Die gefallenen und vermissten Soldaten der Gemeinde Lengenfeld unterm Stein im Zweiten Weltkrieg (1939 - 1945)

1.     Bauer, Arthur                     -  Schütze - ledig                                       

Lengenfeld unterm Stein am Ende des II. Weltkrieges (finale Version, 1995)

Das Bild von den Zuständen in Lengenfeld unterm Stein während der letzten Tage des II. Weltkrieges und kurz danach wird im Wesentlichen kaum anders ausgesehen haben als sonst irgendwo auf dem Eichsfelde. Auf allen Gebieten der Wirtschaft war das Letzte für eine aussichtslos gewordene Kriegsführung herausgepresst worden. Die Landwirtschaft, die Industrie, der Handel, der Verkehr, das Handwerk, die Verwaltung und die menschliche Arbeitskraft hatten die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur erreicht, sondern längst überschritten.

Das Kreuz auf dem Faulunger Stein (1992)

Ein langgehegter Wunsch unseres Pfarrers Ernst Witzel (1978 bis 1992 in Lengenfeld unterm Stein), ein hohes Kreuz als sichtbares Zeichen eines starken und unerschütterlichen christlichen Glaubens der Bewohner des Friedatales im Obereichsfeld zu errichten, ist endlich in Erfüllung gegangen. So wurde in der letzten Woche des Monats Mai ein acht Meter hohes Eichenkreuz, das von der Firma Josef Busse in Lengenfeld unterm Stein gezimmert worden war, auf der Westseite des „Faulunger Steins” (450 m NN, 1900 m OSO von Lengenfeld unterm Stein) errichtet.

Verstreute Zeitungsmeldungen zur Lengenfelder Kirmes (1894 - 1925)

Lengenfeld, 1894

Wegen dem Tode meines Mannes will ich ein in sehr gutem Zustande erhaltenes, mit schöner Decoration versehenes

Caroussel

mit großer Orgel, welche 15 sichtbare Zauberflöten enthält, sowie 3 Stück dazugehörige Wagen und 2 Pferde sofort verkaufen.

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Georg Beck Wittwe,
Lengenfeld unterm Stein (Eichsfeld)

(Quelle: Der Komet, 1894)

Der eichsfeldische Landbewohner und seine Grußform

Der eichsfeldische Landbewohner war früher — und der alteingesessene ist es noch heute, — einfach, schlicht in seinen Sitten und Gebräuchen, sowie in all seinem Tun und Lassen. Dies zeigt sich auch besonders in der Grußform. Schöne Worte und Phrasen find ihm verhaßt; am liebsten spricht er „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“. Für Knix und Bückling fehlt ihm der Kautschukrücken und deshalb gebraucht er auch „hohen Herren“ gegenüber seine alte Grußsitte.

Walter Rassow: Beschreibende Darstellung des Dorfes Lengenfeld (1909)

Großes katholisches Pfarrkirchdorf mit 1295 Einwohnern, liegt 18,5 km südlich von Heiligenstadt, am Fuße des Burgberges des Bischofssteins, an dem Bache Frieda. 897 erlaubt Kaiser Arnulf, daß Graf Konrad dem Kloster Fulda tauschweise das Reichsgut in Lengenfelt im Gau Eichesfelden in der Grafschaft Ottos übergeben darf. Das Dorf gehörte in geistlicher Hinsicht zum Banne Ers­hausen, in weltlicher zum Burgamte Bischofsstein.

Einiges zur Lengenfelder Kirmes (1925)

Allmählich verglühen die letzten Kohlen in den Backöfen. Die Bäcker atmen auf. Hier, wo das Leben flutete, nun gähnende Leere. Im Dorfe ist nun auch die Parole: Besen in Ruh.

Viel verheißend für unsere Kleinen steht in der Backsgasse in majestätischer Ruhe „Wolfs Pracht-Doppelkarussell“. Dort  warten unter verhängter Plane Kirmesfreuden. Daneben ragt der buntbewipfelte Angerbaum.

Eine Kirmesfeier nach altem Brauch (1925)

Mit der Beendigung des unseligen Krieges glaubte man schon, aller Humor sei geschwunden, und alle Sitten und Gebräuche aus Väter Zeiten würden nie wieder rechte Lebenskraft erhalten. Das ist nicht so. In den Spinnstubenabenden hört man wieder harmlose alte Scherze und Lieder, und manches Jugenderlebnis wird aus versteckten Winkeln herausgekramt. Besonders sind es unsere Kirmesfeiern, die die alte Gemütlichkeit wieder aufkommen lassen. Diese Zeilen sollen in kurzen Umrissen den Verlauf einer Kirmesfeier schildern.

Ein unbesungener Held - Eichsfelds großer Kulturkampfpater Marzellus (1925)

Die nachfolgende Skizze bildet die Fortsetzung zu dem bereits erschienenen Artikel unter gleicher Überschrift. Ich habe Eichsfelds Gaue von Nord nach Süd durchstreift und mir Kunde geholt von den noch immer im Gedächtnis des Eichsfelder Volkes wach gebliebenen Erinnerungen an den Heldenpater. Besonderer Dank verpflichtet mich dem an Jahren so reich gesegneten Frl. E. K. aus D., der neunzigjährigen, noch jugendlichen Dame, die in den Kulturkampfjahren oft mit Pater Marzellus auf dem Keudelstein zusammen war.

Die „Kanonenbahn“ als lebenswichtige Verkehrsader (1941)

Sie führt durch landschaftlich sehr schöne Gebiete des Eichsfeldes

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