Lengenfelder Chausseewärter (1868 – 1883)

Unsere Straßen und Wege waren bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts in einem sehr traurigen Zustand. Als nun zu diesem Zeitpunkt mit dem regen Ausbau unserer Landstraßen begonnen wurde und der chausseemäßigen Herstellung der Straßen im Jahre 1868 von der Lutterbrücke bis zur Kloster Zellaischen Grenze fertig gestellt war, stellte die Gemeinde an den Landrat den Antrag, einen Chausseewärter einstellen zu dürfen. Da die Notwendigkeit und auch der Nutzen eines Chausseewärters erkannt wurde, erteilte der Landrat sofort die Genehmigung. Am 15.03.1868 wurde Heinrich Rodekirch auf drei Jahre als Chausseewärter für einen jährlichen Lohn von 80 Thalern eingestellt. Der Chausseewärter hatte alle vorkommenden Arbeiter an der Chaussee und an den Gemeindewegen und Grundstücken zu besorgen.

Er musste schadhafte Stellen an der Landstraße ausbessern, Wasser- und Chausseegräben auswerfen, die angefahrenen Chausseesteine aufruten und messen, wenn er Zeit hatte, diese Steine auch zerstückeln und aufbringen und die Chaussee vom Schlamm reinigen. Außerdem hatte er die Pflicht, alle polizeilichen Vergehen an der Chaussee und auf anderen Gemeindegrundstücken dem Ortsvorstande zur Anzeige zu bringen. Eine weitere Aufgabe bestand darin, dass er junge Obstbäume an der Chaussee und an anderen Gemeindegrundstücken pflanzen sowie die älteren Bäume von unnötigem Holze reinigen musste. Er war somit auch zum Gemeindeobstaufseher geworden.

Die Arbeitszeit war im Sommer von 5:30 Uhr bis 19:00 Uhr, im Winter von 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr.

Chausseewärter in unserer Gemeinde:

Nr.

   Name

   Zeitraum

1.

   Heinrich Rodekirch

   15.03.1868 –    14.07.1877

2.

   Michael Fuchs

   15.07.1877 –    31.05.1880

3.

   Heinrich Rodekirch

   01.06.1880 – 1883


Karl-Ludwig Mähler
(Quelle: unveröffentlichtes Manuskript im Lengenfelder Ortsarchiv)