Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Lengenfelder gehen auf die Barrikaden: Bahn-Viadukt soll bleiben (1990)

Dass es noch existiert und dass sich die Bevölkerung aus Lengenfeld heute für seinen Erhalt ein-setzen kann, das ist unbestritten das Verdienst des früheren Bürgermeisters Franz Müller sowie „seines“ Ortsdieners Karl Braun: Die Rede ist vom Lengenfelder Viadukt, das am 1. September 1879 vollendet wurde.

Letzte Warnzeichen vom historischen Viadukt

Bürgermeister kämpft für Erhalt der Bahnstrecke: „Weitblick und Konzept fehlt“. Studie misst Kanonenbahn touristische Bedeutung bei.

Planer setzen auf den Schienenverkehr (1992)

Die Erhaltung der Nebenbahnen wird in einem Entwicklungskonzept für die Kreise Mühlhausen, Heiligenstadt und Worbis gefordert, das gestern Nachmittag in Lengenfeld vorgestellt wurde.

Eichsfelder Bäckermeister anerkannter Naturforscher - Lambert Rummel zum Geburtstag (1954)

Der Volksmund sagt: „Wenn einer tot ist, wird er gelobt.“ Warum aber wollen wir die Verdienste eines Menschen immer erst dann windigen, wenn er bereits aus unserer Mitte geschieden ist? Es ist doch nur ein Akt der Dankbarkeit, wenn ein Lebenswerk, dessen Abschluss bedrohlich näher rückt, schon von der Mitwelt gekannt und anerkannt wird.

Adam Richwien – ein früh Vollendeter (1954)

Wir hatten schon manche seiner gemütvollen Gedichte, Plaudereien und Erzählungen gelesen, als wir uns auf den Weg nach Lengenfeld begaben und Adam Richwien an einem schönen Sommermorgen vor seinem blitzsauberen Häuschen gegenüber saßen. Ein kranker, hagerer Mann mit versonnenem Gesicht und abgeklärtem Herzen, geläutert durch Leid und doch so voll Freude, erzählte aus seinem Leben und pries die schöne Heimat an der jungen Frieda. Lassen wir ihn selbst sprechen.

Trauerflor am Lengenfelder Viadukt (1993)

Gestern vollbesetzter Sonderzug zwischen Geismar und Dingelstädt

Heute sollen zum letzten Mal Züge auf der Kanonenbahnstrecke zwischen Geismar und Dingelstädt verkehren. Während der allerletzte Zug gegen 17:08 Uhr über den Lengenfelder Viadukt in Richtung Leinefelde rollen wird, fahren am Tag zwei mit Dampfloks bespannte Züge (9:38 bzw. 12:15 Uhr ab Leinefelde, Rückfahrten: 12:07 bzw. 13:30 Uhr ab Geismar).

Einladung zu einer Sonderfahrt auf der „Kanonenbahn“ am 30.12.1992

Liebe „Kleine“ und werte „Große“ Eisenbahnfreunde!
Werte Freunde der „Kanonenbahn“!

Sicher dürfte es sich schon rumgesprochen haben, dass am 31.12.1992 der voraussichtlich letzte Zug auf der Strecke Küllstedt – Geismar fährt.

Letzte Eisenbahn auf der „Kanonenbahn“ (1992)

Immer näher rückt der Tag, an dem die unter der Bezeichnung „Kanonenbahn“ bekannte Strecke zwischen Leinefelde und Geismar zum letzten Mal in der jetzt noch bestehenden Streckenführung befahren wird. Am 31. Dezember – also zu Silvester – wird sich die Deutsche Reichsbahn von der Eisenbahnstrecke Leinefelde – Geismar verabschieden. Am Silvestertag fährt also der Zug zum allerletzten Mal über die weithin als „Kanonenbahn“ bekannte Strecke.

Bischofsteiner Erinnerungen: Abenteuer eines Ochsenkutschers (1988)

Einen guten „Job“ hatte ich ergattert: mein Dienstgrad „1. Ochsenkutscher“. Mein Fahrlehrer war der Gespannführer Heinrich Riese, der mir in seiner bedächtigen Art die Grundbegriffe beibrachte. Die Steuerung war einfach: ziehen an der Lenkleine und der Zuruf „Har rimme!“ bedeutete links, gleichmäßiges Zucken und „Hotte rimme!“ rechts. Gasgeben und Getriebe sollte eine lange Weidengerte besorgen. Allerdings reagierte der großgewachsene, gelbgetupfte Fleckviehochse auf Letzteres sehr gelassen.

Einweihung des Ehrenmals auf dem Bischofsteiner Waldfriedhof (1992)

Das „Bischofsteiner Wetter“ hielt auch am Sonntag an. Von allen Seiten kamen die Teilnehmer des Treffens zum alten Schloss am Berghang, dessen Fenster in der Morgensonne leuchteten. Manche hatten schon wie einst ihren Frühlauf in den bunt werdenden Wäldern rings um den Stein hinter sich. Tische und Stühle wurden auf den Schulhof herausgetragen und Freundesgruppen setzten ihre Erinnerungsgespräche vom Vortag fort.

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