Kloster Zella und die Gemeinde Effelder nach der Säkularisation (1938)

Im stillen Waldgrund, beschirmt und behütet von hohen Bergen, wo am Sommermorgen die Sonnenstrahlen mit den munteren, silberklaren Wellen des Friedabächleins spielen, das saftige Grün taufrischer Wiesen und Blumen und Blüten einen prächtigen Farbenschmelz auslösen und das helle Zwitschern der gefiederten Sänger in herrlicher Harmonie den zarten Hauch des Friedens vervollkommnen, da liegt, dem Weltgetümmel entrückt, das altehrwürdige Kloster Zella.

Aus der Vergangenheit des Höhendorfes Struth - mit Beiträgen aus dem Struther Pfarrarchiv (1936)

Die Geschichte des obereichsfeldischen Höhendorfes Struth ist sehr wechselreich. In den Jahren um 1800 war die Gemeinde Struth durch das Gewerbe der Raschmacherei in blühendem Zustande; man vernachlässigte aber dadurch das viel sichere und dauernde Erwerbsmittel, den Ackerbau, fast vollständig. Darin lag ein großer Fehler, dessen Nachteile und Wirkungen erst in späterer Zeit zur Erkenntnis kamen.

St.-Annawallfahrt einst und heute (1934)

Mit Beiträgen aus der Gatzemeyer‘schen Ortschronik von Struth, bearbeitet von Vinzenz Hoppe (Struth)

Droben stand einst die Kapelle,
lugte still ins Friedatal ...

Eisenbahnen, Land- und Wasserstraßen des Kreises Mühlhausen (1879)

In den Verhältnissen der Verkehrsstraßen ist in der neuesten Zeit eine wesentliche Veränderung zunächst dadurch eingetreten, daß der Kreis durch Erbauung der Gotha-Leinefelder Eisenbahn, welche die Thüringische Hauptbahn mit der Halle – Casseler Eisenbahn in Verbindung bringt, dem Eisenbahn-Netz einverleibt worden.

Als Brüderchen und Schwesterchen über die Grenze gingen

Da waren einmal ein paar Kinder gewesen, ein Brüderchen und ein Schwesterchen. Ihr Vater war im Krieg gefallen, und die Mutter musste den baufälligen Schuppen reparieren lassen. Da es im Osten keine Nägel gab, schickte sie die Kinder schweren Herzens über die Grenze zum Einkaufen. Sie selbst konnte nicht, denn sie hatte ja noch den Pflegebedürftigen Vater im Haus, den sie nicht allein lassen konnte.

Frische Eier packte sie ihnen ein, etliche Paar selbst gestrickte Socken und ein geschlachtetes Huhn.

Hülfensberg, am 23. Mai 1864 (Gedicht)

Auf Eichsfelder! laßt uns eilen
Nach des Hülfensberges Höhn.
Andachtsvoll daselbst verweilen.
Um die Hülfe Gottes fleh‘n.
Auf dem Berg‘, der offenbar
Uns von jeher heilig war.

Noch als vor elfhundert Jahren
Wir in Deutschland rings herum
Allesammt befangen waren
Von dem blinden Heidenthum,
Bracht‘ sankt Bonifacius
Uns hierher den Friedensgruß.

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht - Aus Eichsfelds trüben Tagen zur Zeit des 7-Jährigen Krieges

Für den Schulgebrauch geeignet von H. Röhrig

Hundert Jahre waren seit dem schrecklichsten aller Kriege, dem 30-Jährigen, dahingegangen. Durch zähen Fleiß und äußerste Sparsamkeit hatten sich unsere Väter wieder zu ansteigendem Wohlstand emporgeschwungen.

Der Totenbaum unserer Vorfahren (1936)

Der aufmerksame Naturfreund, der gern an den Muschelkalkfelsen unserer schönen Heimatberge emporklettert oder die schmalen Wege auf Steilkanten dahinwandert, begegnet hin und wieder auch einem Baum, mehr Strauch, von düsterem, verkrüppeltem Aussehen, den unsere Vorfahren den „Totenbaum" zu nennen pflegten. Es ist die Eide, taxus baccata.

Die Eiben des Küllstedter Grundes (1936)

Heimatkundliche Beobachtungen mit meinen Schulkindern

Professor Franz Neureuter (1874 – 1936)

In den Reihen der eichsfeldischen Toten des vergangenen Jahres befindet sich auch ein Mann, den viele, die ihm im Leben begegneten, ein unvergessliches Andenken bewahren werden. Am 16. Juni, morgens 8 Uhr, verstarb Prof. Franz Neureuter an den Folgen einer schweren Erkrankung im 62. Lebensjahre. Wie er es im Leben gewohnt war, nie viel Aufsehens von sich zu machen, so ging er auch von uns. Den zahlreichen Freunden, Verehrern und Schülern kam die Nachricht von seinem Ableben ganz unerwartet.

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