Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Die Kanonenbahn - Teil 13: Ereignisse zwischen Entenbergtunnel und Lengenfeld von 1933-1942

Am 29.09.1933 suchte sich der damals 69-jährige Großbartloffer Adolf Bischoff, geboren in Heuthen/Eichsfeld, den Entenberg-Tunnel zum Sterben aus, um sich dort vor den Zug zu werfen. Die Leiche wurde von Andreas Koch während einer Routine-Inspektion der Gleise im Tunnel vorgefunden.

Im Heiligenberg-Tunnel soll nach einem Tunneleinsturz eine große Tropfsteinhöhle gefunden worden sein, die natürlich umgehend bei den anschließenden Bauarbeiten entfernt und verfüllt wurde. Ähnliche Bauarbeiten gab es fast ständig in den Eichsfeld-Tunneln.

Die Kanonenbahn - Teil 12: Das Streckenwärter-Haus im Bilstal

Unweit vom Südportal des Entenberg-Tunnels stand einst rechterhand im Bilstal, welches die Großbartloffer Buschtal nennen, ein kleines Wohnhaus, in dem der Streckenläufer wohnte, der den Streckenabschnitt zwischen Küllstedt und Schwebda zu betreuen hatte. Dieser legte täglich die Distanz von ca.

Die Kanonenbahn - Teil 11: Der Entenbergtunnel

Vom Haltepunkt Großbartloff aus führt die Strecke in reichlichen Windungen immer am Hang entlang hinab bis zum 5. Tunnel, dem Entenberg-Tunnel. Zunächst aber treffen wir zwischen km 26,3 und km 26,55 an der dem Berghang zugewandten Seite eine 250 m lange Stützmauer an, die verhindern soll, dass der Berghang auf die Gleise rutscht.

Die Kanonenbahn - Teil 10: Mühlbergtunnel II und Heiligenberg-Tunnel

Bei einem Abgehen der Strecke im Rottenbachtal fand ich bei km 24,7, nur wenige Meter hinter dem Westportal des Mühlenberg II-Tunnels, auf der rechten Seite die Grundmauern eines Gebäudes (ca. 10 x 4 m), welches die Reste des ersten Haltepunkts Großbartloff, eröffnet am 1.12.1894, sein könnten.

Die Kanonenbahn - Teil 9: Küllstedter Tunnel und Mühlbergtunnel I

Bereits am 27. Mai 1904 gab es den ersten Wassereinbruch im Tunnel. Nach einem Gewitter mit wolkenbruchartigem Niederschlag kam es zu einem Wassereinbruch im Tunnelgewölbe, wobei ein gerade den Tunnel durchfahrender Personenzug von oben bis unten mit Geröll und Schlamm überzogen wurde. Am 26. Februar 1906 begann mit dem ersten Spatenstich die Erweiterung des Küllstedter Tunnels auf das neue Normmaß für zweigleisigen Betrieb und gleichzeitig wurde mit dem Bau des zweiten Gleises zwischen Küllstedt und Schwebda begonnen.

Die Kanonenbahn - Teil 8: Gießebrücke und Küllstedter Tunnel

Unmittelbar hinter dem Bahnhof Küllstedt wird die Strecke von der Bahnhofstraße überquert, die zwischen Küllstedt und Büttstedt im Jahre 1904/1905 gebaut wurde. Bei Km 18,3 befindet sich die Wasserscheide zwischen Werra und Unstrut mit der höchsten Stelle der Kanonenbahn bei 401 m ü. NN. Von hier aus sind es nur noch wenige Meter bis zur Gießebrücke bei Km 18,5. Sie überquert die heutige Landstraße nach Büttstedt und den Bach Gieße. Die Brücke wurde ursprünglich als steinernes Viadukt erbaut, hatte eine Länge von 39,10 m und eine Höhe von 17,50 m.

Die Kanonenbahn - Teil 7: Der Bahnhof Küllstedt

Als nach 1950 der Großhandel Müller verstaatlicht und aufgelöst wurde, nutzte der Volkseigene Erfassungs- und Aufkaufbetrieb (VEAB) die Gebäude und transportierte die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus dem Umland, überwiegend Getreide und Kartoffeln, mit der Bahn. Obwohl auch in den 60er Jahren noch lebhafter Güterverkehr auf dem Bahnhof Küllstedt bestand, wurde dieser aus Rationalisierungsgründen am 1. September 1969 geschlossen. Von diesem Tage an gab es nur noch Personenverkehr auf dem Bahnhof, der in den folgenden Jahren aber auch immer dürftiger wurde, bis das Aus auch hierfür kam.

Die Kanonenbahn - Teil 4: Der Bahnhof Leinefelde

Aus Berlin kommend, benutzte die Kanonenbahn zunächst den neu gebauten und am 15. April 1879 eröffneten Streckenabschnitt von Berlin-Charlottenburg über Belzig nach Blankenheim mit einer Länge von 178,53 km.

Die Kanonenbahn - Teil 3: Die Kanonenbahn nach 1945

Ab April 1945 wurde die Kanonenbahn durch die Sprengung des Frieda-Viadukts in einen westlichen und einen östlichen Streckenabschnitt getrennt. Heute beschäftigen wir uns mit dem Abschnitt im Eichsfeld zwischen Leinefelde und Geismar ab 1945 bis zur Strecken-Stilllegung des letzten Teilstücks am 28. Februar 1998.

Die Kanonenbahn - Teil 2: Die Kanonenbahn bis 1945

Da die Züge in Leinefelde Kopf machen mussten, das heißt, die Zugmaschine umspannen, fuhren kaum Durchgangszüge auf dem Streckenabschnitt Leinefelde-Treysa. Strategisch wurde die Strecke ihrem Namen auch nie gerecht, weil Militärtransporte hier nur selten verkehrten und, abgesehen von wenigen Militärzügen in Friedenszeiten und unbedeutenden Militärtransporten im Ersten und Zweiten Weltkrieg, der Verkehr auf dem Teilstück sich auf den regionalen Personen- und Güterverkehr zwischen Leinefelde und Treysa beschränkte.

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