Wie der Bonifatiusbote zu uns auf Eichsfeld kam (1924)

An einem Sonntage, als die junge Frühlingssonne zum erstenmal ganz schüchtern ihre Strahlen in unser friedliches Tal sandte, schritt der Pastor der benachbarten Diasporapfarrei dem trauten Dörflein zu. Im Herzen trug der eifrige Priester hochfliegende Pläne. Ihm war die Wichtigkeit des Presseapostolats in der heutigen wildbewegten Zeit, in der eine Idee die andere verdrängt und die Geister immermehr verwirrt werden, in innerster Seele erwacht.

Das gab ihm willkommenen Anlaß, heute eine Lanze für den über alles geliebten und geschätzten Bonifatiusboten zu brechen. Und so lenkt er seine Schritte zu dem der Bonifatius-Diözese entstammenden Lehrer. Von ihm wußte er, daß auch der die Bedeutung der katholischen Zeitung erfaßt hatte. Mit ganzer Seele war der Jugendbildner mit dem Plane einverstanden. Probeexemplare stellte der Verlag in reichem Maße zur Verfügung. Und nun nahm der Lehrer auf seinen täglichen Spaziergängen eine Anzahl Blätter in seiner Tasche mit. Ausnahmslos wurden so im Laufe der Tage alle Häuser des etwa 700 Einwohner zählenden Ortes besucht. Im ersten Monat betrug die Zahl der Leser 35; sie stieg dann auf 51 und schließlich auf 71. Nun war die Mehrheit der Leute erfaßt. In manchen Straßen fehlt seit dieser Zeit der Bote in keinem Hause. Wohl ging im Laufe der steten Erhöhungen die Leserzahl etwas zurück; heute aber sind alle Leser wieder gewonnen.

In dem größeren Nachbardorfe fand sich auch einer der Lehrer zu eifrigster Werbearbeit bereit, und dort wird das unvergleichlich schöne Sonntagsblatt seit Monaten in 115 Stück verbreitet.

Ohne Ueberhebung darf behauptet werden, daß sich viele hiesige Leser so sehr an den Boten gewöhnt haben, daß sie ihn nicht mehr entbehren können. In der Tat ist der Bonifatiusbote auch für die Leser einer katholischen Zeitung eine wichtige Ergänzung nach der religiösen Seite hin und für die Familien, in denen keine Tageszeitung gehalten wird, ein unentbehrlicher Ersatz für dieselbe

Möchte der Bote, wie hier, in allen Gemeinden Heimatrecht in jeder Familie erwerben!

Carl Walter (Lehrer)
(Quelle: Beilage zum „Bonifatiusboten“, Nr. 30/1924, vom 27. Juli 1924)
 

Überblick zu den Eichsfelder Abonnenten des Bonifatiusboten im Jahre 1924

Außerhalb der Diözese Fulda (das Eichsfeld betreffend, unvollständig)

Diedorf: 110
Faulungen: 65
Kefferhausen: 5

Quelle: „Vier Jahrzehnte Bonifatiusbote“ in: Beilage zum „Bonifatiusboten“, Nr. 24/1924, vom 15. Juni 1924)