Gedichte

Domols

Wee woor’s in d’r Keendhäit scheene,
wee me barbst derch de Gainte luff;
’ne Weesen, dee worr nit nur greene:
d’r Glanz d’r Jugend laog druff.

Mee hotte annere Äuben,
de Walt worr annerte größ;
me worr zwischen Mannern un Fräuben
an Zwarg unger Riesen blöß.

D’r Ieber, an dam me speelten,
’n Brocken staalte dar veer;
d’r Bach un än Timpel zeehlten
als Strom un schümendes Meer.

Das Blümlein Heimatliebe (2)

Auf Bergen und in Gründen,
im Feld, im Wald, am Rain,
kannst du dies Blümlein finden
im Heimatsonnenschein.
Und hast du es gefunden,
pflück dir davon ein’n Strauß
und stell ihn fest gebunden
an den schönsten Platz – zu Haus.

Heinrich Richwien

Das Blümlein Heimatliebe (1)

Ich kenn ein liebes Blümelein
Das blüht zu jeder Zeit.
Im Sommer wie im Winter,
Es immer blühend bleibt.

Ich kenn ein liebes Blümelein
Das blüht an jedem Ort.
Am schönsten aber blüht es dort,
In Deinem Heimatort.

Wenn Du es willst verlassen,
Und Abschied nehmen mußt;
Dann blüht es glühend heiß,
In Deiner wehen Brust.

Bist Du krank an Heimweh,
Wirst’s Dir erst wieder leicht;
Wenn’s Blümlein Heimatliebe,
Dir den Heimweg zeigt.

Bischofstein (Gedicht, Wolfgang Trappe)

Im eichsfeldischen Süden
mit Schönheit reich beschieden
stand einst die Burg zum Stein,

in der nach der Legende
von Liebe ohne Ende
die Treue war daheim.

Nahe verblieb’ner Reste
des Mainzer Bischofs Feste
entstand Schloss Bischofstein,

wohin jetzt ohne Schranken
frei ziehen die Gedanken
und Heimat lädt uns ein.

Die Hagemühle (nach einer Sage)

Es schimmert der Frieda silbernes Band
Im saftigen, blühenden Wiesenland.
Es klappert im sonnigen Frühlingstag
Dort unten am Bache die Mühle im Hag.

Und oben an steiniger Felsenwand
Vom Stein die Linde grüßt weitab ins Land.
Am Uhlenstein droben im trutzigen Forst
Wohl mancher vor Alter die Rinde borst.

Manch Wetter bricht dort sich in Sturmesnacht;
Es zucken dir Blitze, im Geäste es kracht.
Da stehen die alten Geister dort auf,
Beschwören seltsame Bilder herauf.

Der Segen des Hülfenberges ...

Seit vielen hundert Jahren
Zum Kreuze Salvator
Zogen Pilgerscharen
Den Hülfensberg empor.

Fern vom Weltenlärm geschieden,
Von tiefer Stille rings umweht,
Liegt auf dem Berge tiefer Frieden,
Der empor die Herzen hebt.

Wie viele Menschen haben wohl
Sich hier an Gott gewendet?
Und wie viel Segen hat wohl schon
Der Hülfensberg gespendet?

Kein Chronist hat es geschrieben,
Wie viele auf den Berg gestiegen,
Die ihr Leid in stillen Tagen
Ganz allein hinauf getragen.

Die vergessene Quelle

Am Rande des Hansteins, nur wenig bekannt,
entspringt eine Quelle, unten am Hang.
Das sprudelnde Wasser, hell und klar,
in vergangenen Zeiten schon Heilquelle war.

Seit uralten Zeiten fließt die Quelle am Hang,
noch hat sie die Stadt zum Steine gekannt.
Sah Geschlechter kommen und wieder vergeh’n,
und im Wechsel der Zeiten das Dorf ersteh’n.

Komm mit mir Geselle ...

Komm mit mir Geselle, woll’n wandern wir zu zwein
Bei sommerlich glühendem Sonnenschein.
Doch folge nicht müde, sag nicht, s’ ist zu warm,
So bleibst Du der schönsten Erkenntnisse arm.
Sei auch nicht wie andre auf den Mond schon erpicht,
Wir kennen ja die Erde, unsere Heimat noch nicht!
Will zeigen Dir Wunder, natürlich gescheh’n,
Wie solche, die suchende Menschen nur sehn.
Woll’n wandern durch Felder, durch Wälder, auf Höh’n,
Um oben zu jauchzen „Die Heimat ist schön!“

Lambert Rummel

Ein Gruß dem Hülfensberg

Du Perle im Eichslelder Land,
Du stolzer Berg auf steiler Höh’!
Wie vielen bist du doch bekannt,
Wie freu’ ich mich, wenn ich dich wiederseh’!

Dein Kirchlein luget aus dem Grünen,
Und grüßt der Werra gold’ne Au’!,
Die Glocken Gottes Allmacht rühmen
Und jubeln laut im weiten Gau!

Das Kreuz auf steiler Felsenwand
Es zeugt von stolzer Väter Taten.
Schaut weit ins schöne Eichsfeldland,
Grüßt Heimatwälder, Heimatsaaten.

D’ Schnapsprobe

In ännen Derf wied hingerm Hessen,
D’n Namen, daen hae ich vergaessen,
Do hätt gesoffen olt un jung.
D’ Laebber, die worr immer driege,
S’ kunnten nit genung gekriege,
Un Hab und Gud gung därch d’n Schlang.

Fastlobet, wänn d‘ Winne susen,
Kom stets d’r Schnapsmann us Nordhusen
Met ännem Probefaeßchen an.
Do häts gelutt färr d’ Gemeine,
Un alles, was mant hotte Beine,
Das rickte uff d‘n Anger dann.

Inhalt abgleichen