Geschichte & Brauchtum

Diese Rubrik vereint eine breite Auswahl an historischen Beiträgen zur Eichsfelder Geschichts- und Naturlandschaft sowie einzelne Ausarbeitungen zu den Themenkomplexen Tradition und Brauchtum des (Süd-)Eichsfeldes.

Die Arbeiten und Aufsätze verschiedener Heimatforscher und Lokalhistoriker, die oft ein Leben lang zu einzelnen Themenschwerpunkten ihrer näheren Heimat geforscht haben, sollen hier genauso dargestellt werden wie kleinere Ausarbeitungen bislang unbekannter Autoren.

Es ist das Ziel, diese Rubrik sukzessiv zu einem historischen Textarchiv des Südeichsfeldes auszubauen. Der Schwerpunkt der Auswahltexte wird dabei auf dem Ort Lengenfeld unterm Stein und seiner näheren Umgebung liegen.

Oliver Krebs

Der Annaberg und das Pfarrdorf Struth

Bei der Durchforschung der ältesten Kirchenrechnungen der „Kirche ad Sanctuni Jacobum zu Struth“ finden sich immer wieder Bemerkungen, die ein gutes Licht auf die gegenseitigen Beziehungen zwischen dem ehemaligen Vorwerk und Wallfahrtsort Annaberg und der Pfarrgemeinde Struth werfen. So heißt es in der Rechnung von 1791, Kapitel „Stiftungen in der Kreuzwoche“: „Dem Struther Pfarrer von einem Amte, auf dem Annaberge zu halten = 8 Gutegroschen gezahlet“.

Zeittafel der Burg Stein und des späteren Schlosses Bischofstein (1137 - 2022)

Daten und Ereignisse von 1137 – 2008

1137

Der Landgraf Ludwig I. übernimmt die Burg zum „Stein“, die schon im 11. Jahrhundert auf dem Burgberg (402 m, NN) erbaut worden ist.

1316

Der Erzbischof Matthias von Mainz erwirbt die Hälfte der Burg „Stein“.

1400

Kurmainz ist alleiniger Besitzer dieser Burg

Zeittafel der Burg Stein und des späteren Schlosses Bischofstein

Daten & Ereignisse von 1137 bis 2008

1137

Der Landgraf Ludwig I. übernimmt die Burg zum „Stein“, die schon im 11. Jahrhundert auf dem Burgberg (402 m, NN) erbaut worden ist.

1316

Der Erzbischof Matthias von Mainz erwirbt die Hälfte der Burg „Stein“.

1400

Kurmainz ist alleiniger Besitzer dieser Burg

1409

12. Januar: Die Burg „Stein“ wird zum ersten Male „Bischofstein“ genannt.

Lengenfeld unterm Stein am Ende des 2. Weltkrieges

Das Bild von den Zuständen in Lengenfeld während der letzten Wochen des Hitlerregimes und kurz danach wird wesentlich kaum anders ausgesehen haben als sonst irgendwo auf dem Eichsfelde. Auf allen Gebieten der Wirtschaft war das Letzte für Hitlers Kriegsmaschine herausgepresst worden.

Die Landwirtschaft, die Industrie, der Handel, der Verkehr, das Handwerk, die Verwaltung und die menschliche Arbeitskraft hatten die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur erreicht, sondern vielfach längst überschritten.

Der Wetterhahn auf unserem Kirchturm

Am Kriegsende, anfangs April 1945, wurde der Wetterhahn auf unserem Kirchturm durch Beschuß so stark beschädigt, dass seine Bewegungsfreiheit , die Windrichtungen und damit das Wetter anzuzeigen, ausfiel. Stur, wie er nun einmal war, schaute er seit dieser Zeit jahrein - jahraus nur nach dem Westen hin, als wollte er den Schwestern und Brüdern dort „drüben“ sagen: „Ich warte auf Euch!“ Das beeinflusste den Lehrer Josef Menge, ein gebürtiger Lengenfelder, nachfolgendes Gedicht im April 1957 zu schreiben:

50 Jahre St.-Elisabeth-Krankenhaus in Lengenfeld unterm Stein

Wenn wir die geschichtliche Vergangenheit des Eichsfeldes an unseren geistigen Augen vorüberziehen lassen, so können wir nicht nur von einem Land der Burgen sprechen, sondern wir können auch nicht umhin, die kulturelle und geistige Bedeutung der eichsfeldischen Klöster zu erwähnen. Diese Klöster haben bis zu ihrer Säkularisation 1802 viel für die Armen- und Krankenpflege, für die Gastfreundschaft und für die Seelsorge getan. Dabei haben sie selbst oft an Not und Armut gelitten.

Die Glocken der Pfarrkirche zu Lengenfeld unterm Stein

In den Kirchenrechnungen von 1580 bis 1856 werden des öfteren Ausgaben an einer „großen“, „kleinen“ und „mittel“ Glocken erwähnt.

Auf den Fortschritt Lengenfelds

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erlebte die Gemeinde Lengenfeld u. Stein einen außergewöhnlichen Aufschwung. Dieser Fortschritt, wie ihn unsere Väter dereinst schon nannten, verbesserte die Lebenslage der Bevölkerung in nicht geringem Maße. Wie sehr alles die Gemüter erregte, zeigt das nachstehende von Johannes Schade im Jahre 1909 verfasste und auch gedruckte Gedicht:

Die Innenausstattung unserer Kirche 1992

Ein freudiges Ereignis feierte unsere Kirchengemeinde am Sonntag, dem 10. Februar 1991 mit einem feierlichen Hochamt. Anlaß war die feierliche Einweihung des neuen Hochaltars, der nun in ganz besonderer Weise unsere Kirche schmückt.

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