Erinnerungen an die Beisetzung des langjährigen Internatsleiters Dr. Wilhelm Ripke auf dem Bischofsteiner Bergfriedhof (1965)

Im Januar 1964 hatte Ripke Abschied von Bischofstein genommen. Hannover wurde sein neuer Wohnsitz. Von da aus besuchte er in den dreizehn Monaten, die ihm vor seinem unerwarteten Tod noch vergönnt waren, viele Bischofsteiner und unternahm ausgedehnte Reisen, die ihm nach den langen Jahren der unfreiwilligen Einsamkeit noch einmal Gelegenheit boten, die Welt zu sehen und das Leben zu genießen, das er so sehr liebte.

Im romantischen Eichsfeld (1924)

Ich stehe hier auf sonniger Bergeshalde und schaue hinab ins stille, verträumte Tal. Ringsum säumen es bewaldete Höhen und in ihm dehnt sich mein trautes Dörflein. Golden lacht die Sonne aus südlich blauem Himmel, die ersten Schmetterlinge wiegen sich im Äther und summende Bienen naschen an den wenigen Blumen, die uns der heurige Lenz bis jetzt schenkte. Hier und dort beleben fleißige Leutchen die Felder, alle beschäftigt, den Samen zu neuer gesegneter Ernte dem Boden anzuvertrauen.

In memorian: Lambert Rummel - Ein Nachruf aus der Mühlhäuser Warte (1962)

Am 7. Dezember 1961 verschied der Natur- und Heimatforscher Lambert Rummel im Alter von 84 Jahren. Die Ortsgruppe Lengenfeld unterm Stein des Deutschen Kulturbundes hat damit einen ihrer besten Mitarbeiter verloren.

Am 7. Juni 1877 wurde Lambert Rummel in Worbis geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Bäckerhandwerk. Sein Lebensweg brachte ihn über verschiedene Wohnstätten nach Lengenfeld unterm Stein, wo er als Bäckermeister seine zweite Heimat fand.

Beobachtungen bei der Zucht des braunen Buchenspinners (Aglia tau) (1934)

Unsere obereichsfeldische Landschaft hat unter der sie bewohnenden Tierwelt eine „Eigentümlichkeit“. Diese Eigentümlichkeit besteht darin, dass ein in ganz Deutschland vorkommender brauner Schmetterling, sich bei uns in eine mehr oder weniger schwarze Form umbildet. Allein schon das Bekanntsein und Vorkommen dieser Umbildung in unserer Landschaft, berechtigt uns, von einem Charaktertier des Eichsfeldes zu sprechen.

Eine eichsfeldische Schmetterlings-Abart (1956)

Der Buchenspinner oder auch der „Nagelfleck“ – so genannt wegen der nagelförmigen weißen Flecken in seinen vier blauen Flügelaugen – hat wegen dieser weißen Flecken, die auch dem griechischen Buchstaben t = tau gleichen, von Linne den faunistischen Namen Aglia tau erhalten. Sein allgemeines Verbreitungsgebiet ist das mittlere und nordöstliche Europa. Er fliegt von Mitte April bis Mitte Mai in fast allen Buchenwäldern Deutschlands. In seinem weiten Verbreitungsgebiet ist der Falter rotbraun (Abb. 1).

Vom Bleichen Knabenkraut (Orchis pallens) - Seine Ausbreitung in Nordwest-Thüringen bis zum Eichsfeld (1957)

1934 stellte ich im oberen Friedatal in der Umgebung von Lengenfeld u. Stein einen Standort mit ungefähr 20 blühenden Pflanzen des seltenen bleichen Knabenkrautes (Orchis pallens) fest. O. pallens kommt in seinem nur schmalen mitteldeutschen nordwärts gerichteten Ausbreitungswege zerstreut auf nur weit voneinander getrennten Standorten vor. O. pallens wächst demnach nur auf Stellen, wo es die gleichen Biotope (Umweltsbedingungen) findet. Dieselben sind aber bis heute botanisch-wissenschaftlich noch ungeklärt. 1935 fand ich ca.

Ökonomisch-wissenschaftliche Beobachtungen an den Gespinstmotten der Gattung Yponomeuta Latr. (1959)

In den letzten Jahren sind in Mitteldeutschland die Gespinstmotten durch ihre rapide Vermehrung zum Schädling Nr. 1 für unseren Obstbau geworden, besonders der Zwetschen, Pflaumen, Kirschen und Apfelbäume. In der Flugzeit Ende Juni-Anfang Juli dieser kleinen silbrig-weißen und schwarz punktierten Falterchen konnte man in diesen lauen Sommernächten massenhafte Flugschwärme beobachten, welche dünnem Schneegestöber glichen. Ihre Flugzeit ist nur im Jahr einmal, da die Gespinstmotten nur eine Generation erzeugen.

Etwas über die Marder (1956)

Der Edel- oder Baummarder (Mustela martes) und der Steinmarder (Mustela foina) sind bei uns seltene Tiere geworden. In meiner Jugend, die in die Zeit zwischen 1880 und 1890 fällt, waren beide Marderarten noch viel häufiger bei uns anzutreffen. Der Edelmarder ist dunkelbraun mit schwarzen Grannenhaaren und dottergelbem Kehlfleck. Er ist größer als der Steinmarder, welcher einen trübweißen Kehlfleck trägt. Sein Pelz ist heller und mit dunkelrötlichen Grannenhaaren durchsetzt (steinfarbig — Schutzfärbung).

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