Der Hülfensberg (1925)

Solang‘ der Hülfensberg geehrt,
solang‘ zu ihm die Pilger zieh'n.
Solange wird des Eichsfelds Kraft,
sein Ruhm, sein Stolz, sein Glaube blüh‘n.

Dr. Iseke

Mit diesen Worten beschließt der Dichter des Eichsfeldes sein Gedicht – über unsere alte Wallfahrtsstätte, den Hülfensberg, das Wahrzeichen unserer schönen Heimat, unseres Glaubens, unserer völkischen Eigenart und Zusammengehörigkeit.

Wie die heidnischen Gebräuche unserer Vorfahren durch entsprechende christliche verdrängt wurden, und so das Volk in den Geist der Kirche eingeführt wurde (1930)

„Sehr amüsant!“, entgegnete ich Frau Martha, der ich das Wegegeleit von W. nach G. geben durfte. „Warum finden Sie das so höchst komisch?“, erwiderte die scheinbar in ihrer Ehre verletzte Frau. Haben Sie noch nie in Erfahrung gebracht, dass Schafe zur Rechten Unglück bedeuten?“ Kaum gesagt, war sie in eiligen Schritten um die Herde herumstolziert und freudetrunken rang es sich von Ihren Lippen: „So, nun bin ich gewiss, dass Schafe zur Linken – tun Freude winken!“ –

Die Schicksale des Äbtissinnenstuhles aus dem vormaligen Kloster Zella (1934)

Im Halbdunkel der unteren Empore, des sog. Mannhauses der Struther Pfarrkirche, leicht an die schadhafte westliche Turmwand gelehnt, fristet der alte Äbtissinnenstuhl aus Zella ein wenig beachtliches Dasein. Einsam und verlassen steht er wochentags da. Niemand sucht hier Platz, weil die hohe wuchtige Brüstung den Blick zum Altar verwehrt. Nur des Sonntags öffnet sich knarrend die kleine Tür, um ernste Männer einzulassen. Ein gütiges Geschick bewahrte den Chorstuhl vor der Vernichtung.

Die vier Jahreszeiten auf dem Eichsfelde (1930)

Wechselgesang nach bekannter Melodie.

Erster Chor
(ernst und gemessen)

1.

Im Frühling ist’s auf dem Eichsfeld so herrlich, so schön,
wenn die Felder grünen und die Wiesen blühen,
und die Kraniche hell klingend nordwärts ziehen,
ist’s auf dem Eichsfeld so herrlich, so schön.

Im südwest-eichsfeldischen Geschichts- und Sagengebiet (1928)

Es ist 5 Uhr morgens. Ein arbeitsreicher Augusttag ist angebrochen. Noch herrscht tiefe Stille im Dorfe Bickenriede, nur hier und da steigen einzelne, dünne Rauchwolken aus den Schornsteinen der Bauerngehöfte und in der Küche dreht die stämmige Bäuerin die rasselnde Kaffeemühle. Draußen vor meinem Zimmer ertönt die Glocke eines Fahrrades. Freund Hugo, der jetzt seine Ferien hier verlebt, hat sich pünktlich eingestellt.

Herbstwanderung in das Tal der Frieda (1933)

Ein wunderbarer Herbsttag. Mit letzter Kraft sendet noch einmal die Sonne ihre Strahlen auf die Mutter Erde und überflutet sie mit gleißendem Gold. Mich hält es nicht mehr im engen Zimmer – ich muss hinaus in die Natur, um den Sterbeprozess, der draußen vorgeht, zu schauen. Rasch habe ich mir ein Ziel gesteckt – das lauschige Friedatal mit dem in süßer Heimlichkeit verborgenen, sagenumwobenen Kloster Zella will ich in Herbstespracht bewundern.

Von dem ehemals blühenden Fuhrmannsgewerbe auf dem Eichsfelde (1939)

Zwischen den beiden aufragenden Gebirgen des Harzes und des Thüringer Waldes liegt das Eichsfeld eingebettet, jenes anmutige Hügelland, das leider immer noch zu wenig bekannt ist. Seit uralter Zeit schneiden sich in diesem Landstrich zwei wichtige Handelswege: Die eine Verkehrsstraße läuft von West nach Ost, es ist die „Rheinstraße“, die von Köln – Kassel kommend nach Nordhausen, Halle, Leipzig und Berlin weitergeht.

Kloster Zella und die Gemeinde Effelder nach der Säkularisation (1938)

Im stillen Waldgrund, beschirmt und behütet von hohen Bergen, wo am Sommermorgen die Sonnenstrahlen mit den munteren, silberklaren Wellen des Friedabächleins spielen, das saftige Grün taufrischer Wiesen und Blumen und Blüten einen prächtigen Farbenschmelz auslösen und das helle Zwitschern der gefiederten Sänger in herrlicher Harmonie den zarten Hauch des Friedens vervollkommnen, da liegt, dem Weltgetümmel entrückt, das altehrwürdige Kloster Zella.

Aus der Vergangenheit des Höhendorfes Struth - mit Beiträgen aus dem Struther Pfarrarchiv (1936)

Die Geschichte des obereichsfeldischen Höhendorfes Struth ist sehr wechselreich. In den Jahren um 1800 war die Gemeinde Struth durch das Gewerbe der Raschmacherei in blühendem Zustande; man vernachlässigte aber dadurch das viel sichere und dauernde Erwerbsmittel, den Ackerbau, fast vollständig. Darin lag ein großer Fehler, dessen Nachteile und Wirkungen erst in späterer Zeit zur Erkenntnis kamen.

St.-Annawallfahrt einst und heute (1934)

Mit Beiträgen aus der Gatzemeyer‘schen Ortschronik von Struth, bearbeitet von Vinzenz Hoppe (Struth)

Droben stand einst die Kapelle,
lugte still ins Friedatal ...

Inhalt abgleichen