Erzählungen & Sagen

Die Entstehung Döringsdorfs

Vor vielen 1000 Jahren lebte im nahen Harzgebirge ein gewaltiger Fürst, der viele Dörfer und Städte sein Eigen nannte. Gehorsam folgten die Untertanen seinen Winken und wussten seinem Willen selbst im Kleinen gerecht zu werden. Ruhig und friedlich lebten sie alle. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel zuckte da eines Tages die Kriegsfackel durchs Land. Wie ein Wann folgten die Freien dem Rufe ihres Herzogs. Doch einzelne Gehöfte vermaßen sich dem Heerführer die Gefolgschaft aufzusagen. Sie waren nicht gewillt, mit dem Speer Würfelbecher und Met zu vertauschen.

Was der Onkel vom Schlampanjesmann erzählte

Eine Jugenderinnerung von Lorenz (Döbernitz)

Von allen Dörfern des Eichsfeldes ist es ganz gewiss Lengenfeld, das die reizendste Lage hat, die Eichsfeldische Schweiz hat man es auch genannt.

Ringsherum Kalkberge mit den herrlichsten Buchenwäldern. An den Abhängen klettern kleine Landstreifen weit hinauf, bis das Terrain so steil und felsig wird, dass ein Anbau unmöglich wird.

Der Wietstein

Im Dreißigjährigen Krieg herrschte, wie man erzählt, in Lengenfeld unterm Stein ein großes Sterben. Die Pest ging um und raffte die Menschen hinweg. Kaum ein Haus blieb verschont von dem schwarzen Tod. Bis an die Schafhofgasse war sie bereits dorfaufwärts vorgedrungen. Da erklangen Stimmen aus der Luft:

"Kocht Pimpernell,
Dann sterbt ihr nicht so schnell!"

Der Schampanjesmann

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Der Schampanjesmann ist eine auf der eichsfeldischen Höhe allgemein bekannte Gespenstererscheinung. Über denselben weiß der Volksmund zu erzählen:

Das Fräubchen von England

Der König von England kam, von einem seiner Diener Erich begleitet, aufs Eichsfeld. Auf der Reise über dasselbe wurde er von der Nacht überrascht. Da sah er in der Ferne ein Licht; er ritt dem Schein nach und kam in das Dorf Flinsberg. Das Haus, aus dem so spät noch Lichtschein fiel, war das Haus des Küsters, der gerade das Tauffest seines Kindes feierte. Er klopfte an der Türe. Der Küster öffnete, fragte nach dem Begehr des Fremden, und als er hörte, dass dieser sich verirrt habe, lud er ihn in sein Haus ein, ohne zu wissen, wer der späte Gast sei.

Von der Heimatliebe der Eichsfelder

Wilhelm, ein flotter Bursche in Effelder, kam wieder einmal zu spät aus der Schenke, und er hatte auch mehr getrunken als er vertragen konnte. Da gab’s dann am andern Morgen daheim eine lange Strafpredigt mit vielen bösen, brummigen Worten.

Die Nonnenschleere

Wer hätte auf dem Eichsfelde noch nichts von dem Kloster Zella gehört? Wie ein versunkenes Märchen liegt es im lieblichen Waldtal. Weit und breit kein Laut. Hinter den stillen Klostermauern herrschte einst emsiges Leben. Gottbegeisterte Zisterzienserinnen [Korrektur: Benediktinerinnen] verrichteten hier aufreibende Arbeit im Dienste der Nächstenliebe. Wenn aber zu den Tagzeiten das silberhelle Aveglöcklein des Klosterkirchleins zum Gebet rief, ruhten die fleißigen Hände. Die frommen Seelen vergaßen dann auf kurze Zeit die irdischen Sorgen und vereinten sich zu andächtigem Gebet.

Nachschrift

Es war Ende Juni. Damit beschäftigt, letzte bessernde Hand an einige Abschnitte der „Dorfheimat“ anzulegen, empfing ich ein Schreiben des Herrn Redakteurs und Schriftstellers G. H. Daub in Heiligenstadt, die geplante Buchausgabe betreffend. Unter anderem enthielt das Schreiben die Mitteilung, dass als Erfolg des im Eichsfelder Heimatboten und Eichsfelder Tageblatt erschienenen Aufrufes: „Die Probe aufs Exempel“ 12 Vorbestellungen eingegangen seien.

Hotze - Hotze - Fahre

Hotze - Hotze - fahre.
D' Jungen kosten en Taler,
D' Maichen kosten en Tübendrack
Schwimmen äbber d' Werra wack.
Hotze - Hotze - fahre.

Also soll ich, der Dorfjunge wieder selbst erzählen. Da muss ich Euch denn doch zunächst allesamt um Verzeihung bitten, dass ich auf der Welt bin. Ich kann nichts dazu. Erzählen soll ich. Da fahre ich am besten gleich fort, wo "Er" aufgehört hat.

Der Maialtar

Was ist das? Ältere wissen es noch, Jüngere nicht immer!

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