Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Mein erster Besuch bei Adam Richwien

Ein neues Licht war am heimatlichen Poetenhimmel erschienen; diesem nachzugehen, griff ich zum Wanderstab und lenkte meine Schritte nach Lengenfeld. Wider Erwarten bereitete es mir einige Mühe, Richwiens Wohnung zu finden. Ich stieg auf mehr denn zwanzig Betonstufen zu dem Dichterhäuschen empor und traf den Dichter in der Küche am Herde stehend und Kartoffeln in die Bratpfanne schneidend.

Reisewege im Eichsfeld: Klus Hagis

Stille um ein Gnadenbild fernab der lauten Straßen

In ein romantisches Waldtal eingebettet liegt tief unter der alten Burg Gleichenstein das legendenumwobene Kirchlein Hagis. Hagen, mhd. Hag, Hain = umfriedeter Wald, zu Beginn des 13. Jhs. vermutlich ein Siedlungshof, zählte als Dorf Nuenhagen (Neuenhagen) 1358 schon 22 Familien, nachdem der Mainzer Erzbischof 1294 Grundherr des Amtes Gleichenstein geworden war.

Als im Eichsfeld Eisenbahn und Auto noch etwas Besonderes waren

Direkt am Fuße des Obereichsfelder Domes, von wo der Blick über den Westerwald zum Hülfensberg und den in blauer Ferne aufragenden Hohen Meissner geht, lagen Schule und Dorflehrerwohnung, wo ich Mitte der 20er geboren wurde. 4 Jahre alt, kannte meine Aufregung keine Grenzen, wenn es mit der Eisenbahn in das Unstrutstädtchen Dingelstädt zu meiner Großmutter ging. Die tief unten im Tal gelegene Bahnstation Effelder unterschied und unterscheidet sich kaum von einer klassischen Western-Bahnstation: klein, flaches Dach, beengter Schalter- und Warteraum.

Gerechtigkeitshäuser in Lengenfeld unterm Stein (Teil 2)

Bearbeitet nach dem Grundbuche und den Gemeindeakten von Georg Leister (1. Fortsetzung)

Gerechtigkeitshäuser in Lengenfeld unterm Stein (Teil 1)

Bearbeitet nach dem Grundbuche den Gemeindeakten von Georg Leister

In den vergilbten Auszügen der eichsfeldischen Grundbücher war die Bezeichnung „Gerechtigkeitshaus“ eingetragen. Die jüngere Generation wird mit diesem Namen wohl kaum die richtige Vorstellung verbinden. Deshalb mögen die folgenden Ausführungen über Lengenfelds Gerechtigkeitshäuser mit den Berechtigten dazu angetan sein, zur Klärung dieser Bezeichnung beizutragen.

Die Meierei in Lengenfeld unterm Stein

Die Meierei in Lengenfeld u./Stein ist die älteste bäuerliche Siedlung des oberen Friedatales. Der Name „Meierei“ ist fränkischen Ursprungs und läßt daher auf eine Siedlung durch die Franken schließen. - Im allgemeinen haben wir eine Siedlung durch die Franken schließen. - Im allgemeinen haben wir wenige Anhaltspunkte für Frankensiedlungen in unserem Gebiet. Nur noch der Nordwesthang des Entenberges oberhalb des „Heyrödchens“, der mit Tannen aufgeforstet ist, hat den Flurnamen „Frankenberg“.

Aus Ingarland wurde Engeland

Der Frauenstein in der Kirchenmauer zu Lengenfeld unterm Stein

Rechts am unteren Treppenaufgang zur Kirche in Lengenfeld sieht man einen sehr alten Grabstein in die Mauer eingefügt. Es ist das Verdienst des ehemaligen Lengenfelder Pfarrers Großheim, der diesen sagenumwobenen und rätselhaften Stein, welcher vordem als Trittstein eines Hauses in der Keudelsgasse gedient hatte, an dieser Stelle um die Jahrhundertwende hat einmauern lassen. Der gleiche Dank gebührt Pfarrer Aloys Höppne, welcher am 8.

Weitere Fundstellen mit Bezug zum Frauenstein

Fundstelle 1

Hier sei auch der Frauenstein in der Kirchhofsmauer erwähnt, in dem das Bild des Gekreuzigten mit Maria, Johannes und zwei Wappen eingehauen ist. Noch 1850 lag er an der „Hagelieten“ gegenüber der „Frauenhecke“, der Sage nach als Grabstein des „Fräubchens von England“, das hier seine letzte Ruhestätte gehabt haben soll. Nachdem er lange Jahre im Hause Höppner in der Herrengasse als Trittstein gedient hatte, wurde er auf Veranlassung des Pfarrers Großheim in die Kirchhofsmauer eingesetzt.

Inhalt abgleichen