Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Das Nisteln am Peterstag

Zum eichsfeldischen Brauchtum zwischen Weihnachten und Ostern gehörte früher das Nisteln am St. Peterstag (Petri Stuhlfeier, also am 22. Februar). Am Petersabend schlichen Freunde und Bekannte beiderlei Geschlechts, besonders jüngere Burschen und Mädchen, zueinander in die Häuser. In einem Säckchen oder Körbchen führten sie Häckerling oder minderwertige und ausgesonderte Hinterfruchtkörner oder auch Gesäme mit und warfen es entweder gegen die Fensterscheiben oder in den Flur und die Stube.

Brauchtum um das Osterfeuer

Der alte Brauch, Osterfeuer auf Bergen oder an anderen geeigneten Plätzen anzuzünden, mag wohl bis weit in die älteste Zeit zurückgehen. Symbolik dabei ist der Sieg des Lebens über den Tod. Es lag in der Naturreligion unserer Vorfahren tief begründet, zu Beginn des Frühlings, den sie nach den vielen trüben Wintertagen besonders jubelnd begrüßten, auf die ihren Gottheiten geweihten Berge zu steigen, um mit den zum nächtlichen Himmel empor lodernden Flammenstößen für Licht und neues Leben zu danken.

Allerlei Osterbrauchtum auf der Eichsfelder Höhe

Wenn auch von den alten Osterbräuchen mehrere nicht mehr geübt werden, so sind auf der Eichsfelder Höhe gerade in der Zeit des jungen Frühlings doch noch sinnvolle Ostersitten lebendig.

Gedenkblatt zu Ehren St. Annas

Unweit der Höhengemeinde Struth, in einer stillen Waldecke verborgen, liegt der ehemalige Wallfahrtsort zu Ehren der heiligen Anna, der Annaberg genannt. Auf einer alten Karte der Grenzregulierung Hessen-Mainz von 1583 ist vom Annaberg als einem „Closter Cellischen Vorwergh“ (gutsherrliches, landwirtschaftliches Vorwerk) die Rede.

Eichsfelder Wanderziele, die was bieten

„Die Wanderzeit – die bringt uns Freud’“, so lautet jetzt in der herrlichen Maienzeit für unsere schaffenden und erholungssuchenden Menschen die Devise. Wer nicht auf Schusters Rappen unser schönes Eichsfeld erwandern will, dem bieten sich heute noch andere verkehrstechnische Möglichkeiten. Der Eichsfelder ist ja auch beweglich geworden, und per Motorrad oder PKW lassen sich auch die entferntesten Punkte unserer Heimat erreichen.

Der Annaberg und das Pfarrdorf Struth

Bei der Durchforschung der ältesten Kirchenrechnungen der „Kirche ad Sanctuni Jacobum zu Struth“ finden sich immer wieder Bemerkungen, die ein gutes Licht auf die gegenseitigen Beziehungen zwischen dem ehemaligen Vorwerk und Wallfahrtsort Annaberg und der Pfarrgemeinde Struth werfen. So heißt es in der Rechnung von 1791, Kapitel „Stiftungen in der Kreuzwoche“: „Dem Struther Pfarrer von einem Amte, auf dem Annaberge zu halten = 8 Gutegroschen gezahlet“.

Zeittafel der Burg Stein und des späteren Schlosses Bischofstein (1137 - 2022)

Daten und Ereignisse von 1137 – 2008

1137

Der Landgraf Ludwig I. übernimmt die Burg zum „Stein“, die schon im 11. Jahrhundert auf dem Burgberg (402 m, NN) erbaut worden ist.

1316

Der Erzbischof Matthias von Mainz erwirbt die Hälfte der Burg „Stein“.

1400

Kurmainz ist alleiniger Besitzer dieser Burg

Zeittafel der Burg Stein und des späteren Schlosses Bischofstein

Daten & Ereignisse von 1137 bis 2008

1137

Der Landgraf Ludwig I. übernimmt die Burg zum „Stein“, die schon im 11. Jahrhundert auf dem Burgberg (402 m, NN) erbaut worden ist.

1316

Der Erzbischof Matthias von Mainz erwirbt die Hälfte der Burg „Stein“.

1400

Kurmainz ist alleiniger Besitzer dieser Burg

1409

12. Januar: Die Burg „Stein“ wird zum ersten Male „Bischofstein“ genannt.

Lengenfeld unterm Stein am Ende des 2. Weltkrieges

Das Bild von den Zuständen in Lengenfeld während der letzten Wochen des Hitlerregimes und kurz danach wird wesentlich kaum anders ausgesehen haben als sonst irgendwo auf dem Eichsfelde. Auf allen Gebieten der Wirtschaft war das Letzte für Hitlers Kriegsmaschine herausgepresst worden.

Die Landwirtschaft, die Industrie, der Handel, der Verkehr, das Handwerk, die Verwaltung und die menschliche Arbeitskraft hatten die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur erreicht, sondern vielfach längst überschritten.

Inhalt abgleichen