Hülfensberg, am 23. Mai 1864 (Gedicht)

Auf Eichsfelder! laßt uns eilen
Nach des Hülfensberges Höhn.
Andachtsvoll daselbst verweilen.
Um die Hülfe Gottes fleh‘n.
Auf dem Berg‘, der offenbar
Uns von jeher heilig war.

Noch als vor elfhundert Jahren
Wir in Deutschland rings herum
Allesammt befangen waren
Von dem blinden Heidenthum,
Bracht‘ sankt Bonifacius
Uns hierher den Friedensgruß.

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht - Aus Eichsfelds trüben Tagen zur Zeit des 7-Jährigen Krieges

Für den Schulgebrauch geeignet von H. Röhrig

Hundert Jahre waren seit dem schrecklichsten aller Kriege, dem 30-Jährigen, dahingegangen. Durch zähen Fleiß und äußerste Sparsamkeit hatten sich unsere Väter wieder zu ansteigendem Wohlstand emporgeschwungen.

Der Totenbaum unserer Vorfahren (1936)

Der aufmerksame Naturfreund, der gern an den Muschelkalkfelsen unserer schönen Heimatberge emporklettert oder die schmalen Wege auf Steilkanten dahinwandert, begegnet hin und wieder auch einem Baum, mehr Strauch, von düsterem, verkrüppeltem Aussehen, den unsere Vorfahren den „Totenbaum" zu nennen pflegten. Es ist die Eide, taxus baccata.

Die Eiben des Küllstedter Grundes (1936)

Heimatkundliche Beobachtungen mit meinen Schulkindern

Professor Franz Neureuter (1874 – 1936)

In den Reihen der eichsfeldischen Toten des vergangenen Jahres befindet sich auch ein Mann, den viele, die ihm im Leben begegneten, ein unvergessliches Andenken bewahren werden. Am 16. Juni, morgens 8 Uhr, verstarb Prof. Franz Neureuter an den Folgen einer schweren Erkrankung im 62. Lebensjahre. Wie er es im Leben gewohnt war, nie viel Aufsehens von sich zu machen, so ging er auch von uns. Den zahlreichen Freunden, Verehrern und Schülern kam die Nachricht von seinem Ableben ganz unerwartet.

Die Hochwasserkatastrophe des 5. Juni 1913 in Kella

Zweiundzwanzig Jahre sind vergangen, seit jenem verhängnisvollen 5. Juni 1913, an dem ein schweres Unwetter unser stilles, friedliches Dörfchen heimsuchte. Der preußische Landtag wurde gerade gewählt, nach dem berühmten Dreiklassenwahlrecht. Gegen 5 Uhr nachmittags stiegen im Südosten dunkle Wolken auf, die sich bald zu einem drohenden Unwetter zusammenballten, von Schwebda her das Tal durchzogen und vor der Goburg stehen blieben.

Die Klostermühle und ihre Geschichte (1956)

Die Zeit des Wanderns und Schauens im schönen Eichsfeld ist wieder da. Wie wäre es mit einem Besuch Klostermühle im Tal der Lutter?

Lambert Rummel: Ein Leben im Dienste der Heimat (1956)

Lengenfeld u. St.

Am Donnerstag beging der weit und breit bekannte Heimatforscher Lambert Rummel seinen 79. Geburtstag. Uns allen sind seine naturkundlichen Abhandlungen in unserem „Eichsfelder Heimatboten“ lieb und wert geworden. In Worbis gebürtig, wurde Bäckermeister Rummel vor etwa 40 Jahren in Lengenfeld ansässig. Hier beginnt seine wissenschaftlich so wirksame Schaffensperiode.

Hochwasserkatastrophe im Eichsfeld (1956)

Ein wenig müde gingen die Bäuerinnen und Bauern am Sonnabendmittag von ihren Feldern heim. Eine arbeitsreiche Woche lag hinter ihnen. Trotz der brütenden Hitze hatten sie auch an diesem Tage fleißig auf ihren Äckern geschafft. Die Luft war drückend und schwül, und öfter als sonst mussten sie sich die Schweißperlen von der Stirn wischen. Jeder spürte es, heute wird es noch ein Gewitter geben, aber keiner ahnte, was dieses Wochenende den Eichsfelder Menschen bringen würde.

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