Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Beschreibung der Burg Stein (Lambert Rummel)

Nach der Bergseite hin wurde die Burg durch einen Halsgraben mit Erdwällen gesichert. Neben der Zugbrücke stellte sich ein aus Buckelquadern gefügter Turm, flankiert von starken Schildmauern, schützend von den Palas der Oberburg, wie der ausgegrabenen Turmsockel erkennen läßt. Bis auf 10 m Breite spitz zulaufend, fällt der Burghof westwärts allmählich zum Malzhaus ab, dessen Kellergeschoß heute frei liegt. Für den Zwinger blieb wenig Raum. Dann ging es aufwärts zu dem Nyddersten Hus, etwa 12 m tiefer als die Oberburg gelegen.

Die hl. Elisabeth und das Eichsfeld

In der „Politischen Geschichte des Eichsfelds" von Wolf-Löffler heißt es S. 132: „Dies Schloß hieß früher Stein. Es scheint vor der Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut worden zu sein und war ursprünglich im Besitze der Landgrafen von Thüringen." S. 285 heißt es: „Im 14. Jahrhundert vergrößerten die Erzbischöfe von Mainz das eichsfeldische Gebiet, worunter das Schloß Stein {Bischofstein) das erste war. Es gehörte 1298 dem Landgrafen Dietrich von Thüringen und dem Grafen von Henneberg."

Burg Bischofstein

hieß ursprünglich »Stein«. Die Bezeichnung »Bischofstein« kommt erst 1409 vor. Die Burg dürfte im 12. Jh. entstanden sein und war damals im Besitz der Thüringer Land¬grafen. 1326 kam die nach einer Erbteilung thüringische Hälfte und 1400 auch die hennebergische Hälfte an Kurmainz. Der thüringische Anteil war 1339 an die von Hanstein verpfändet worden. Von dort gelangte je ein Viertel als Rand an B. von Schönerstette und die Herren R. Keudel, H. von Ershusen, A. von Proyße von Wanfried und St. von Tastungen. Bertold von Worbis und Johann von Wintzingerode lösten die Randschaft 1351 ein.

Reminiszenzen (Erinnerungen an Schloss Bischofstein)

Wenn man den Berg des Lebens erstiegen hat und zurückschaut auf der Kindheit stilles und der Jugend lautes Glück, dann befinden sich darunter Erinnerungen, die die schönsten Lebensabschnitte beinhalten. So zähle ich zu der herrlichsten Zeit meines Lebens die Jahre von 1931 bis 1938, als ich Schüler in Bischofstein war. Ich erinnere mich noch recht gut an meine ersten Lehrer wie Fräulein Luise Schneider, Walter Heinitz, Dr. Harlacher und Fräulein Else Ackermann. Da ich doch von einem Gymnasium kam, das als erste Fremdsprache Latein lehrte, war es Frau Dr.

Zum 100-jährigen Jubiläum von Schloss Bischofstein, der ehemaligen Internatsschule

Liebe Bischofsteiner Familie, die sich leider aber dem Naturgesetz folgend, immer mehr verkleinert, da die Nachfolge seit 1945 fehlt. Es ist der 25. November 2008 und ich schaue aus dem Fenster im Meierhof in Langenhain, nicht fern von Lengenfeld unterm Stein, Eschwege und Wanfried. Ich sehe eine märchenhaft schöne, verschneite Winterlandschaft in unserer kurhessisch-thüringschen Mittelgebirgslandschaft.

Beiträge zur Pest in Lengenfeld

Als Lengenfeld unterm Stein von der Pest heimgesucht wurde

Mehrmals durchzog der „schwarze Tod“ mit all seinem Grauen und Schrecken das Eichsfeld. Wenn man glaubte, er habe nun dieses Gebiet verlassen, kehrte er noch einmal zurück, und zwar viel furchtbarer als zuvor. Nach Wolfs „Politische Geschichte des Eichsfeldes“ betrug die Zahl der Todesopfer im Amt Bischofstein 1743 Menschenleben. In Lengenfeld wurden diejenigen, die an Pest starben, am Siechrasen begraben. Johannes Hardegen ließ dort ein Kreuz errichten. –

Lengenfeld unterm Stein am Ende des 2. Weltkrieges

Lengenfeld/Stein (Pfarramt)

Berichtsdatum: 1. Mai 1945
Verfasser: Pfarrer Johannes Krebs
Quelle: KommissariatsA Heiligenstadt: H 9.

Erinnerungen an Lengenfeld unterm Stein

Die Teilnahme an den Eichsfelder Heimattagen 1970 in Duderstadt gab mir die Anregung, meine Erlebnisse aus meiner Jugend der Gegenwart kundzutun. In meinem Familienalbum fand ich einige Fotos, die ich gern den Lesern der Eichsfelder Heimatstimmen zur Kenntnis bringen möchte.

Lengenfeld unterm Stein - Langer Viadukt, langes Feld und lange Straße

Wer durch Lengenfeld im Tal der jungen Frieda wandert, sieht ein anmutiges Bild in einer reizvollen Landschaft. Er spürt die Nähe der Natur, das Herandrängen der Wälder. Hier ist man noch mit Feld und Wald verbunden. Das schmucke Dorf am Südrand des Eichsfeldes muss man auf den ersten Blick liebgewinnen, woher man auch kommt, von Geismar, Hildebrandshausen, Struth, Effelder oder Bartloff. Drei Wahrzeichen sind über das Dorf verteilt, wo alte Bauerngeschlechter einst in der langen Straße Hof an Hof bauten.

Lengenfeld unterm Stein im Spiegel der Statistik um 1840

[Lengenfeld unterm Stein ist] Sitz einer königlichen Domänen-Rentmeisterei und Forstkasse, sowie auch eines königlichen Unterförsters.
Eine Schule mit 1 Lehrer, 147 Knaben und 107 Mädchen, l.283 katholische und 6 evangelische Einwohner. 160 Wohnhäuser mit 203 Ställen und Scheunen, 3 Gemeindehäuser. Zu Lengenfeld gehört das Domänen-Erbpachtgut Bischofstein des Herrn Müller.

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