Eine Riesenschüssel Kräppel stand in jedem Haus - Wie auf dem Eichsfelde Fastnacht gefeiert wurde

Den Auftakt brachte der „fette Donnerstag“. Keiner weiß, warum gerade am letzten Donnerstag vor Aschermittwoch üppiger als an den übrigen Werktagen gegessen wurde, doch es wird heute noch so gehalten, dass an diesem Morgen schon die Kinder ein besseres Frühstück in die Schule mitbekommen. Auf dem Lande hatte vor Fastnacht fast jede Familie wenigstens ein Schweinchen geschlachtet.

„Vetter Michel“ 89 Jahre alt

Einer der ältesten Einwohner der Gemeinde Lengenfeld/Stein, Herr Michael Hedderich, feierte in geistiger und körperlicher Frische seinen 89. Geburtstag. Er wurde am 7. November 1872 in Lengenfeld geboren. Schon mit vierzehn Jahren war ihm das Los so vieler Eichsfelder beschieden: er zog hinaus „in die weite Welt“, um Verdienstmöglichkeiten zu finden. Das Wollkämmen brachte ihm kargen Lohn. Aber seinen Hauptberuf, den Fellhandel, erlernte er bei seinem Vater.

Sechzig Jahre Freundschaft mit Käthe Kollwitz

Unter diesem Titel erschien 1948 ein Buch, dessen Verfasserin Beate Bonus war. Diese hat als beachtliche Schriftstellerin 30 Jahre auf dem Eichsfeld gelebt, zunächst von 1924 bis 1941 in Schloss Bischofstein, dann nach dem Tode ihres Mannes in Lengenfeld u. St. und zuletzt in Kloster Zella, wo sie am 22. März 1954 gestorben ist.

Die Schranne

Das romantische Tal, in dem das ehemalige Kloster Zella liegt, wird im Süden begrenzt von einer aus der Höhenplatte des südöstlichen Obereichsfeldes hervortretenden Bergzunge, Schranne genannt. Herrlicher Buchenbestand nimmt den einsamen Wanderer auf. Nach Westen bildet die Höhe eine schroffe Felswand der Wellenkalkstufe. Am Rande des Steilhanges klammern sich die Wurzeln alter knorriger Eiben in die zahlreichen Risse des brüchigen Gesteines.

Der Name des Hülfensberges

Aus den annähernd 60 urkundlichen Belegen, welche von diesem Namen gesammelt wurden, seien nur die wichtigsten herausgegriffen, damit sich der Leser von der lautlichen Entwicklung des Namens im Laufe der Jahrhunderte einigermaßen ein Bild machen kann. 1352 „mine Herren Sente Hulfen und siner Kercken zu Stoltenberg“ (Wolf, Kirchengeschichte Urk. 26), 1357 „Stuffenborg“ (ebenda 33), „Stauffenberg“ (ebenda 31), „Kapelle S. Salvotoris in Staufenberg“ (Vigener I, 2. Abt. Nr.

Sie wusste die Schönheit des Eichsfeldes zu schätzen (Beate Bonus zum Gedächtnis)

Am 22. Januar 1954 starb in Kloster Zella Frau Beate Bonus im Alter von 89 Jahren. Sie war die Witwe des bekannten Religionsphilosophen und bedeutenden Kenners des isländischen Schrifttums Arthur Bonus, geboren am 21. 1. 1864 in Neu-Prussy, gestorben am 9. April 1941 in Lengenfeld unterm Stein. 25 Werke von ihm verzeichnet Kürschners Deutscher Literaturkalender 1939.

Nachts

Einsam auf der Brücke stehen
Könnt‘ ich träumend nächtelang
Und das Mondlicht schimmern sehen
In den Baches Wellengang.

Mühlen rauschen fernen Schlages,
Wie ein Herz, das unbewegt.
Von dem lauten Lärm des Tages,
Schlummernd süß in Träumen schlägt.

Und des eignen Herzens Wogen
Rührt sich in der Stille kaum,
Mond kommt hold hineingezogen
Und vergoldet seinen Traum.

Heimat (Version 1)

So klein die Stadt, so wenig reich
Dein stilles Jugendglück,
Und dennoch zieht's dich sehnsuchtweich
Zur Heimat ganz zurück,
Und dennoch grüßt kein schmeichelnd Wort
So zärtlich dich und lind
Wie Heimatname, wie der Ort,
Wo du gespielt als Kind.

Geh hin zu deinen Toten!

Wenn dich die Welt versehrt und kränkt,
Der Liebe du entboten,
Geh hin, die Treu‘ dir einst geschenkt,
Geh hin zu deinen Toten.

Sie wissen, was hier keiner weiß,
Von deinem Leid und Wähnen,
Sie sehn dich an und flüstern leis
Und trocknen deine Tränen.

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