Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

"Was noch nie ein Mensch gesehen hat ..."

Zur Bedeutung der Tagebuchaufzeichnungen des Joseph Hahn

„Das Beste, was wir von der Geschichte haben,
ist der Enthusiasmus, den sie erregt."
(Johann Wolfgang von Goethe)

Nachbetrachtung zum Tagebuch des Joseph Hahn

Mit dem 3. Februar 1881 enden die Tagebuchaufzeichnungen des Joseph Hahn, die in den letzten Lebensjahren nur noch selten und sporadisch erfolgten. Wie an der Handschrift der letzten Eintragungen zu ersehen ist, hat das Alter des Tagebuchverfassers deutliche Spuren hinterlassen. Kraftlos, zittrig und ermattet wirkt das Schriftbild der letzten Eintragungen. Vielleicht auch Anzeichen einer fortschreitenden Krankheit. Joseph Hahn starb rund zwei Jahre nach seinem letzten Tagebucheintrag, am 30. Juli des Jahres 1883.

Das Tagebuch des Joseph Hahn

Bauer und Ziegeleibesitzer in Lengenfeld unterm Stein

Editorische Notiz:
In eckige Klammern [...] gesetzte Wörter stellen Verbesserungen, Ergänzungen oder Worterklärungen dar. Bei Unsicherheiten bezüglich der Tagebuch-Übertragung wurde ein Fragezeichen in die Klammern gesetzt [?].

Die Tagebucheinträge des Joseph Hahn von 1832 bis 1881

Anno 20. November pro 1832 haben wir einen neuen Krauthobel von Effelder gekauft.

Wie das Tagebuch des Joseph Hahn gefunden wurde

Einleitung

Die Geschichte […], die wir erzählen wollen, ist sehr lange her. Sie ist sozusagen schon ganz mit historischem Edelrost überzogen. Das wäre kein Nachteil für eine Geschichte, sondern eher ein Vorteil. Denn Geschichten müssen vergangen sein, und je vergangener könnte man sagen, desto besser für sie. Die hochgradige Verflossenheit unserer Geschichte rührt daher, dass sie vor einer gewissen Leben und Bewusstsein tief zerklüftenden Wende und Grenze spielt.

Das Rittergut Keudelstein

5201_300.jpgBis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts lag zwischen den grünen Bergen des Südeichsfeldes, in schönster Einsamkeit, das alte Rittergut Keudelstein. Geschützt und in vollkommener Idylle ruhte das Gut am Fuße der 484 m hohen Keudelskuppe. Nur aus der Ferne hallten von Zeit zu Zeit die Glocken des Hülfensberges durch die stille Luft.

Allerlei Denkwürdigkeiten

Daten & Ereignisse von 1366 bis 1951

1366

ist ein großes Erdbeben in Thüringen gewesen, vornehmlich zu Mühlhausen, Eisenach und anderen Orten mehr; gleich in den Pfingsttagen hat es eine halbe Stunde gewähret; davon beide Kirchen und andere Gewölbe gar sehr zerrissen (wurden); und hat man das Schüttern und Beben an den Zinngefäßen auf den Kannenbänken gar deutlich gespüret. (Bang: Thüringer Chronik…1599, Eschwege-Mühlhausen).

Unbekanntes zur Frühgeschichte von Kloster Zella

Da die Urkunden von Kloster Zella, genannt Friedensspring, 1649 im Klosterhofe zu Mühlhausen verbrannt sind, wissen wir eigentlich nicht viel über die Frühzeit dieses so schön im Waldtal zwischen Struth und Lengenfeld und Stein gelegenen Klosters der Benediktinerinnen, dessen Schutzpatron nach dem Klostersiegel der hl. Nikolaus war, nicht aber St. Ägidius, wie Philip Knieb meint. Das Kloster muss im 12. Jahrhundert gegründet sein. Nun ist die päpstliche Schutzurkunde von 1215 erstmals im Urkundenbuch des Eichsfeldes abgedruckt unter Nr.

Das Schulmeistersloch bei Kloster Zella

Ein Beispiel dafür, wie der Eichsfelder Volksmund so manche historische Begebenheit und auch Sagen umgeformt hat, findet sich in der Gemarkung der ehemals Kloster-Zella'schen Waldungen.
Über die Gründung des ehemaligen Benediktinernonnenklosters Zella auch Friedespring genannt (im Klostergarten entspringt die Frieda), berichtet Carl Duval:

Annaberg und Annenkapelle bei Kloster Zella

Umrahmt von waldigen Höhen liegt unweit des Dorfes Struth im Obereichsfeld das ehemalige Nonnenkloster des Benediktinerordens, das mit Hinblick auf seine abgeschiedene Lage mit vollem Recht den Namen „Zella“ trägt. Nach der Aufhebung im Jahre 1810 wurde es zunächst zu einem Gut und birgt heute ein Heim, in dem alte Leute in des Tales Frieden ihre Tage verbringen.

Aus der "Isenbahnziet"

Im Februar des Jahres 1875 begann mit dem Bau der Bahnstrecke Leinefelde – Eschwege. Am 15. Mai 1880 wurde sie zum ersten Male befahren und dem Verkehr übergeben. Die Bauzeit, welche also gut fünf Jahre dauerte, lebte noch lange fort in der Erinnerung der alten Leute. Bei ihren Erzählungen sprachen sie besonders gern von der „Isenbahnziet“.

Inhalt abgleichen