Die Hofbank

Das waren immer anregende, vergnügliche Stunden, wenn wir nach Feierabend noch ein Stündchen draußen auf der Hofbank vor dem Hügelhause verbrachten. Das war nun in meiner Jugendzeit nicht anders, dass wir Dorfkinder beim Betglockenläuten uns unverzüglich heim zu begeben hatten.

Was der Holzergottlieb prophezeite und wie es in Erfüllung ging

Wie ich so in die Jahre kam, wo ein Dorfjunge einen Unterschied machen kann zwischen einem Göckelhahn und einem Schornsteinfeger, hatten wir mal eine Zeit lang richtige "Harzer" im Hause. Es waren das aber weder Harzer-Käse, noch Harzer-Kanarien-Edelroller, sondern vielmehr Harzer Holzhauerleute. Sie holzten am Ochsenberge Grubenholz ab.

Chronika der Geburt des Dorfjungen und wie er zu seinem Namen kam

Der gemeinte Dorfjunge bin ich. Als ich dazumalen geboren wurde, war ich leider, wie alle anderen Dorfjungen, noch zu dumm, um alle Eindrücke, die der Eintritt in das Lebens –und Kindheitsparadies auf mich gemacht haben mag, zu behalten. Muss wohl so sein, dass ich die Gedanken nicht alle bei einander gehabt habe die Zeit. Ich erinnere mich an gar nichts. Was ich darüber weiß, habe ich vom Hörensagen. Darum mag ein Anderer die Sache berichten, wie er sich derselben erinnert. Eine Verantwortung für die unbedingte Richtigkeit lehne ich.

Vorwort

Meine Dorfheimat ist meine Welt gewesen und ist es geblieben bis auf den heutigen Tag. Ich bin, trotzdem ich den Kinderschuhen, soweit ich überhaupt welche hatte, längst entwachsen bin, kaum wesentlich aus dem Bereiche meiner engeren Heimat hinausgekommen. Es steht mir somit auch nicht an, niederzuschreiben, wie es in der Welt da draußen so bunt zugeht. Ebenso vermag ich nicht, einen spannenden Roman zu schreiben. Wozu auch?

Vision

Droben in den Bergen, in den tannenduftenden Bergen meiner eichsfeldischen Heimat habe ich einmal gelegen im weichen, flaumigen Moos und habe mich berauscht am prickelnden, narkotischen Duft eines Kleefeldes, das am Waldsaum gebreitet lag wie ein kunstvoll gewirkter Blumenteppich, habe mit halb geschlossenen Augen die weißen Wolkenflocken gleiten sehen auf blauem Grunde, habe des Waldbächleins Flüstern, Glucksen und Raunen gehört. Dabei ist mir ein unaussprechliches, seltsames Empfinden gekommen und hat mich im Bann gehalten.

Glückseliges neues Jahr!

Eine Neujahrsbetrachtung kann man von verschiedenen Gesichtspunkten ausgehend, anstellen. Es wären angebracht: Rück- und Ausblicke, Erwägungen der Stellungen der Verhältnisse seines eigenen Ichs zu Gott und den Mitmenschen, Nachprüfungen, was das alte Jahr an Gewinn oder Verlust brachte, Voranschläge, was das neue Jahr bringen könnte an guten und vorteilhaften und bösen nachteiligen Dingen.

Beim Krippenbau des Herzens

Advent - Ankunft. -Unsere Gedanken kreisen mehr und mehr um den einen Mittelpunkt, um das nahende hoch heilige Weihnachtsfest. Vorbereitungen treten an uns heran, auf dass es werde für jeden eine fröhliche, beseligende, ungetrübte Gnadenstunde. Wer kann sie alle aufzählen, die Pläne, die entstehen und verwirklicht werden zur Entfachung hell jubelnder und still betrachtender Christtagsfreude. Wie viel Geheimnisvolles hat sie an sich, die vorbereitende Adventszeit. Unsere Jungen haben das fröhliche Drachenspiel draußen auf den Feldern aufgegeben und sinnen Neues, Zeitgemäßeres.

Vom Schwein, das lesen sollte

Kammtippenskäthchen war verreist und die Nachbarn konnten nicht schlafen, denn Käthchens Schwein machte einen mordsmäßigen Krach. Zu guter letzt entschlossen sie, Käthchen zu fragen, ob es vergessen habe, sein Schwein zu füttern. Doch auf alles Klopfen und Klingeln tat sich nichts, Käthchens Tür blieb zu. Voller Wut gingen sie zum Schweinestall. Aber wie stutzten sie, als ein großes Schild an der Tür des Stalles hing, worauf geschrieben stand: "Bin verreist, komme in drei Tagen wieder, Käthchen."

Vom Beten und vom Sirup

Es war einmal ein kleines Mädchen und dieses kleine Mädchen, das war ich und diese Geschichte trug sich nach dem Krieg zu:

Wir hatten, wie alle anderen Leute, einen Kessel voll Sirup gekocht und alltäglich gab es nachmittags Brot mit Sirup. Das war scheußlich! Der Sirup tropfte durch alle Brotporen und ich mochte ihn sowieso nicht!

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