In memoriam: Pfarrer Alois Höppner aus Lengenfeld unterm Stein (1875 – 1955)

Christoph Alois Höppner wurde am 8. Juli 1875 in Lengenfeld geboren als Sohn des Gutspächters Wilhelm Höppner. Er besuchte von Ostern 1881 bis Ostern 1888 die dortige Volksschule und nachfolgend das Gymnasium in Heiligenstadt. Nach der Reifeprüfung studierte er von Ostern 1896 bis Ostern 1899 an der „Bischöflichen Philosophisch-Theologischen Lehranstalt“ in Paderborn. Sodann trat er in das dortige Priesterseminar ein und erhielt zu Pfingsten 1899 die Tonsur und die vier Niederen Weihen. Am 3. März 1900 empfing Diakon Höppner in Paderborn die Priesterweihe. Am 31. März 1900 übertrug das Kapitular-Vikariat Paderborn (Heinrich Wigger) Seminarpriester Höppner die Stelle eines Kooperators in Birkenfelde (bei Pfarrer Christian Streicher). Im folgenden Jahr, am 2. April übertrug ihm das Bischöfliche Generalvikariat (Wigger) in Abstimmung mit Bischof Wilhelm das „Primissoriat“ in Holungen (Holungen bis 1841 Filiale von Bischofferode, sodann Pfarrvikarie). Im Juli 1903 wurde ihm ein vierwöchiger Urlaub gewährt zur Wiederherstellung der Gesundheit („Kaltwasserkur in Wörishofen“). Am 20. Februar 1904 übertrug das Generalvikariat „Primissor Aloys Höppner“ die in Randlage zum Eichsfeld gelegene, im Jahr 1870 als Mission gegründete Pfarrvikarie Treffurt (Dekanat Lengenfeld) zu Verwaltung. Zur Vikarie gehörten 311 Katholiken (im Sommer zusätzlich 150) und 4618 Protestanten. Es bestand eine Schulklasse mit 56 Kindern und einem Lehrer (Schematismus 1909). Am 22. April 1915 wurde Treffurt zur Pfarrei erhoben, Missionspfarrer Höppner wurde diese Gemeinde „kanonisch“ verliehen. Pfarrer Höppner, seit 1918 Definitor des I. Definiturbezirkes des Dekanates Lengenfeld, verzichtete am 1. September 1927 auf die Pfarrstelle Treffurt.

Am 8. Mai 1929 verlieh ihm der Bischof von Paderborn die Pfarrei Günterode kanonisch. Im Jahr 1930 wurde das Eichsfeld der Diözese Fulda integriert. Höppner stand der Gemeinde Günterode bis zum Jahr 1947 als Pfarrer vor. Seinen Ruhestand verlebte er in Heiligenstadt. Jubilarpriester Alois Höppner starb am 17. März 1955 in Heiligenstadt im 80. Lebens- und 55. Jahr priesterlichen Dienstes der Diözese Fulda (früher Paderborn) seit 1946 der Jurisdiktion des Bischöflichen Generalvikariats Erfurt unterstellt. Seinem Totenbildchen ist zu entnehmen: „Eine markige Priestergestalt aus altem Eichsfelder Geschlecht. Das Beispiel seines großen Verwandten, des Bekennerbischofs Konrad Martin, hatte ihn für den Dienst am Altare des Herrn begeistert.“ Höppner förderte die Bonifatiustradition im Eichsfeld, der Hülfensberg als das Eichsfelder Nationalheiligtum. Die Stadt Treffurt, dessen Chronik er verfasste (1927), ernannte ihn zum Ehrenbürger. Höppner gilt als Heimatforscher und Dialektdichter. Zu Höppners Schriften, siehe Opfermann, Gestalten des Eichsfeldes, S. 163.

Autor: Arno Wand
(Quelle: Geistliche des thüringischen Eichsfeldes und der Städte Mühlhausen und Nordhausen (1815–1990). Quellenstudie zur Personengeschichte der Bistümer Paderborn, Fulda und Erfurt, Verlag F. W. Cordier, Heiligenstadt 2023, S. 218–219)