Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Einiges zur Lengenfelder Kirmes (1925)

Allmählich verglühen die letzten Kohlen in den Backöfen. Die Bäcker atmen auf. Hier, wo das Leben flutete, nun gähnende Leere. Im Dorfe ist nun auch die Parole: Besen in Ruh.

Viel verheißend für unsere Kleinen steht in der Backsgasse in majestätischer Ruhe „Wolfs Pracht-Doppelkarussell“. Dort  warten unter verhängter Plane Kirmesfreuden. Daneben ragt der buntbewipfelte Angerbaum.

Eine Kirmesfeier nach altem Brauch (1925)

Mit der Beendigung des unseligen Krieges glaubte man schon, aller Humor sei geschwunden, und alle Sitten und Gebräuche aus Väter Zeiten würden nie wieder rechte Lebenskraft erhalten. Das ist nicht so. In den Spinnstubenabenden hört man wieder harmlose alte Scherze und Lieder, und manches Jugenderlebnis wird aus versteckten Winkeln herausgekramt. Besonders sind es unsere Kirmesfeiern, die die alte Gemütlichkeit wieder aufkommen lassen. Diese Zeilen sollen in kurzen Umrissen den Verlauf einer Kirmesfeier schildern.

Ein unbesungener Held - Eichsfelds großer Kulturkampfpater Marzellus (1925)

Die nachfolgende Skizze bildet die Fortsetzung zu dem bereits erschienenen Artikel unter gleicher Überschrift. Ich habe Eichsfelds Gaue von Nord nach Süd durchstreift und mir Kunde geholt von den noch immer im Gedächtnis des Eichsfelder Volkes wach gebliebenen Erinnerungen an den Heldenpater. Besonderer Dank verpflichtet mich dem an Jahren so reich gesegneten Frl. E. K. aus D., der neunzigjährigen, noch jugendlichen Dame, die in den Kulturkampfjahren oft mit Pater Marzellus auf dem Keudelstein zusammen war.

Die „Kanonenbahn“ als lebenswichtige Verkehrsader (1941)

Sie führt durch landschaftlich sehr schöne Gebiete des Eichsfeldes

Anton Fick: Das Dorf entlang (1952)

Das Dorf entlang

BEITRÄGE ZUR VOLKSKUNDE EINES

EICHSFELDISCHEN DORFES

von

A.  FICK

 Berge Kreis Meschede

Im Selbstverlag

Auslieferung durch

Anton Fick: Die weiße Trauerfarbe (1958)

Die

weiße Trauerfarbe

Von A. Fick

Im Selbstverlag (20b) Duderstadt Marktstr. 80

           I n h a l t s v e r z e i c h n i s

Hansmertens Kramladen (1958)

Hansmertens Kramladen konnte man in der Vorstellungswelt der Kinder mit einer Schatzkammer vergleichen, um deren Wunderdinge ihre Wunschträume kreisten. Dort gab es alles, was in damaliger Zeit ein Kinderherz begeisterte: Malsteine (= Malzzuckersteinchen), Johannesbrot, Süßholz, bengalische Streichhölzer, Spielpistolen, Knallplätzchen, Trillerpfeifen, Hauch- und Abziehbilder, Knicker (Schösse), Schlagreifen, Puppen, Bälle ...

Hansmärtens - 75-jähriges Jubiläum der ältesten Kolonial- und Materialwarenhandlung in Lengenfeld (1928)

Lengenfeld u. St., 2. Juli

Am 1. Juli (1928) waren 75 Jahre seit der Gründung der ältesten Kolonial- und Materialwarenhandlung am Platze verflossen.

Wenn der schon lange verstorbene Begründer, der Vater des jetzigen Inhabers Franz Hagemann, allgemein von Leuten, die bei Lebzeiten geschäftlichen Umgang mit ihm gepflegt hatten, als ein reeller und rechtschaffener Geschäftsmann genannt wird, so kann man das Gleiche auch von dem jetzigen Inhaber sagen.

In memoriam: Käthe Groß (1912 – 1980) - Langjährige Köchin und Hauswirtschafterin auf Schloss Bischofstein

Am 29. Oktober 1980 starb Käthe Groß (geb. Stolze) nach langer schwerer Krankheit in Geismar (Eichsfeld) im Alter von fast 68 Jahren. Viele von uns Bischofsteinern haben sie, die am 25.11.1912 in Berlin geboren wurde, den Beruf einer Köchin erlernte und bereits Ostern 1935 die Leitung der Bischofsteiner Küche übernahm, noch recht gut in Erinnerung. Sie, die insgesamt 38 Jahre lang die Bischofsteiner Küche leitete, stellte sich, nachdem die Schule am 19.

Aus der Heimatgeschichte: Tragischer Unfall beim Bau der „Kanonenbahn“

Im Dezember 1872 legte der preußische Handelsminister dem Abgeordnetenhaus ein umfangreiches Projekt zur Erweiterung der Staatsbahn in Preußen vor. Da diese „Große Eisenbahnvorlage“ auch das Eichsfeld berühren würde, veröffentlichte das Worbiser Kreisblatt daraus am 24.12.1872 erste Einzelheiten. Danach spielte in dieser Gesetzesvorlage die Eisenbahnlinie Berlin - Wetzlar eine herausragende Rolle.

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