Sie wusste die Schönheit des Eichsfeldes zu schätzen (Beate Bonus zum Gedächtnis)

Am 22. Januar 1954 starb in Kloster Zella Frau Beate Bonus im Alter von 89 Jahren. Sie war die Witwe des bekannten Religionsphilosophen und bedeutenden Kenners des isländischen Schrifttums Arthur Bonus, geboren am 21. 1. 1864 in Neu-Prussy, gestorben am 9. April 1941 in Lengenfeld unterm Stein. 25 Werke von ihm verzeichnet Kürschners Deutscher Literaturkalender 1939.

Nachts

Einsam auf der Brücke stehen
Könnt‘ ich träumend nächtelang
Und das Mondlicht schimmern sehen
In den Baches Wellengang.

Mühlen rauschen fernen Schlages,
Wie ein Herz, das unbewegt.
Von dem lauten Lärm des Tages,
Schlummernd süß in Träumen schlägt.

Und des eignen Herzens Wogen
Rührt sich in der Stille kaum,
Mond kommt hold hineingezogen
Und vergoldet seinen Traum.

Heimat (Version 1)

So klein die Stadt, so wenig reich
Dein stilles Jugendglück,
Und dennoch zieht's dich sehnsuchtweich
Zur Heimat ganz zurück,
Und dennoch grüßt kein schmeichelnd Wort
So zärtlich dich und lind
Wie Heimatname, wie der Ort,
Wo du gespielt als Kind.

Geh hin zu deinen Toten!

Wenn dich die Welt versehrt und kränkt,
Der Liebe du entboten,
Geh hin, die Treu‘ dir einst geschenkt,
Geh hin zu deinen Toten.

Sie wissen, was hier keiner weiß,
Von deinem Leid und Wähnen,
Sie sehn dich an und flüstern leis
Und trocknen deine Tränen.

Alte Zeitungsmeldungen mit Bezug zu Lengenfeld unterm Stein

Vorbemerkung:

Die nachfolgende Auflistung präsentiert verstreute Meldungen, die einen Bezug zu Lengenfeld unterm Stein aufweisen, und bei Durchsicht älteren Zeitungen und Zeitschriften eher zufällig entdeckt wurden. Folglich stehen die Kurztexte und Meldungen in keinem thematischen Zusammenhang. Wann immer neue Texte dieser Art gefunden werden, kann diese Reihe fortgesetzt werden.

Oliver Krebs
Ortschronist von Lengenfeld unterm Stein (im Januar 2019)

Reise von * * * nach Mariä Hülf auf dem Eichsfeld

Aus diesem Briefe, der von einem Frauenzimmer voll Geist an einen ihrer Freunde wirklich geschrieben worden, hat man kürzlich mit Vergnügen, in Herrn Prof. Schlözers Briefwechsel (18 Heft. S. 362 – 369) einen Auszug gelesen. So viel Angenehmes auch dort noch übrig geblieben, und so lehrreich und unterhaltend das Hinzugesetzte ist; so werden doch gewis unsere Leser uns Dank für die Mittheilung des ganzen Briefes wissen, wozu wir die Erlaubnis der vortreflichen Verfasserin erhalten haben.

Am alten „Stuffenberg“

Am „ Heiligenberg“ befindet sich ein Abhang unterm Rollsberg, der sich bis ins Gretchen erstreckt. Hier ist Grund und Boden aus fränkischer Zeit. Der Heiligenberg gehört zur ehemaligen Dotation der Kirche. Die Einkünfte des alten Kirchenlandes (Pachtland) flossen dem Pfarrherrn zu. Im Gebiet des Heiligenberg und Rollsberg hat man den Weiler „Luceyshusen“ („villa Luceyfshusen“, Luceyfshus) vermutet. 1328 besitzt der Erzbischof von Mainz an dieser Stelle 2 Hufen Land (dua allodia).

Wanderung durch die Herbstschönheiten des Südeichsfeldes

Verschwunden ist die reiche Blumenpracht des Sommers. An seine Stelle ist das Leuchten in vielfachen Farben der reifen Hagebutten, Ebereschen, Holunder und Vogelbeeren getreten. Nur längs des Weges, den wir aufwärts wandern, grüßen uns die letzten hellblauen Blüten des Wegwarts und die dunkelblauen Blumen des Herbstenzians. Gleich einem silbergrauen Schleier lagern sich über die Raine die sich tausendfach windenden Zweige des Teufelszwirns, durch die blaubereifte Schlehen lugen.

Schutz der Hecken und Raine

Trotz des politischen Verbotes greift die Unsitte des Abbrennens der Raine, Böschungen und dürren Grasflächen von Jahr zu Jahr immer mehr um sich. Wie traurig sieht so ein Rain noch den ganzen Sommer hindurch aus mit seinen halb verkohlten Schwarzdornbüschen und Heckenrosen! – Landwirte! Ihr klagt jedes Jahr über Mäuseplage und Schneckenfraß. – Habt ihr denn schon mal so einen abgebrannten Rain untersucht? Dort findet ihr die toten Igel, die ausgesprochenen Vertilger der Mäuse und Schnecken, verbrannt.

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