Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Vögel besingen den Frühling

Anfang Februar glaubten viele, der Frühling sei schon ins Land gekommen. „Soll das gut gehen?“, fragten besorgt die Acker- und besonders die Obstbauern im Gegensatz zu den sich freuenden, wintermüden Menschen.

Die Fruchtknospen und Laubtriebe der Sträucher und Baume schwollen schon bedenklich an. Schneeglöckchen, Veilchen und Seidelbast blühten. Die Imker im Friedatal sahen ihre fleißigen Arbeitsbienen mit gelbbraunen Höschen zu den Stöcken zurückkommen, Also blühten auch die Haselnussstauden schon.

Winterlandschaft um Lengenfeld unterm Stein

Dicht und tief verschneit liegt Tal und Dorf. Vor den Fenstern in den Futterkästen sitzen dick aufgeplusterte Kohl- und Blaumeisen und picken, was ihnen mitfühlende Menschen spenden. Große Schwärme von Sperlingen, Goldammern und Buchfinken in buntem Durcheinander beleben mit Geschrei die Bauernhöfe und Dorfstraßen.

Frühling im Friedatal

Schon im März hatte der Seidelbast im Verein mit den Blüten des Sommertörchens (die Blüten des noch blattlosen Huflattichs), Leberblümchens und Schneeglöckchens den Frühling eingeläutet. Die Bienen trugen schon an sonnigen Tagen vom blühenden Haselstrauch die ersten Pollen und frischen Honigseim in die Stöcke. Herr Star ist als erster der Sänger von seiner Südlandreise zurückgekehrt, hat auch schon seinen grünblau schillernden, mit weißen Perlen besetzten Hochzeitsfrack angezogen.

Schlachtefest

Die Wintermonate sind die Zeit der Schlachtefeste. Wieder werden Feldgieker, Brat-, Gar- und Weckewurst gemacht und fetter Schlachtekohl (Sauerkraut) gekocht. Das richtige Feiern am Abend des Schlachtetages, wie es zu Großvaters Zeiten üblich war, ist nicht mehr. Doch die alte Sitte des Wurstesuppenholens ist noch teilweise üblich, indem die Nachbarn sich Fleischbrühe holen. Früher geschah dieses umfangreicher. -

Ein Hochsommertag im Friedatal

Hat der Sommer uns in diesem Jahre nur wenige sonnenreiche Stunden geschenkt, so denken wir besonders gern an hochsommerliche Tage zurück, die wir einst gießen konnten und die wir hoffentlich auch in diesem Jahre noch erleben werden.

Das Neujahrssingen

Es ist ein alter Brauch, dass am letzten Tag des Jahres, am Silvestermorgen, die Kinder van Haus zu Haus gehen, dort ein Liedchen singen und dafür kleine Gaben in Empfang nehmen. Ich durfte leider als Junge nur zweimal an der althergebrachten Sitte teilnehmen. Meine Mutter fasste das Singen trotz Widerspruchs meines Vaters als Bettelei auf. Aber dieses zweimalige Mitsingen steht mir noch heute in tiefster Erinnerung.

Als das Unwetter über die Dorfheimat kam

In nachfolgenden Ausführungen soll ein furchtbares Naturereignis geschildert werden, welches am Nachtmittage des 27. Mai 1904 über meine Heimat und die umliegenden Ortschaften hereinbrach. Das damalige Unwetter will ich so dem Leser vor Augen führen, wie ich mich heute, nach 23 Jahren, der Einzelheiten erinnere. Es ist die Schilderung deshalb nicht als etwaiger Chronikauszug anzusehen. Allenfalls sind aber in den damals heimgesuchten Ortschaften Aufzeichnungen vorhanden.

Eine Seltenheit unserer Heimat

Als ganz besondere Seltenheit unter den einheimischen Lurcharten ist die bei uns anzutreffende Geburtshelferkröte (Alytes-obestetrieans), im Volksmund auch Glocken- oder Fesselfrosch genannt.

Das Neujahrssingen

Es ist ein alter Brauch, dass am letzten Tag des Jahres, am Silvestermorgen, die Kinder van Haus zu Haus gehen, dort ein Liedchen singen und dafür kleine Gaben in Empfang nehmen. Ich durfte leider als Junge nur zweimal an der althergebrachten Sitte teilnehmen. Meine Mutter fasste das Singen trotz Widerspruchs meines Vaters als Bettelei auf. Aber dieses zweimalige Mitsingen steht mir noch heute in tiefster Erinnerung.

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