Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Die Kanonenbahn - Teil 8: Gießebrücke und Küllstedter Tunnel

Unmittelbar hinter dem Bahnhof Küllstedt wird die Strecke von der Bahnhofstraße überquert, die zwischen Küllstedt und Büttstedt im Jahre 1904/1905 gebaut wurde. Bei Km 18,3 befindet sich die Wasserscheide zwischen Werra und Unstrut mit der höchsten Stelle der Kanonenbahn bei 401 m ü. NN. Von hier aus sind es nur noch wenige Meter bis zur Gießebrücke bei Km 18,5. Sie überquert die heutige Landstraße nach Büttstedt und den Bach Gieße. Die Brücke wurde ursprünglich als steinernes Viadukt erbaut, hatte eine Länge von 39,10 m und eine Höhe von 17,50 m.

Die Kanonenbahn - Teil 7: Der Bahnhof Küllstedt

Als nach 1950 der Großhandel Müller verstaatlicht und aufgelöst wurde, nutzte der Volkseigene Erfassungs- und Aufkaufbetrieb (VEAB) die Gebäude und transportierte die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus dem Umland, überwiegend Getreide und Kartoffeln, mit der Bahn. Obwohl auch in den 60er Jahren noch lebhafter Güterverkehr auf dem Bahnhof Küllstedt bestand, wurde dieser aus Rationalisierungsgründen am 1. September 1969 geschlossen. Von diesem Tage an gab es nur noch Personenverkehr auf dem Bahnhof, der in den folgenden Jahren aber auch immer dürftiger wurde, bis das Aus auch hierfür kam.

Die Kanonenbahn - Teil 4: Der Bahnhof Leinefelde

Aus Berlin kommend, benutzte die Kanonenbahn zunächst den neu gebauten und am 15. April 1879 eröffneten Streckenabschnitt von Berlin-Charlottenburg über Belzig nach Blankenheim mit einer Länge von 178,53 km.

Die Kanonenbahn - Teil 3: Die Kanonenbahn nach 1945

Ab April 1945 wurde die Kanonenbahn durch die Sprengung des Frieda-Viadukts in einen westlichen und einen östlichen Streckenabschnitt getrennt. Heute beschäftigen wir uns mit dem Abschnitt im Eichsfeld zwischen Leinefelde und Geismar ab 1945 bis zur Strecken-Stilllegung des letzten Teilstücks am 28. Februar 1998.

Die Kanonenbahn - Teil 2: Die Kanonenbahn bis 1945

Da die Züge in Leinefelde Kopf machen mussten, das heißt, die Zugmaschine umspannen, fuhren kaum Durchgangszüge auf dem Streckenabschnitt Leinefelde-Treysa. Strategisch wurde die Strecke ihrem Namen auch nie gerecht, weil Militärtransporte hier nur selten verkehrten und, abgesehen von wenigen Militärzügen in Friedenszeiten und unbedeutenden Militärtransporten im Ersten und Zweiten Weltkrieg, der Verkehr auf dem Teilstück sich auf den regionalen Personen- und Güterverkehr zwischen Leinefelde und Treysa beschränkte.

Die Kanonenbahn - Teil 1: Der Streckenabschnitt Leinefelde - Waldkappel

Die Berlin-Coblenzer Eisenbahn führte von Berlin bis nach Metz und wurde aus strategischen Überlegungen nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870–1871 erbaut. Der Baubeginn der Verbindungsstrecken war etwa 1877. Die Strecke wurde gebaut, um binnen kurzer Zeit Truppen und Kriegsmaterial von Berlin an die Grenze zum Erzfeind Frankreich transportieren zu können.

November

Spätherbst ist’s. Novemberstürme brausen über die frisch gepflügten braunen Erdschollen der leeren Felder. Am Erker meiner Wohnung klappert der Schiefer. Im nahen Buchenwalde braust und heult es, als ziehe nach alter heimatlicher Sage der wilde Jäger durch Wälder und Felsschluchten.

Eine kleine Wanderung bei Raureif

Mattgelbe Sonnenstrahlen durchbrechen das düstere Gewölk des Wintermorgens. Bald leuchten in weißem Dunste und Raureif die Berge und Wälder in die winterliche Landschaft. Das bezaubernde Bild der Naturschönheit lockt zu einer Wanderung ins Freie und ich lenke meine Schritte dem nahen Bergrücken zu. Auf hartgefrorenen Feldwegen geht es an Feldern, Rainen und Triften vorüber, gegen ein mit prächtigem Raureif behangenes Feldgehölz.

Die Zahnbehandlung in Lengenfeld vor 50 Jahren

Wenn jemand von Zahnschmerzen geplagt wird, so ist es heute eine Selbstverständlichkeit, dass er sich unverzüglich in zahnärztliche Behandlung begibt. In dieser Beziehung haben es die Lengenfelder bequem, denn im Dorfe befinden sich zwei modern eingerichtete Zahnpraxen.

Vor 30 Jahren, am 1. Januar 1928, eröffnete Zahnarzt Gottfried Hagemann seine Praxis, wenig später folgte Dr. Karl Lorenz.
Wie aber war es ehedem? Mit dieser Frage möchte ich der jungen Generation einen Einblick in die Zahnbehandlung um die Jahrhundertwende geben.

Juni im Friedatal

Ein lauer Wind weht über die grünende und blühende Flur. Leise streicht er über das Halmenmeer der Getreidefelder, die sich im wogenden Rhythmus wie Wellen im Meere auf und ab bewegen. Winzigen Fallschirmen gleich fliegt der Same des Löwenzahnes in der Luft umher. Aus dem Walde schallt der Kuckucksruf. Im Wipfel einer Fichte am alten Graben singt ein Amselhahn seinem Weibchen ein Minnelied. Im schnellen Fluge umkreist der Mauersegler den Kirchturm. An den Feldrainen blüht der Holunder, und die Blütenpracht der Heckenrosen leuchtet in der Junisonne.

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