Die Kriegsteilnehmer Effelders am Freiheits-Feldzuge 1813 (1939)

Effelder wurde mit dem Eichsfelde 1802 preußisch, aber schon 1806 westfälisch. In der preußischen Zeit mögen wohl einige Effeldersche den preußischen Soldatenrock getragen haben, jedoch bekannt ist davon nichts. Von denen jedoch, die als westfälische Soldaten von Effelder im Heere Napoleons am Zuge nach Russland teilnahmen, sind noch einige Beweise, wenn auch spärlich, auf uns gekommen. Es sind folgende:

Der Mauerpfefferkranz an den Giebeln der eichsfeldischen Höhen-Dörfer und anderes Brauchtum um den Johannistag (1940)

Um Johanni leuchten unter den Häusergiebeln in den Dörfern des oberen Eichsfeldes gelbgrüne Kränze hervor. Betrachten wir uns diese eigenartigen Kränze genauer, so stellen wir fest, dass sie aus blühendem Mauerpfeffer gewunden sind. Wir haben es hier mit einem uralten Brauch zu tun, der im Hessischen noch weiterverbreitet und höchstwahrscheinlich ein Überbleibsel aus dem Brauchtum der Sommersonnenwende ist. Man glaubt heute noch, dass die Häuser, an denen ein Johanniskranz hängt, vor Blitzschlag bewahrt werden.

Zur Einweihung der neuen Kirchenorgel in Struth (1933)

Der morgige Sonntag bedeutet für unsere Gemeinde einen Freudentag. In einem besonderen Festakt wird nachmittags um 3 Uhr die neue Orgel eingeweiht. Durch die große Opferfreudigkeit unserer Bevölkerung ist es gelungen, dieses prachtvolle Orgelwerk zu beschaffen. Aus kleinen und kleinsten Quellen flossen die Gaben, bis eine namhafte Summe den Kirchenvorstand ermutigte, die Beschaffung der neuen Orgel in die Wege zu leiten. Das alte Werk wurde am 16. Juni d. J. abgebrochen.

Der Hülfensberg (1925)

Solang‘ der Hülfensberg geehrt,
solang‘ zu ihm die Pilger zieh'n.
Solange wird des Eichsfelds Kraft,
sein Ruhm, sein Stolz, sein Glaube blüh‘n.

Dr. Iseke

Mit diesen Worten beschließt der Dichter des Eichsfeldes sein Gedicht – über unsere alte Wallfahrtsstätte, den Hülfensberg, das Wahrzeichen unserer schönen Heimat, unseres Glaubens, unserer völkischen Eigenart und Zusammengehörigkeit.

Wie die heidnischen Gebräuche unserer Vorfahren durch entsprechende christliche verdrängt wurden, und so das Volk in den Geist der Kirche eingeführt wurde (1930)

„Sehr amüsant!“, entgegnete ich Frau Martha, der ich das Wegegeleit von W. nach G. geben durfte. „Warum finden Sie das so höchst komisch?“, erwiderte die scheinbar in ihrer Ehre verletzte Frau. Haben Sie noch nie in Erfahrung gebracht, dass Schafe zur Rechten Unglück bedeuten?“ Kaum gesagt, war sie in eiligen Schritten um die Herde herumstolziert und freudetrunken rang es sich von Ihren Lippen: „So, nun bin ich gewiss, dass Schafe zur Linken – tun Freude winken!“ –

Die Schicksale des Äbtissinnenstuhles aus dem vormaligen Kloster Zella (1934)

Im Halbdunkel der unteren Empore, des sog. Mannhauses der Struther Pfarrkirche, leicht an die schadhafte westliche Turmwand gelehnt, fristet der alte Äbtissinnenstuhl aus Zella ein wenig beachtliches Dasein. Einsam und verlassen steht er wochentags da. Niemand sucht hier Platz, weil die hohe wuchtige Brüstung den Blick zum Altar verwehrt. Nur des Sonntags öffnet sich knarrend die kleine Tür, um ernste Männer einzulassen. Ein gütiges Geschick bewahrte den Chorstuhl vor der Vernichtung.

Die vier Jahreszeiten auf dem Eichsfelde (1930)

Wechselgesang nach bekannter Melodie.

Erster Chor
(ernst und gemessen)

1.

Im Frühling ist’s auf dem Eichsfeld so herrlich, so schön,
wenn die Felder grünen und die Wiesen blühen,
und die Kraniche hell klingend nordwärts ziehen,
ist’s auf dem Eichsfeld so herrlich, so schön.

Im südwest-eichsfeldischen Geschichts- und Sagengebiet (1928)

Es ist 5 Uhr morgens. Ein arbeitsreicher Augusttag ist angebrochen. Noch herrscht tiefe Stille im Dorfe Bickenriede, nur hier und da steigen einzelne, dünne Rauchwolken aus den Schornsteinen der Bauerngehöfte und in der Küche dreht die stämmige Bäuerin die rasselnde Kaffeemühle. Draußen vor meinem Zimmer ertönt die Glocke eines Fahrrades. Freund Hugo, der jetzt seine Ferien hier verlebt, hat sich pünktlich eingestellt.

Herbstwanderung in das Tal der Frieda (1933)

Ein wunderbarer Herbsttag. Mit letzter Kraft sendet noch einmal die Sonne ihre Strahlen auf die Mutter Erde und überflutet sie mit gleißendem Gold. Mich hält es nicht mehr im engen Zimmer – ich muss hinaus in die Natur, um den Sterbeprozess, der draußen vorgeht, zu schauen. Rasch habe ich mir ein Ziel gesteckt – das lauschige Friedatal mit dem in süßer Heimlichkeit verborgenen, sagenumwobenen Kloster Zella will ich in Herbstespracht bewundern.

Von dem ehemals blühenden Fuhrmannsgewerbe auf dem Eichsfelde (1939)

Zwischen den beiden aufragenden Gebirgen des Harzes und des Thüringer Waldes liegt das Eichsfeld eingebettet, jenes anmutige Hügelland, das leider immer noch zu wenig bekannt ist. Seit uralter Zeit schneiden sich in diesem Landstrich zwei wichtige Handelswege: Die eine Verkehrsstraße läuft von West nach Ost, es ist die „Rheinstraße“, die von Köln – Kassel kommend nach Nordhausen, Halle, Leipzig und Berlin weitergeht.

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