Erzählungen & Sagen

Der Stuffenberg

In der Gegend von Eschwege und Wanfried liegt ein hoher Berg, zu dem geschehen alljährlich viele Wallfahrten, absonderlich aus dem Eichsfeld, darauf erbaute Winfried eine Kapelle. Da nun der Bau im Gange war, kam zum öftern ein fremder Mann gewandert, der fragte die Maurer und Zimmerer, was es denn geben solle, und diese antworteten: Ei, eine Scheuer soll es geben! -

Der Mönch von Reifenstein

Im Eichsfeld zwischen Worbis und Mühlhausen lag ein Kloster des Namens Reifenstein, das war uralten Ursprunges. Ein Kriegsobrist des Hunnenkönigs Attila, welcher Rive hieß, kam in diese Gegend, ersah sich einen Berg und baute eine Burg darauf, die er Rivestein nannte. Noch ist ihre Stätte gekannt und heißt die alte Burg, der Wald um sie her wird der Burghagen genannt.

Der braune Bühel

Auf dem Wege von Nordhausen und vom Harze her im Eichsfelde nach Duderstadt liegt ein zuckerhutförmiger Hügel, der das Ansehen hat, als sei er von Menschenhand also pyramidal aufgetürmt, den nennen die Einwohner der umliegenden Dörfer den brunen Büdel - braunen Beutel - hat aber "wohl ursprünglich Bühel gelautet, und die Vornehmen nennen ihn den Riesenhügel. Einst stand ein Riese da oben, der sah hinunter in die goldne Mark nach Duderstadt, und gefiel ihm baß, nur drückte ihn etwas in den Schuhen, und schüttete es aus, da war's der Sand, der Bühel. -

Das Gnadenbild im Klüschen Hagis

4431_200.jpg Eines schönen Frühsommertags zog ein Schäfer mit seiner Herde das Tal unterhalb der Burg Gleichenstein hinauf. Es war nicht die beste Weide, auf die er seine Tiere führte, aber immerhin wurden sie satt. Wasser gab es auch ein wenig, weit entfernen konnten sich die Schafe nicht und so führte er sie gerne an diesen Ort. Am Ende der Wiesen, dort, wo der Wald das Tal abschloss, wo der steile Anstieg auf die Höhe begann, machte er Halt.

Karl der Große auf dem Hülfensberg

4432_200.jpg Jeder Eichsfelder weiß, dass der Hülfensberg seit vielen hundert Jahren das Landesheiligtum des Eichsfeldes ist. Mittelpunkt des Wallfahrtsortes ist das uralte "Hülfensbild". Wie es auf den Berg gekommen ist, weiß niemand. Doch erzählt man sich, dass dieses ehrwürdige Kruzifix schon seit dem neunten Jahrhundert, der Zeit Karls des Großen, auf der Höhe verehrt wird:

Das Fräuwechen von England

4430_200.jpg Fährt man auf der Nebenstrecke der Deutschen Reichsbahn von Leinefelde nach Geismar, so kommt man kurz vor der Endstation auf einer 45 Meter hohen Brücke über das Dorf Lengenfeld unterm Stein. Schon von weitem sieht man das Gebäude des "Schlosses", das heute als Urlauberheim dient.

Altvatersloch

Nicht weit von dem eichsfeldischen Dorfe Lengenfeld, das durch die Eisenbahnbrücke bekannt ist, die über den Ort führt, liegt das ehemalige Benediktinernonnenkloster Zella, auch Friedenspring genannt.

Die Wergsäcke

Die beiden Hilfensbergdörfer Bebendorf und Döringsdorf lagen in alter Zeit jenseits des Harzes im Braunschweigischen. Sie waren eienm Riesen untertan, der am Nordrande des Harzes seine Burg besaß und von dort aus das Land weit und breit beherrschte. Er war gewalttätigen Sinnes, unterdrückte die Leute und sog sie aus. Lange ertrugen sie die schlechte Behandlung.

Die Verwandlung des Weihnachtsbaumes

Es war einmal und das ist schon urig lange her, da ging vor dem Weihnachtsfest ein mit einer dicken Jacke bekleideter Mann, umgürtet mit einem Strick, an dem ein kleines Beil hing, in den Wald. Über Nacht hatte es geschneit und er stampfte durch den kniehohen Schnee. Hinter ihm sprang sein Töchterchen und versuchte immer seine Fußspuren zu erwischen. Mitunter fiel es in den kniehohen Schnee. Wie gut, dass es dem Wetter entsprechend warm angezogen war. Jedoch manchmal war es dem Kinde zu warm, denn es musste viel mehr kleine Schritte machen als der Vater große.

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