieser Stelle durch Wallgräben geschützt war. Die heutigen Gebäude des Schlosses sind erst nach dem Dreißigjährigen Krieg erbaut worden.

Südeichsfelder Silvestergebräuche einst und jetzt (1926)

„Schön ist die Jugend bei frohen Zeiten …!“ So singen wir Alten bei fröhlichen Anlässen. Es ist dies Lied unser Leibstückchen, das uns zurückversetzt in die frohen Jugendtage. Ja, wie haben wir uns damals zusammengefunden zu Spiel und Tanz! Und des Jahres bewegte Runde gab uns gar oft Anlass zu heiterem Treiben. Einer der schönsten, anheimelndsten Tage, der wirklich poesievolle Stunden hervorzauberte, war der Silvesterabend.

Eichsfelder Zustände im großen Kriege - Ein Zeitbild von Archivrat Dr. G. Liebe, Kgl. Archivar in Magdeburg (1906/1907)

Kriege von langer Dauer pflegen neben dem wirtschaftlichen auch den sittlichen Zustand der Bevölkerung schädlich zu beeinflussen. Die Lockerung der rechtlichen und sozialen Verhältnisse vermehrt die Zahl der Deklassierten und eine unabweisliche Folge langer Kriegszeiten ist stets eine Zunahme der Kriminalistik und des Landstreichertums. Am stärksten hat sich dieser Einfluss immer in den von Soldheeren geführten Kriegen geltend gemacht, wo die schwache Disziplin jenen Elementen aus den Heeren selbst Zuzug verschaffte.

Der Weinbau auf dem Eichsfelde (1904)

Das Eichsfeld ist nicht so stiefmütterlich von der Natur behandelt, wie die meisten oberflächlichen Beobachter und flüchtigen Besucher dieses Landstriches behaupten. Die Ergiebigkeit seines Bodens konnte selbst in einer Zeit, die wenig Mittel zur Förderung der Fruchtbarkeit kannte, mit jedem anderen Gebiete rivalisieren; das beweist die Tatsache, dass im Mittelalter bis in die neuere Zeit auf dem gesamten Eichsfelde in nicht unbeträchtlichem Umfange Weinbau getrieben wurde.

Erinnerungen an das Hochwasserunglück vom 11. Juli 1906 in Helmsdorf (1956)

In diesem Jahre sind am 11. Juli 50 Jahre verflossen, da mein Heimat Helmsdorf von dem verheerendsten Hochwasser dieses Jahrhunderts betroffen wurde. Wer es miterlebt hat, wird diesen Tag mit seinen Schrecken nie vergessen. Nach einem schwülen Vormittag kündigte gegen 1 Uhr nachmittags starkes Donnerrollen das Herannahen eines schweren Gewitters an. Über der Hollau, dem auf einem Höhenzug östlich von Küllstedt zwischen dem Tal der Luhne und dem Tal des Mestelbaches gelegenen Walde, türmten sich gefahrdrohende schwarze Wolkenmassen.

Ein Tag des Schreckens für Katharinenberg im Jahre 1525 (1928)

Vierhundertmal hat sich das Zeitenrad seit jenem Tage um ein Jahr gedreht, aber noch sind die Zeichen jener Schreckenszeit lebendig in unserer alten Kirchenruine.

Die Kriegsteilnehmer Effelders am Freiheits-Feldzuge 1813 (1939)

Effelder wurde mit dem Eichsfelde 1802 preußisch, aber schon 1806 westfälisch. In der preußischen Zeit mögen wohl einige Effeldersche den preußischen Soldatenrock getragen haben, jedoch bekannt ist davon nichts. Von denen jedoch, die als westfälische Soldaten von Effelder im Heere Napoleons am Zuge nach Russland teilnahmen, sind noch einige Beweise, wenn auch spärlich, auf uns gekommen. Es sind folgende:

Der Mauerpfefferkranz an den Giebeln der eichsfeldischen Höhen-Dörfer und anderes Brauchtum um den Johannistag (1940)

Um Johanni leuchten unter den Häusergiebeln in den Dörfern des oberen Eichsfeldes gelbgrüne Kränze hervor. Betrachten wir uns diese eigenartigen Kränze genauer, so stellen wir fest, dass sie aus blühendem Mauerpfeffer gewunden sind. Wir haben es hier mit einem uralten Brauch zu tun, der im Hessischen noch weiterverbreitet und höchstwahrscheinlich ein Überbleibsel aus dem Brauchtum der Sommersonnenwende ist. Man glaubt heute noch, dass die Häuser, an denen ein Johanniskranz hängt, vor Blitzschlag bewahrt werden.

Zur Einweihung der neuen Kirchenorgel in Struth (1933)

Der morgige Sonntag bedeutet für unsere Gemeinde einen Freudentag. In einem besonderen Festakt wird nachmittags um 3 Uhr die neue Orgel eingeweiht. Durch die große Opferfreudigkeit unserer Bevölkerung ist es gelungen, dieses prachtvolle Orgelwerk zu beschaffen. Aus kleinen und kleinsten Quellen flossen die Gaben, bis eine namhafte Summe den Kirchenvorstand ermutigte, die Beschaffung der neuen Orgel in die Wege zu leiten. Das alte Werk wurde am 16. Juni d. J. abgebrochen.

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