Gedichte

Der Schmied von Effelder

Mit Regenschauern und Schloßen
Sank früh schon die Nacht herein,
Das Heulen des Sturms übertönte
Die Eulen am Alenstein.

Da ward es rege im Walde
Am Bischofstein vor dem Tor,
Es steigt über Graben und Mauer
Und Hammerschlag dröhnt an das Ohr:

Es hämmert der Schmied von Effelder
Mit der Sippe des Adam Hecht,
Mit sehnigen schwieligen Fäusten
Zerbricht er das Gattergeflecht.

Und lässt hinunter sich gleiten
Ins schaurige Burgverlies.
Die Kettenringe und Klose
Zerschlägt er wie Wegekies.

'S Rezapt

D’r Willm, dar pampt wee än Schornstäin,
un Katter fingt’s gaonitt gesuind.
Verninftiger mütte ha labe –
’S redt sich’n Schnüsten nach wuind.

’S steebert in Dokterbeechern,
dee schunn ehre Mutter gehatt;
do stett, was färr de Gesuindhäit
un was d’r Gesuindhäit schadt.

Mätt Iffer hett ees ne Masse
Rezapte zesammengeträun –
Dee hatten schunn manchem gehulfen
Bie Lawwer, Gedaamße un Mäun.

Wee'se nach drin worr

Ganz scheene bißning dr Weentertaog –
De Holzhäiwer häuwen im hingerschten Schlaog.
Vum Derf har dr Waagk – färr de Wieber zü wiet,
drim soppen se salber zur Mättaogsziet.
Mättaog, de Jungen! dr Steffel krehlt,
dar hitte dan Soppenmäister speelt.
Se län de Säunen un Boorten wack.
Was gitt’s ann hitte? Na, Arbsen mätt Spack.
Se hucken sich hänn un läffeln glich lös;
Sö’n Holzhäiwerhunger, de Liete, äß größ.
De Kille äh bässer äbberstett,
war`n warmen Läffel im Liebe hett.
Un wee’se geraode sö scheene – do stutzt

Wie ein Morgengebet

Kaum graut das erste Tageslicht
Über Berg und Tal,
Da gibt die erste Drossel schon
Zum Wecken das Signal.

Im Nu ist alles aufgewacht,
In Bäumen, Luft und Hecken
Singt alles, was da singen kann;
Es schallt aus allen Ecken.

Und vom Turm der Kirchen
Singt der Glockenklang
Mit Amsel, Star und Lerchen,
Ein Lied voll Lob und Dank.

Das ist ein fröhlich singen,
Ein jubeln und ein klingen,
Das wie ein Lob und Dankgebet
In den Morgenlüften schwebt.

Werr 'ne Weestung meh

Still stett s'ne aale Mülln
Beim Bach am Weesenpfad.
Daos Klappern ees verklungen,
still stett daos Müllnrad.

Kapütt sinn Deern un Fanster
Zerbrochen manches Fach;
Un de Raaben fleegen
Äbbers morsche Dach.

Nit lange wärds meh dürn,
Dann linn de Mürn üm
Un wille Derner wuchern
Uff dar Weestung rüm.

Un vun dar aaln Mülln,
Wärd baale nischt meh steh,
Un unger Dorngewucher
Lit werr'ne Weestung meh.

Wee än Moingebaat

Kaum schient daos ehrte Tagesleecht
Äbber Bargk un Tal,
Do gitt de ehrte Drossel schunn
Zum wecken daos Signal.

Im Nu ess alles uffgewacht,
In Bäimen, Luft un Hecken
Singt alles, waos gesinge kann,
Ess schallt üs allen Ecken.

Un vum Torm d'r Kärchen
Singt dar Glockenklang,
Mät Amschel, Schtar un Lerchen
Än Lied vull Lob un Donk.

Daos ess än frehlich singen,
Än jubeln un än Klingen,
Daos wee än Moingebaat
In daan Lüften schwaabt.

Verbi, verbi, verbi!

Über Hang und über Rain
Zieht ins Land der Frühling ein.
Leise sprießt die grüne Saat,
Veilchen blühn am Wiesenpfad.
Dem Winter singt die Meise
Ein fröhlich Abschiedslied.
Nach ihrer alten Weise klingst wie
Verbi, verbi, verbi!

Unterm Busch im braunen Laub,
Schneeglöckchen in den Frühling schaut.
Bienlein summt im Haselstrauch,
Nascht den ersten Blütenstaub.
Dem Winter singt die Meise
Ein fröhlich Abschiedslied.
Nach altbekannter Weise singt sie
Verbi, verbi, verbi!

Unse Hoberäit

Wiet un bräit - wann ä kläin,
Gitts wöhl käine Hoberäit,
De meh sö scheene gefällt
Wee unse d'rhäim.

Uff dar großen Kuppen

Im Holze uff äm Felsenhang,
Uff graun Stain stett enne Bank.
Un do het man enn wieten Blick,
Äbber än herrliches Äichsfaller Stick.
Geht met mich! es tit sich löhne,
Dann unse Äichsfald eß dach sö scheene.
De abber nit kunn, un d'rhäime mun bliebe,
Davun wull ich daos scheene Platzchen beschriebe:

Stürme des Lebens

Wenn der Welten Lebensstürme
Brausend um dich wehn;
Dann denke an dein Mütterlein,
Dann wirste feste stehn.

Und wenn die Stürme noch so wehn
Auf deinem Lebenspfad;
Tust du fest im Glauben stehn,
Wirst du niemals untergehn.

So hab ich mich stets aufgerüttelt,
Wenn's werden wollte Nacht,
Denn ein fester Heimatglaube
Bricht dem Sturm die Macht.

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