Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Von den Orchideen des Südeichsfeldes

Seltene Pflanzen, die der Mensch mehr schonen sollte – Freude für den Naturfreund

Auf dem Südeichsfeld sind noch viele seltene und schöne Pflanzen zu finden, die in anderen Gegenden nicht vorkommen. Bei uns ist noch neben den vielen Halborchideen, den Knabenkräutern, auch die wirkliche Orchidee, der Frauenschuh, Cipripedium calceolus, vertreten. Früher nannte man diese herrliche Blume, die jetzt vor der Blüte steht, im Eichsfelder Volksmund „güldene Eier".

Die Renovierung der Kirchturmspitze

Die Renovierung der Kirchturmspitze mit Wetterhahn, Turmkreuz, Windrose und Kirchturmknauf in der Zeit vom 14.09.1990 - 09.11.1990

Am Freitag, den 14. September 1990 wurden zur Renovierung der Kirchturmspitze der Wetterhahn,das Kirchturmkreuz, die Windrose und der Kirchturmknauf von der Firma „GEBA d. H. Gesellschaft für Bauwerkinstandsetzung, Mühlhausen/Thür.“ in mühe- und gefahrvoller Arbeit abmontiert.

Der Besitz der Burg Bischofstein um die Mitte des vierzehnten Jahrhunderts

In Heft 11 und 12 des vorigen Jahrganges dieser Zeitschrift ist aus einer Papierhandschrift des Hauptstaatsarchivs zu München (Mainz Urk. 1281) das Güterverzeichnis des Mainzer Schlosses Gleichenstein von 1358 abgedruckt. In der selben Handschrift hat auf Bl. 8 v dieselbe Hand1 summarische Angaben über den Besitz der Burg Stein, des nachmaligen Bischofsteins, eingetragen Vergleicht man dieselben mit den Aufzeichnungen über den Güterbesitz der Burg, die in „Unser Eichsfeld“, Jhrg. 1930 S.

Im Dreißigjährigen Krieg arg zerstört

Bischofstein und die uralte Burg "Stein"

Sie lag im Südeichsfeld, die uralte Burg »Steyn«. Ursprünglich im Besitz Giso von Gudenbergs, kam sie um 1137 an das Landgrafenhaus von Thüringen und Hessen. In Frankfurt am Main am 12.1.1409 datiert, wird Lutze von Wangenheim Burgmann »auff dem Ertzbischöfflichen Schlosse Bischofsteyn«, das damit zugleich seine Namenserweiterung erfuhr. 1459 ist der Bischofstein an die im Nordeichsfeld begüterten von Bültzingslöwen verpfändet. Über 200 Jahre blieben sie im Randbesitz und hatten einen eigenen Vogt.

Beschreibung der Burg Stein (Lambert Rummel)

Nach der Bergseite hin wurde die Burg durch einen Halsgraben mit Erdwällen gesichert. Neben der Zugbrücke stellte sich ein aus Buckelquadern gefügter Turm, flankiert von starken Schildmauern, schützend von den Palas der Oberburg, wie der ausgegrabenen Turmsockel erkennen läßt. Bis auf 10 m Breite spitz zulaufend, fällt der Burghof westwärts allmählich zum Malzhaus ab, dessen Kellergeschoß heute frei liegt. Für den Zwinger blieb wenig Raum. Dann ging es aufwärts zu dem Nyddersten Hus, etwa 12 m tiefer als die Oberburg gelegen.

Die hl. Elisabeth und das Eichsfeld

In der „Politischen Geschichte des Eichsfelds" von Wolf-Löffler heißt es S. 132: „Dies Schloß hieß früher Stein. Es scheint vor der Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut worden zu sein und war ursprünglich im Besitze der Landgrafen von Thüringen." S. 285 heißt es: „Im 14. Jahrhundert vergrößerten die Erzbischöfe von Mainz das eichsfeldische Gebiet, worunter das Schloß Stein {Bischofstein) das erste war. Es gehörte 1298 dem Landgrafen Dietrich von Thüringen und dem Grafen von Henneberg."

Burg Bischofstein

hieß ursprünglich »Stein«. Die Bezeichnung »Bischofstein« kommt erst 1409 vor. Die Burg dürfte im 12. Jh. entstanden sein und war damals im Besitz der Thüringer Land¬grafen. 1326 kam die nach einer Erbteilung thüringische Hälfte und 1400 auch die hennebergische Hälfte an Kurmainz. Der thüringische Anteil war 1339 an die von Hanstein verpfändet worden. Von dort gelangte je ein Viertel als Rand an B. von Schönerstette und die Herren R. Keudel, H. von Ershusen, A. von Proyße von Wanfried und St. von Tastungen. Bertold von Worbis und Johann von Wintzingerode lösten die Randschaft 1351 ein.

Reminiszenzen (Erinnerungen an Schloss Bischofstein)

Wenn man den Berg des Lebens erstiegen hat und zurückschaut auf der Kindheit stilles und der Jugend lautes Glück, dann befinden sich darunter Erinnerungen, die die schönsten Lebensabschnitte beinhalten. So zähle ich zu der herrlichsten Zeit meines Lebens die Jahre von 1931 bis 1938, als ich Schüler in Bischofstein war. Ich erinnere mich noch recht gut an meine ersten Lehrer wie Fräulein Luise Schneider, Walter Heinitz, Dr. Harlacher und Fräulein Else Ackermann. Da ich doch von einem Gymnasium kam, das als erste Fremdsprache Latein lehrte, war es Frau Dr.

Zum 100-jährigen Jubiläum von Schloss Bischofstein, der ehemaligen Internatsschule

Liebe Bischofsteiner Familie, die sich leider aber dem Naturgesetz folgend, immer mehr verkleinert, da die Nachfolge seit 1945 fehlt. Es ist der 25. November 2008 und ich schaue aus dem Fenster im Meierhof in Langenhain, nicht fern von Lengenfeld unterm Stein, Eschwege und Wanfried. Ich sehe eine märchenhaft schöne, verschneite Winterlandschaft in unserer kurhessisch-thüringschen Mittelgebirgslandschaft.

Beiträge zur Pest in Lengenfeld

Als Lengenfeld unterm Stein von der Pest heimgesucht wurde

Mehrmals durchzog der „schwarze Tod“ mit all seinem Grauen und Schrecken das Eichsfeld. Wenn man glaubte, er habe nun dieses Gebiet verlassen, kehrte er noch einmal zurück, und zwar viel furchtbarer als zuvor. Nach Wolfs „Politische Geschichte des Eichsfeldes“ betrug die Zahl der Todesopfer im Amt Bischofstein 1743 Menschenleben. In Lengenfeld wurden diejenigen, die an Pest starben, am Siechrasen begraben. Johannes Hardegen ließ dort ein Kreuz errichten. –

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