Gedichte

Stille Wallfahrt

An einem Sommergoldnen Tag,
Hin zum Kreuze Salvator -
Steig ich auf altersgrauen Pfad
Zum Hülfensberge waldempor.

Tiefer Frieden waltet hier
Auf heiliger Gipfelrunde,
Weckt die Andacht tief in mir
In stiller Wallfahrtsstunde.

Und wie so Vielen, die hier standen,
Auf dem Berge Sankt Geholfen,
Die den Seelenfrieden fanden,
So hat Gott auch mir geholfen.

Und tief beglückt steig ich wieder
Auf alten Pfaden heimwärts nieder.

Sterbender Herbst

Es hängen reife Früchte
An Sträuchern und am Baum
Und blauer Enzian blüht
Noch am Waldessaum.

Bunt leuchten alle Wälder
In Farbenpracht so reich,
Uns Spinngewebe glänzen
Wie Silberfäden gleich.

Über Höhn und Täler
Grauer Nebel zieht,
In des Sturmesbrausen
Mischt sich ein Sterbelied.

Es mahnt die Herbstzeitlose
Der Winter ist nicht weit;
Auch die letzte Rose
Neigt ihr Haupt bereits.

Sommerabend im Dorf

In westlicher Ferne die Sonne sinkt,
Über den Bergen der Abend schon winkt.
Reifende Felder und blühender Rain,
Leuchten im letzten Abendrotschein.
Blühende Blumen, an Wegen und Trift,
Schließen die Blumen und neigen sich
Im dämmrigen Licht.

'S Korn bleht2

Wee scheene biste, Summertagk -
Blau wölbt sich d'r Hämmel
Äbber d'r greenen Flur.
Liese stricht d'r Weend
Äbber's blehende Kornfald,
Un Bleetenstüib
Fleeht dräbber wack.
Kornblum'n, Rittersporn,
Klatschmohn d'zwischen,
Lichten im Junileecht.
Graosmicken, zwischen Halmen
Un Blum'n verstuckt,
Schmattern Lied uff Lied
In de sunnige Walt.

'S Korn bleht1

Blauer Hämmel - de Sunne lacht -
Es bleht daos Korn un vuller Pracht
Un dar Weend stricht Blehtenstüibschwer
Äbber daos wogende Halmenmeer.
Kornblum’n un ä Rittersporn,
Blehn bau im höchen Korn -
Un in dar Junisunnenglut,
Do licht d'r Mohn, sö röt wee Blut.
Un Grasmicken, verstuckt im blehenden Fald,
Schmattern ehr Lied in de sunnige Walt.

Rauhreif

Bedeckt sind Wiesen und Wälder
Vom Rauhreif und vom Eis
Es leuchten Berge und Felder
In silbern glänzenden Weiß.

Unter der Eislast sich neigen
Die Äste die Fichten die Tannen
Es glitzert an Nadeln und Zweigen
Als wie mit Diamanten behangen.

Es blinkt und strahlt wie Edelstein
Auch könnten es tausend von Sternlein sein.
Ich steh, und bestaune, und schaue die Pracht -
Schau - und bewundert Gottes Allmacht.

Pfingsttag

Gleißender Sonnenstrahl
Flimmert auf bunten Wiesen:
Silberne Bäche fließen
Durch das blühende Tal.

Drüben über dem See
Hängen Birken und träumen –
Rings, herab von den Bäumen
Fallen Blüten – wie Schnee.

Liegen verstreut im Sand;
Weiße zierliche Bräute...
Fernes Glockengeläute
Grüßt das festliche Land.

Lieblich dazu im Chor
Singt es von allen Zweigen,
Und zu der Sonne steigen
Lerchen jubelnd empor.

Ostern

Schwellende Baumknospen, sprießende Saaten,
Erste Frühlingsblumen und singende Vögel
Künden den einziehenden Frühling.
Aus diesem Schlafe ist die Natur erwacht
Und aus dem Dunkel der Winterzeit ist Licht geworden.

Feierliches Osterglockengeläut erfüllt Herz
Und Seele mit geweihtem Frohlocken.
Ein Sursum Corda durchweht die Lüfte.
Auferstehung!

Nebel im Winter

Über dem Tale
So dicht und so schwer
Wogen die Wellen
Im neblichen Meer.

Vom Nebel umschleiert
Verhüllt und verdeckt
Liegen die Fluren
Im Meere versteckt.

Die Gipfel der Berge
Im Wintergewand
Leuchten und schimmern
Aufs neblige Land.

Und meerumschlungen
Im schneeweißen Flor
Ragen die Kuppen
Wie Inseln empor.

Meine Heimat

Wo am grünen Kirchbergshang
Die kleinen Häuser träumen,
Und alte Höfe blink und blank
Gass und Straße säumen,
Und wo die Wellen rauschen
An kühlem Bache Strand,
Da ist meine Heimat -
Im schönen Eichsfeldland.

Inhalt abgleichen