Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Der Wetterhahn auf unserem Kirchturm

Am Kriegsende, anfangs April 1945, wurde der Wetterhahn auf unserem Kirchturm durch Beschuß so stark beschädigt, dass seine Bewegungsfreiheit , die Windrichtungen und damit das Wetter anzuzeigen, ausfiel. Stur, wie er nun einmal war, schaute er seit dieser Zeit jahrein - jahraus nur nach dem Westen hin, als wollte er den Schwestern und Brüdern dort „drüben“ sagen: „Ich warte auf Euch!“ Das beeinflusste den Lehrer Josef Menge, ein gebürtiger Lengenfelder, nachfolgendes Gedicht im April 1957 zu schreiben:

50 Jahre St.-Elisabeth-Krankenhaus in Lengenfeld unterm Stein

Wenn wir die geschichtliche Vergangenheit des Eichsfeldes an unseren geistigen Augen vorüberziehen lassen, so können wir nicht nur von einem Land der Burgen sprechen, sondern wir können auch nicht umhin, die kulturelle und geistige Bedeutung der eichsfeldischen Klöster zu erwähnen. Diese Klöster haben bis zu ihrer Säkularisation 1802 viel für die Armen- und Krankenpflege, für die Gastfreundschaft und für die Seelsorge getan. Dabei haben sie selbst oft an Not und Armut gelitten.

Die Glocken der Pfarrkirche zu Lengenfeld unterm Stein

In den Kirchenrechnungen von 1580 bis 1856 werden des öfteren Ausgaben an einer „großen“, „kleinen“ und „mittel“ Glocken erwähnt.
1594 wurde an der Lengenfelder Kirche eine Generalausbesserung vorgenommen. So finden wir in der Kirchenrechnung von 1594 außer der Einzelaufführung „Summa alles geldes so verbauwet thut 74 Gulden 6 Schnbg. 1 Pf“. Hierbei tauchte wohl der Wunsch bei unseren Vorfahren auf, drei neue Glocken für das renovierte Gotteshaus herstellen zu lassen.

Auf den Fortschritt Lengenfelds

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erlebte die Gemeinde Lengenfeld u. Stein einen außergewöhnlichen Aufschwung. Dieser Fortschritt, wie ihn unsere Väter dereinst schon nannten, verbesserte die Lebenslage der Bevölkerung in nicht geringem Maße. Wie sehr alles die Gemüter erregte, zeigt das nachstehende von Johannes Schade im Jahre 1909 verfasste und auch gedruckte Gedicht:

Die Innenausstattung unserer Kirche 1992

Ein freudiges Ereignis feierte unsere Kirchengemeinde am Sonntag, dem 10. Februar 1991 mit einem feierlichen Hochamt. Anlaß war die feierliche Einweihung des neuen Hochaltars, der nun in ganz besonderer Weise unsere Kirche schmückt.

Die Mühle an der Teufelsnase

Schon in der ältesten Gemeinderechnung vom Jahre 1700 finden wir das Grundstück als Eigentum der Gemeinde erwähnt, auf dem später die Teufelsnasen - Mühle errichtet worden ist. Hier heißt es u.a. in der „Desination der Commun Lengenfeld“:

„Hat besagte Gemeinde 1 Acker morastig Wiesen Flecken, die Teufelsnase genannt, muß jährlich zum Bischofstein zahlen 2 Schnb. Erbenzins.“

Die Mittelmühle zu Lengenfeld unterm Stein

Die Hofseite liegt im Grundbesitz der Meierei eingebettet, zu der sie einst gehört hat. Erzbischof Daniel von Mainz gestattete im Jahre 1581 dem Vogte zu Bischofstein Philipp Falk, die Mühle zu bauen (Lagerbuch der Vogtei Bischofstein 1664).

Joachim Jakob hat sie von Philipp Falk eingetauscht (Jurisdiktionalbuch 1586 -1609). Man könnte meinen, Falk hätte die Mühle eigens, vielleicht auf Grund einer früheren Abmachung für Jakob gebaut.

Die Hagemühle

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Schon seit dem frühen Mittelalter hat Lengenfeld unterm Stein immer schon drei Mühlen besessen. Im Oberdorf, der Friedaquelle am nächsten, liegt die Obermühle, auch „Herrenmühle“ genannt, da der Besitzer derselben als „Herrenmüller“ den Herren von Keudell lehnspflichtig war. Im Unterdorf, im Grundstück der Meierei eingebettet, steht die „Mittelmühle“. Ältere Urkunden über die Erbauung der Mittelmühle sind uns nicht bekannt.

Die Wüstungen des Eichsfeldes (Auszug)

Großbartloff

Kr. H. Gemeindebezirk. Hier befand sich eine Zeit lang die anscheinend mehrfach verlegte Gerichtsstätte innerhalb des Amtes Bischofsstein. Möglich wäre es, dass gleichzeitig in verschieden Orten des Amtsbezirkes Gericht abgehalten wurde.

Der Naturschutz unserer Heimat

Unsere Eichsfelder Wälder, hervorgegangen aus den Urwäldern ferner Zeiten, bilden einen Mischwald. Es muss unser Bestreben sein, diesen Mischwald zu erhalten und nicht in den Fehler zu verfallen, nur einseitig mit Nadelholz aufzuforsten. Drei Viertel aller Forstschädlinge leben in Nadelhölzern. Die Waldvernichtungen erlebten wir z. B.

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