Die Jagd auf den „schwarzen Josef“

Döringsdorf, 9. Dezember 1927

Auf den Spuren alter Wallburgen im Südeichsfeld

Wer durch die Berge und Täler am Südrande des Eichsfeldes wandert und die Eigenart dieser schönen Landschaft auf sich wirken lässt, wird reich belohnt. In den durch Erosion ausgeweiteten, idyllischen Tälern der Frieda, Lutter und Rosoppe hat jeder Weg seine Reize und seine Besonderheiten.

Familiennamen im südlichen Eichsfeld

Wenn wir die handschriftlich geschriebenen Namen der alten Geschlechter in den alten Familiennamen sind vielfach aus den Berufen abgeleitet. Einige sind aus landschaftlicher Sicht (Ort, Flur) entstanden. Die Heiligennamen kommen vereinzelt vor. Bei den Vornamen überwiegen die Heiligennamen. Kirchliche Weisungen, Heiligennamen zu gebrauchen, gibt es erst seit der Kirchenspaltung. Im Dreißigjährigen Krieg sind viele Familien erloschen. Die Pest hat gewaltige Opfer gefordert (1625, 1682).

Der Schrannfelsen bei Kloster Zella - Ein geologisch-botanischer Ausflug

Wenn wir auf der Straße Geismar – Eigenrieden – Mühlhausen den Ort Lengenfeld u. Stein hinter uns gelassen haben, erblicken wir links in der Richtung Kloster Zella eine Felsmasse in Form eines stumpfen Dreiecks, die sich als helles, gelbes Gestein von dem umrahmenden dunklen Hochwald auffällig abhebt. Das ist der Schrannfelfen bei Kloster Zella, kurz auch die „Schranne“ genannt.

Die blühende Klosterschranne

Der kahle Stumpfkegel der Klosterschranne ist für den Naturfreund keineswegs so uninteressant, wie er sich aus dem Lengenfelder Tal erhebt.

Die Eibe auf der Schranne

Sie gehört zu den ältesten Eiben unserer Heimat und steht auf historisch sehr interessanter Stelle. In der Wanfrieder Chronik von Strauß lesen wir: „Wanfried lag auf der Grenze des thüringischen Gaues Germaramark und des thüringischen Westergaues. Gericht und Malstätte befanden sich im Bilstale unterhalb der Burg Stein bei Lengenfeld unterm Stein. Es waren jährlich vier Gerichtstage.“

Warum heißt das Tal „Bilstal“?

Morgenandacht auf der Klosterschranne

Lengenfeld unterm Stein, den 5. Mai 1934

Heinrich Struthmann (1852 – 1937) Eichsfelder Fotograf und Tischler

Seinen 85. Geburtstag feiert am heutigen Mittwoch der Photograph Heinrich Struthmann.

Man müsste den geistig immer noch jugendlichen Greis selbst über sein langes Leben hören. Das würde ein köstliches Stündchen. Wer öfter mit Struthmann zusammengetroffen ist und ihn an Vereinsabenden beobachtet bat, bedauert, dass die Erinnerungen dieses Mannes mit seinem bewundernswerten Gedächtnis nicht niedergeschrieben worden sind. Und man hofft, noch manches nachholen zu können.

An den Ufern des Dorfteiches

Dorfteich und Karpfen erwecken, wenn man sie im Herbst nennen hört, immer die gleiche Vorstellung. Man denkt an das Abfischen und einen gedeckten Tisch mit feiner Tunke und geriebenem Meerrettich. Vielleicht eilen die Gedanken schon bis zu Silvester voraus. Aber wir wollen keine Schlemmer sein, die immer zuerst von gutem Esten reden.

Am frühesten Morgen geht‘s hinaus - Die alte Sitte des Maisprungs hat sich im Eichsfeld erhalten

Eine althergebrachte Sitte auf dem Eichsfeld ist der sogenannte „Maisprung“, eine Wanderung in den frühesten Morgenstunden des 1. Mai.

In Heiligenstadt zum Beispiel sind Iberg, Dün, Elisaebthöhe und Maienwand Ziel dieser Wanderung.

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