Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Fahrendes Volk und ambulantes Gewerbe

In den Jahren um 1900 trieb sich noch allerlei fahrendes Volk in den Landgegenden umher: Zigeuner oder Tater, eine wahre Landplage, Gaukler (Tippchenspeeler), Schirm- und Kesselflicker, Bärenführer, Stromer, dazu Handwerksburschen aller Schattierungen, vom ehrbaren wandernden Gesellen bis zum arbeitsscheuen Tippelbruder, Speckjäger und Klinkenputzer. Da war z. B. der „rote Stromer" mit branntrotem Haar und gutmütigen blauen Augen, der mit Kind und Kegel, nach einem gewissen Zeitraum, mit großer Regelmäßigkeit auf der Bildfläche erschien und in Schenk Stall „Herber“ (Herberge) nahm.

Heisemärtens Kämmerchen oder Heisens Kämmerlein

Nach dem Dreißigjährigen Krieg suchten die Großbartloffer, so die Überlieferung durch die Chronik, nach Schutz und Unterkunft in den Felsenklüften und Spalten des Klusberges im sogenannten „Heisenskämmerlein", um nicht den marodierenden Banden, die hier noch durchzogen, in die Hände zu fallen. Doch „Heisenskämmerlein“ oder „Heisemärtens Kämmerchen", was ist das eigentlich und wo kann man es finden? Noch um die Mitte des 20. Jahrhunderts gab es wohl kaum einen Jungen im Dorf, der das besagte Kämmer-

Das "Herrode" bei Großbartloff - einst Treffpunkt der Jugend

Die Geschichte und die Inhaber desselben

Das Herrode, volkstümlich auch „Heirödchen" genannt, liegt 1700 m südwestlich in der in die Fluren von Lengenfeld und Geismar hineinragenden Südspitze der Großbartloffer Gemarkung, links an der Landstraße L 2032. Vor der Zusammenlegung der beiden Eichsfeld-kreise wurde 500 m weiter südlich, durch einen Grenzpfahl an der rechten Straßenseite, das Ende des Kreises Worbis angezeigt. Von hier trennen uns nur noch 200 m von der Entenmühle.

Die Geschichte unserer Mühlen

Einleitung:
Schon seit frühester Zeit hat Lengenfeld unterm Stein immer drei Mühlen besessen. Im Oberdorf, der Friedaquelle am nächsten, liegt die Lengenfelder Obermühle als erste Mühle, welche die Frieda treibt. (Die Faulunger Mühlen werden durch das „Rohrwasser“, dem ersten Nebenbach der Frieda, betrieben.) Im Mitteldorf Lengenfelds liegt die Mittelmühle und am Ende des Dorfes, unterhalb Bischofsteins, die „Hain“- oder Hagelmühle.

Die Kanonenbahn - Teil 22: Der Frieda-Tunnel & der Viadukt bis 1945

In der Zeit zwischen den Weltkriegen begann man bei der Reichsbahn an die Kosten zu denken. Aus diesem Grund wurde im Jahre 1928 ein Verbrennungs-Benzol-Triebwagen aus der Serie VT 756 Kassel in Eschwege stationiert, von der überhaupt nur 2 Exemplare gebaut worden sind. Dieser Triebwagen wurde in den verkehrsarmen Zeiten überwiegend auf den Strecken Eschwege-Schwebda-Ershausen und Eschwege-Schwebda-Treffurt eingesetzt.

Die Kanonenbahn - Teil 21: Der Frieda-Tunnel & das Frieda-Viadukt bis 1945

An der Kanonenbahn wurde ab dem 26.02.1906 wieder gearbeitet. Die Strecke nach Leinefelde wurde 2-gleisig ausgebaut, die Tunnel erweitert und die Brücken und Viadukte erhielten einen 2-gleisigen Ausbau. Nicht eindeutig geklärt ist indes der Ausbau zwischen Eschwege und Schwebda. Hier waren zumindest die Brücken 2-gleisig ausgebaut. Es gibt auch Zeitzeugen, die behaupten, auch dieser Abschnitt wäre 2-gleisig befahren worden.

Die Kanonenbahn - Teil 20: Der Bahnhof Schwebda bis 1945

Als im Jahre 1872 der Baron von Keudell aus Schweb-da für 24.000 Reichsmark Ländereien in der Schwebdaer Flur an das Deutsche Kaiserreich zum Zwecke des Eisenbahnbaus veräusserte, wusste man in der Umgebung: Die Bahn kommt! Mit dem Bahnhofsbau in Schwebda wurde im Laufe des Jahres 1875 begonnen. Eröffnet wurde der Bahnhof 3. Klasse gemeinsam mit dem Streckenabschnitt Leinefelde – Eschwege am 15. Mai 1880 mit dem feierlichen Eröffnungszug.

Die Kanonenbahn - Teil 19: Vom Bahnhof Eschwege zum Frieda-Viadukt

Heute beschäftigen wir uns mit dem Streckentorso zwischen dem Bahnhof Eschwege in Richtung Osten bis zum Frieda-Viadukt. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs war der Weg nach Osten durch die Sprengung des Frieda-Viadukts und der Werrabrücke bei Eschwege versperrt. Obwohl die amerikanische Besatzungsmacht für die Werrabrücke zunächst keine Baugenehmigung gab, wurde nach Abzweigung von 10.000 RM aus der Flussbereinigung die Genehmigung zum Neubau erteilt.

Die Kanonenbahn - Teil 18: Frieda-Viadukt & Frieda-Tunnel

Der Frieda-Viadukt folgt bei km 38,82 bis 38,91, der mit seiner Länge von 98,70 m und einer Höhe von 25,70 m zu den herausragenden Bauwerken der Bahn zählte und in einer Höhe von etwa 192 m über NN lag. Der Frieda-Viadukt wurde ursprünglich wie der Lengenfelder Viadukt mit einer Fischbauch-Trägerkonstruktion bestückt, die jedoch, ähnlich wie auch in Lengenfeld, schwere bauliche und konstruktionsbedingte Mängel aufwies, so dass sich im Sommer des Jahres 1932 im Friedatal die größte Baustelle entlang der Kanonenbahn zwischen Leinefelde und Malsfeld befand.

Die Kanonenbahn - Teil 17: Von Geismar bis zum Frieda-Viadukt

Der Bahnhofsbereich von Geismar wird gleich zu Beginn von einem Bach unterquert, der natürlich auch das dazugehörige Bauwerk beansprucht. Am Anfang des Bahnhofsgeländes macht das Gleis einen kleinen Schlenker. Das ist die Stelle, an der sich einst die Gleise verzweigten. Das Stationsschild des Bahnhofs ist heute verschwunden, nur der Aufgang vom Ort zum Bahnhof existiert noch bis in die Gegenwart. Die Nebengebäude des Bahnhofsensembles sind ebenfalls noch erhalten und werden noch bewohnt.

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