Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Der kleine Waldfriedhof (1990)

So viele Menschen hat der kleine einsame Wald­friedhof auf dem Kuhpalais lange nicht mehr gesehen. Noch im März lag er vergessen in der Wildnis, der Weg dorthin zugewachsen, die Umrandungsmauern niedergebrochen und die Gräber teilweise vom Unkraut überwuchert. In der Sperrzone konnte keiner der Angehörigen oder Freunde die Grabstätten besuchen.

Der „Eichsfeld-Express“ (1991)

Im Tagesablauf unseres Bischofsteiner Erlebens hatte die am Schloss vorbeiführende Bahnstrecke eine besondere Bedeutung. Wir kannten genau den Zeittakt der vorbei ratternden, laut bimmelnden Züge und wussten immer, was die Stunde geschlagen hatte: z. B. „nur noch eine halbe Stunde bis zum Mittagessen!“

Abends wurde die Gleisstrecke bis zum Entenberg­Tunnel – der „Bischofsteiner Ku-Damm“ unterhalb des „Kuh-Palais“ – ein beliebter Bummelplatz vorm Zubettgehen.

Das Ende des Eichsfeld-Expresses (1993)

In den letzten Ausgaben unseres „Rundschreibens“ hatten wir ausführlich über den Bau und die Entwicklung der „Kanonenbahn“ berichtet. Im Vorjahr erlebten wir jene denkwürdige Fahrt von Lengenfeld nach Kefferhausen zum Gartenfest im Café „Jot-We-De“.

Das Ehrenmal auf dem Bischofsteiner Bergfriedhof (1991)

Als wir nach Öffnung der Grenze erstmals wieder unser Bischofstein besuchen konnten, fanden wir im verwahrlosten Park hinterm Schloss das sehr verwitterte Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges vor. Der Steinsockel war brüchig geworden und die Schrift mit den Namen der Gefallenen größtenteils unleserlich. Der Zugang zum kleinen Bergfriedhof über dem „Kuhpalais“ war zugewachsen, die Mauern ringsum teilweise eingestürzt und die Gräber überwuchert von Unkraut.

Aus welchen Gründen wurden wir Schüler in Bischofstein (1989)

Internatsschulen nach Art von Bischofstein gibt es heute nur noch wenige im westdeutschen Raum, und auch ihr Überleben ist aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten gefährdet. Das ideale Aufwachsen junger Menschen im einfachen Leben der Heimschulen, abseits der Hektik der großen Städte und der Unrast des Alltages erscheint trotz des wirtschaftlichen Wohlstandes unserer Tage immer weniger Eltern erstrebenswert.

Arthur und Beate Bonus (1989)

Zu den auffallendsten Gestalten, die wir in Bischofstein erlebten, gehörte das Ehepaar Arthur und Beate Bonus. Hochgebildet, Idealisten, die nur an das Gute im Menschen glaubten, dabei anspruchslos an das Äußere, hilfsbereit und gütig lebten sie zwischen uns und strahlten immer eine herzliche innerliche Fröhlichkeit aus.

Ansprache von Dr. Wilhelm Ripke zum 50. Jubiläum der Internatsschule "Schloss Bischofstein" (1958)

Am 23. August 1958 hielt Dr. Ripke, der mit großen Schwierigkeiten von „drüben“ herüber gekommen war in der festlich geschmückten Wanfrieder Turnhalle vor 125 Bischofsteinern diese denkwürdige Rede, die für uns noch heute richtungsweisend erscheint.

„Liebe Bischofsteiner Kameraden, verehrte Gäste und Freunde!

Die Keudelsburg auf der Keudelskuppe, ein Edelstein des Eichsfeldes (1906)

Schon zu Ende des verflossenen Jahrhunderts entdeckte ich auf der Keudelskuppe (von wo man eine Aussicht ins herrliche Werratal und das malerische Eichsfeld genießt, die wahrhaft himmlisch ist und nirgends im prächtigen Thüringen an Großartigkeit übertroffen wird), durch die Formation des Bodens die Überreste der mittelalterlichen Keudelsburg, die Stammburg der altthüringisch-hessischen Familie von Keudel.

Aus der Vergangenheit unserer Heimat: Wüstungen am Rande der Faulunger Flur

Am Rande der Faulunger Flur liegen mehrere Wüstungen untergegangener oder zerstörter Dörfer. Sie wurden von den damaligen Bewohnern nicht oder an anderer Stelle wieder aufgebaut. Auch Flur- und Hofnamen sind besonders in Lengenfeld und Faulungen, ehemals Burg Stein, doppelt – wie Hasenborn, Kälberberg und andere.

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