Von Dummheiten und Krisenkommunikation
Hinweis: Im Lengenfelder Echo, Juni-Ausgabe 2026, ist aus Platzgründen eine Kurzfassung dieses Beitrags erschienen.
Kommentar von Stefan Barsuhn
Wie’s Gescherr, so der Herr
Man tritt Pfarrer Bolle sicher nicht zu nahe, wenn man ihn als eher unorthodoxen Priester bezeichnet, einen „Rebellen“ gewissermaßen, der so gar nicht dem tradierten Bild eines im wahrsten Sinne des Wortes „Geistlichen“ entsprach. Ein absolut nahbarer Mensch, der mit vielen in der Gemeinde per Du war und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte – je nach Vertrautheit mit dem Gegenüber auch gerne mal provokant. Wie oft stand er sonntags zur Mittagszeit unangekündigt vor der Tür? Auch ohne Einladung war er ein gern gesehener Gast. Und es dauerte nicht lange, bis – „Kennste den schon?“ – der neueste Witz zum Besten gegeben wurde, der in den seltensten Fällen politisch korrekt war. Er kokettierte gern, testete Grenzen aus und hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Im Jahr 2007 stieg er als Papst verkleidet in die Bütt, später wurde er zu einem der öffentlichsten Kritiker von Hubert F. Seine Mittel waren der Effekt und die kalkulierte Provokation, nicht die Diplomatie.
Und das alles schmälerte seine Qualitäten als messerscharfer Theologe in keiner Weise. In seinen Predigten hörte man weder hohle Phrasen noch plapperte er unreflektiert die Position der Amtskirche nach – und bewegte sich inhaltlich doch im Großen und Ganzen auf deren Linie. Da er grundsätzlich frei predigte, schaffte er es, seine Botschaft – dem Volk aufs Maul geschaut – auf den Punkt zu bringen. Um es mit einem seiner Witze zu sagen: „Herr Pfarrer, Sie dürfen über alles predigen, aber nicht über zehn Minuten.“ Und sprach man ihn in ruhiger Minute auf die Predigt an, setzte einem der studierte Historiker die Grundlagen des Gepredigten in beliebigem Detailgrad so auseinander, dass man aus einem kirchenhistorischen Hauptseminar auch nicht schlauer herausgegangen wäre.
So war er allgemein bekannt – nicht nur in der Gemeinde, sondern auch bei den Priesterkollegen, dem ehemaligen Pfarrer Trost und letztlich auch beim heutigen Pfarrer Förter. Und er hat sich mit seiner Art sicher nicht nur Freunde gemacht.
Andere Zeiten, andere Sitten
Dennoch bewegte sich ein Charakter wie Pfarrer Bolle nicht in einem soziohistorischen Vakuum. Die Welt hat sich in den letzten zwanzig Jahren dramatisch gewandelt, insbesondere drei Entwicklungen trafen hier aufeinander:
Den anzüglichen Witz beim Mittagstisch mochte man nicht mögen, aber wenigstens existierte keine Mitschrift – man konnte ihn maximal weitererzählen. Im Zweifel blieben nur Indizien, es hätte Aussage gegen Aussage gestanden. Das heimlich gefilmte Video hingegen ist heute schnell gemacht und verbreitet sich per Messenger in Sekundenschnelle hundertfach, mit fatalen Folgen für den Abgebildeten.
Zeitgleich mit dieser technischen Revolution wurde die katholische Kirche ab dem Jahr 2010 von beispiellosen Missbrauchsskandalen erschüttert. Unsere eigene Gemeinde blieb davon nicht unberührt, wie die Vorwürfe gegen Pfarrer Witzel zeigten. In der Folge wurden umfassende Präventionsmaßnahmen und strengste Richtlinien erarbeitet und implementiert. Das Bistum erklärt auf Nachfrage, „sexueller Missbrauch“ beginne „bereits bei anzüglichen Bemerkungen und mehrdeutigen Nachrichten gegenüber Kindern und Jugendlichen“, auch wenn diese „nicht strafrelevant“ seien. Daran will die Kirche sich heute messen lassen. Im Folgenden wird jedoch nicht von Missbrauch die Rede sein, da dieser Begriff meist klar strafbaren Handlungen vorbehalten ist und nicht im Raum steht. Stattdessen wird der Oberbegriff „sexualisierte Gewalt“ verwendet, oder abgestuft von „sexuellen Grenzverletzungen“ sowie den schwerwiegenderen „sexuellen Übergriffen“ gesprochen.
Und schließlich ist unsere Welt extrem sensibel geworden, seit nicht mehr vornehmlich „die eine“ lokale Tageszeitung die Deutungshoheit hat, sondern die eigene Echokammer in den sozialen Medien. Die eigene Auseinandersetzung mit Andersdenkenden ist heute nicht mehr nötig; das Netz liefert bereitwillig das passende Denkmodell. Und wo es früher mühsam war, einen Leserbrief zu schreiben, der vielleicht gar nicht abgedruckt wurde, da ist die Beteiligung am nächsten Shitstorm heute nur einen Klick entfernt.
Gott vergibt – der Bischof nicht
Zusammen bilden diese Entwicklungen den perfekten Nährboden für die Vorwürfe, die gegen Pfarrer Bolle im Raum stehen. Die Thüringer Allgemeine vom 16. Mai 2026 berichtet unter der Überschrift „Dem Protest gegen den Wechsel folgt nun das Entsetzen“ über „anzügliche Bemerkungen“, „verbale sexualisierte Grenzverletzungen“, „vulgär-obszön[e] Ausdrucksweise“ – Verhaltensweisen, die „für einen Priester inakzeptabel und beschämend“, aber „strafrechtlich nicht relevant“ seien. Außerdem werden „Verdachtsmomente finanzieller Unregelmäßigkeiten“ erwähnt, auf die aber nicht weiter eingegangen wird. Der Spiegel berichtet am 17. Mai, das Jugendamt halte die Vorwürfe hingegen doch für „strafrechtlich relevant“ – Bolle habe einem Betroffenen ein Video geschickt, dieser wolle aber keine Anzeige erstatten.
Dass ein Priester, der allseits beliebt ist, plötzlich derartige Verfehlungen begangen haben soll, macht viele Menschen in unserer Gemeinde sprachlos. Sie kennen Bolle seit mittlerweile 20 Jahren, vielleicht schon länger, und er ist doch eigentlich wie immer. Der Knackpunkt ist aber der folgende: Nicht Bolle hat sich geändert, sondern die Umstände.
Vor zwanzig Jahren schickte noch niemand Videos auf dem Handy und solche Vorwürfe wären reines Hörensagen gewesen. Damals hätte man wahlweise mit dem Kopf geschüttelt oder mit den Achseln gezuckt: „Ja, so ist der Siegfried ...“ Das mag für Außenstehende überraschend klingen und deshalb titelte die Thüringer Allgemeine sicher auch „Entsetzen“. Aber wirklich „entsetzt“ waren sicher die wenigsten, die ihn kannten. Insbesondere auf Jugendliche machte er mit seinem Verhalten Eindruck, hatte dies aber eigentlich gar nicht nötig, denn er war auch so bei Jung und Alt beliebt. Wie dem auch sei: Am Ende war es Bolles Entscheidung, wie er sich verhält. Und das Bistum hatte die arbeitsrechtliche Verantwortung für ihn – gerade nach den seit 2010 bekanntgewordenen Missbrauchsfällen.
Im Jahr 2026 machen die aktuellen Vorwürfe gegen Bolle daher in mehrfacher Hinsicht fassungslos. Die destruktiven Dynamiken sozialer Medien sind allgemein bekannt. Schon einen einfachen Angestellten kann der unbewusste Fehltritt, der im Internet landet, den Arbeitsplatz kosten. „Wie man sich bettet, so liegt man“ – diese Weisheit gilt heute mehr denn je. Galt früher der vielleicht idealisierte Anspruch an einen Pfarrer, er möge sich stets so verhalten, als sei der liebe Gott anwesend, so ist die heutige Realität, dass ihm auch der Bischof jederzeit über die Schulter schauen kann. Die heutige Medienöffentlichkeit besitzt eine früher ungekannte Härte. Sie duldet keine Fehltritte mehr, gerade in der Kirche. Ein Videobeweis gegen einen Priester ist, unabhängig vom konkreten Inhalt, für die Kirche ein Desaster. Kommen dann auch noch eigene Versäumnisse hinzu, kann die Angelegenheit in Windeseile bis nach Rom eskalieren. Denn die Welt „da draußen“ kennt Pfarrer Bolle nicht und bildet sich trotzdem in weniger als zehn Sekunden eine unumstößliche Meinung – mit einer sehr konkreten Vorstellung davon, was ein Pfarrer darf und was nicht. Der Platz für Zwischentöne ist knapp geworden.
Don’t kill the Messenger
Ein kurzer Einschub sei an dieser Stelle erlaubt: Es geht in diesem Beitrag ausdrücklich nicht darum, zu beurteilen, inwieweit Bolle tatsächlich jemandem Schaden zugefügt hat. Das mögen andere oder jeder für sich selbst entscheiden. Es ist auch nicht relevant, denn Prävention bedeutet, grenzwertiges Verhalten frühzeitig zu erkennen – bevor ein Schaden entsteht. Ziel dieses Artikels ist es daher, das Verhalten des Bistums und seiner Angestellten den eigenen Präventionsrichtlinien gegenüberzustellen. Nur so zeigt sich, ob das Bistum Prävention ernst nimmt oder ob es bei Lippenbekenntnissen bleibt.
Diese Vorkenntnisse sind nötig, um zu verstehen, was gerade in unserer Pfarrgemeinde passiert. Auch wenn keine Details über die Inhalte der Videos bekannt sind – allein die Existenz eines Videos macht ein Verhalten nicht schlimmer, aber es zwingt zum Hinsehen und nötigt das Bistum, erstmals öffentlich zu Bolles Verhalten Stellung zu nehmen. Und fällt dieses Urteil negativ aus, dann muss dies zwangsläufig auch rückwirkend für die letzten Jahrzehnte gelten – denn Pfarrer Bolle tut ja, was er immer schon getan hat. Da es also in der Sache nichts Neues gibt, ist es unnötig, Diskussionen pro oder kontra Bolle zu führen. Er hat schlicht sein Verhalten der Zeit nicht angepasst und gibt trotzdem zu Protokoll, er habe sich nichts vorzuwerfen. Das muss er selbst verantworten und nicht wir.
Auch die Jugendlichen zu verteufeln, die sich beim Bistum gemeldet haben, ist nicht angebracht. Es ist erwiesen, wie schwer es auch heute noch für Opfer ist, sich zu melden. Gleichzeitig ist bereits ein Vorwurf oft das berufliche Aus für den Betroffenen. Uns als Gemeinde bringt das in einen emotional überfordernden Gewissenskonflikt: Den Opfern glauben oder Pfarrer Bolle? Das können wir in der Regel nicht lange aushalten, bevor unser Unterbewusstsein hocheffiziente Schutzstrategien aktiviert: Am einfachsten machen wir es uns, wenn wir die Vorwürfe rundweg leugnen. Geht das nicht mehr, bleibt die Relativierung: „So schlimm war es doch gar nicht!“ Oder die Rechtfertigung: „Das ‚Opfer‘ hatte es bestimmt verdient!“ Und wenn das auch alles nicht mehr hilft, dann oft nur noch die Ablenkung: „Aber er war doch ein so toller Pfarrer!“, „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“ oder schlicht „Haben wir denn keine anderen Probleme?“. Hier kann sich ein jedes Mitglied unserer Gemeinde, insbesondere einer christlichen, selbst prüfen, wo es steht, welches Vorgehen es in Bezug auf sexualisierte Gewalt befürwortet und wie es diese Maßstäbe auf die Causa Bolle übertragen würde. Das Bistum hat sich hier klar entschieden: Es möchte ausdrücklich, dass sich Betroffene melden, und es hat dafür interne Prozesse etabliert. Das haben wir zu respektieren – oder uns darüber beim Bistum zu beschweren, jedoch nicht bei den Jugendlichen.
Vom Saulus zum Saulus
Und damit sind wir bei der Kirche, die in der heutigen Zeit mit dem Rücken zur Wand steht, weil sie in der Vergangenheit zu oft weggeschaut hatte. Heute bemüht sie sich sichtlich, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, da ist das Schützen eines mutmaßlichen Täters keine Option mehr.
Aber zumindest im Bistum Erfurt scheint man es mit den eigenen Leitlinien im Fall Bolle nicht so genau genommen zu haben. Laut Bistum müssen etwa Priester mindestens alle fünf Jahre an einer Fortbildung zur Prävention teilnehmen. Bolle tat dies von 2016 bis 2026 zehn Jahre lang trotz wiederholter Aufforderung durch das Bistum nicht. Das legt die Vermutung nahe, dass Bolle spätestens ab 2022 der Umgang mit Kindern und Jugendlichen hätte untersagt werden müssen. Doch es hat für ihn keinerlei Konsequenzen.
Hinzu kommt: Das Bistum gibt selbst zu, dass es spätestens seit 2023 von dem „für einen Priester unangemessen[en]“ Verhalten weiß, als Beispiel werden „sexistische Witze“ angeführt – eben jene „anzügliche[n] Bemerkungen“, die es bereits als sexualisierte Gewalt verstanden wissen möchte. Und selbst das hatte außer „mitbrüderlichen Gesprächen“ keine Konsequenzen für ihn.
Wer etwas näher in die Präventionskonzepte der katholischen Kirche in Deutschland einsteigt, stolpert auch darüber, dass das Bistum Bolle „sexualisierte Grenzverletzungen“ vorwirft. In der Präventionsordnung für das Bistum Erfurt heißt es nämlich: „Grenzverletzungen sind einmalige oder gelegentliche Handlungen, die im […] Umgang mit Minderjährigen […] unangemessen sind.“ Und auch: „[S]exuelle Übergriffe sind nicht lediglich zufällige, sondern beabsichtigte Handlungen unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit, die im […] Umgang mit Minderjährigen […] unangemessen und grenzüberschreitend sind.“ [Hervorhebungen hinzugefügt]. Legt man diese Definition zugrunde, dann hätte das Bistum spätestens ab Bekanntwerden des Videos von „sexuellen Übergriffen“ und nicht lediglich von „Grenzverletzungen“ sprechen müssen. Denn Bolles Verhalten war dem Bistum seit mindestens 3 Jahren bekannt und gab, wie sich im Weiteren zeigen wird, mehrfach Anlass zur Kritik. Auch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Bolle regelmäßig und ganz bewusst sexistische Witze erzählt oder anderweitig „für einen Priester unpassendes“ Verhalten an den Tag gelegt hat, es war einfach seine Art. Hier von gelegentlichen Handlungen zu sprechen, ist also abwegig. Dass er damit sehr wahrscheinlich keine niederen Absichten verfolgte, spielt in der Präventionsordnung des Bistums übrigens zurecht keine Rolle – denn das können die Betroffenen im Zweifel nicht wissen.
Und gerade deshalb ist die Antwort des Bistums auf die Frage, was denn eigentlich das inhaltlich Neue an den jetzigen Vorwürfen gegen Bolle sei, entlarvend. Denn das scheinen die Verantwortlichen in Erfurt selbst nicht so genau zu wissen – jedenfalls sehen sie in der Kontaktaufnahme der Jugendlichen und dem übermittelten Video lediglich „eine neue Qualität“, konkretisieren das aber nicht weiter. Fragen zum Versagen der kirchlichen Meldekette beantwortet das Bistum erst gar nicht.
Kurzum: Das Bistum hat sich nach den Missbrauchsskandalen zwar scharfe Regeln gegeben – setzt sie aber in der Praxis nicht konsequent um. Eine solche Diskrepanz birgt im Jahr 2026 enorme Sprengkraft.
Am Brückentag schon was vor?
Verständlich also, dass das Bistum nach Kräften bemüht sein muss, vom eigenen Versagen abzulenken. Und wie es das tut, ist ein Lehrstück in Krisenkommunikation:
Man mag dem Bistum noch zugutehalten, dass es die Vorwürfe gegen Bolle ab dem 10. März zwei Monate lang gründlich prüft. Doch der Termin für die Information der Öffentlichkeit – der Freitagnachmittag nach Himmelfahrt – wirft Fragen auf. In der PR-Welt gilt ein solcher Termin als ideal, um Themen geräuschlos zu beerdigen. Viele sind im verlängerten Wochenende und lesen keine Nachrichten. Auch Redaktionen haben oft nur eine Notbesetzung, was eine vertiefte Recherche so gut wie unmöglich macht – und am Sonntag erscheint zudem keine Zeitung. Damit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am Montag niemand mehr über die Sache spricht.
Inhaltlich ist es ebenfalls geschickt gemacht: Statt eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, reist der Bischof persönlich nach Struth. Das ist in zweierlei Hinsicht praktisch: Zum einen suggeriert es, dass die Angelegenheit Chefsache ist. Zum anderen ist das gesprochene Wort flüchtig und nicht auf der Website des Bistums abrufbar. Ein Zeitungsartikel oder ein Bericht im Fernsehen interessiert am nächsten Tag indes niemanden mehr – nach dem Motto: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern.
Ob gewollt oder nicht: Nach dem 17. Mai ist das Thema im Wesentlichen erledigt. Die TA wärmt es am 29. Mai im Mühlhäuser Lokalteil noch einmal auf, doch auch hier geht es wieder nur um Pro und Kontra Bolle – neue Erkenntnisse über das Versagen des Bistums finden sich nicht. Die Erwartung des Bischofs, es würden in nächster Zeit „weitere Vorfälle“ bekannt werden, bewahrheitet sich bis Redaktionsschluss ebenfalls nicht.
Doch die Verantwortlichen machen einen Fehler, der am Ende Auslöser für diesen Beitrag ist: Pfarrer Förter, seit 2023 Pfarrer in Lengenfeld, wird in der Thüringer Allgemeinen mit den Worten zitiert, er sei „nicht überrascht“. Und nicht nur das, auch sein Vorgänger, der heutige Generalvikar Trost, habe „Kenntnisse von grenzverletzendem Verhalten“ gehabt. Das lässt aufmerken, denn in der Regel ist bei solchen Vorwürfen nur allseits von Überraschung und Fassungslosigkeit die Rede. Der Thüringer Allgemeinen fällt die Brisanz dieser Aussagen nicht weiter auf, mir allerdings schon, weshalb ich bei Förter, Trost und dem Bistum schriftlich nachfrage. Sie stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, diese unvorsichtigen Aussagen wieder einzufangen.
So viel sei vorab gesagt: Es gelingt nicht.
Denn er weiß nicht, was sie tun …
Noch bevor Pfarrer Förter meine schriftlichen Fragen beantwortet, sucht sein Pfarrbüro Kontakt – allerdings nicht zu mir, sondern zu meinen Eltern. Was genau sie ihnen erzählen, weiß ich nicht, aber sie sind sichtlich aufgebracht und verunsichert, als sie mich kontaktieren: „Was schreibst du da?“, „Warum musst du dich einmischen?“, „Mach bloß keinen Ärger!“ So wird ein Klima der Angst und Verunsicherung erzeugt und für einen Moment überlege ich tatsächlich, ob ich diesen Beitrag überhaupt schreiben soll. Doch am Ende konfrontiere ich Förter mit dem Verhalten seiner Mitarbeiter und er versichert, er werde sich „nachdrücklich darum bemühen, dass sich die von Ihnen geschilderten Ereignisse nicht wiederholen“.
Trotz dieser Zusicherung meldet sich das Pfarramt einige Tage später erneut an – dieses Mal bei der Redaktion des Lengenfelder Echos. Sie solle sich bitte wegen „einer Veröffentlichung zur Causa Bolle“ in der derzeit „aufgeladenen Stimmung“ mit Pfarrer Förter in Verbindung setzen. Nach erneuter Beschwerde über diese Einmischung bei Förter streitet dieser ab, dass er diese Kontaktaufnahme veranlasst habe. Weitere zwei Tage später meldet sich sogar die Pressestelle des Bistums, um nochmals zu betonen, es handele sich um die „private Initiative einer Mitarbeiterin im Pfarramt ohne Wissen des Pfarrers. Dies bitte ich der [sic] korrekten Darstellung des Sachverhalts zu berücksichtigen.“ Fehler machen also nur die anderen – und wenn es die eigenen Mitarbeiter sind. Der Gedanke, als Arbeitgeber eine Mitverantwortung für das Fehlverhalten der eigenen Belegschaft zu tragen, scheint dem Bistum fremd zu sein.
Doch am Ende antwortet Förter auf die Fragen – und rudert zurück. Das TA-Zitat, die Vorwürfe gegen Bolle kämen für ihn „nicht überraschend“, bestreitet er: „Ich habe eine solche Aussage nicht getätigt.“ Damit erübrigen sich für ihn meine weiteren Fragen, ob er Bolles Verhalten an die Bistumsleitung gemeldet habe. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass es seit seinem Dienstbeginn im Jahr 2023 „mehrfach Anlass zur Kritik des Seelsorge- und Kommunikationsstils von Pfarrer Bolle“ gegeben habe, den „ich und das Pfarrteam ihm gegenüber mehrfach geäußert haben“. Ob er diese Kritik wiederum mit dem Bistum geteilt hat, bleibt offen.
Dafür äußert er sich aber zur Petition um Bolles Verbleib: Die Petentin hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe Förter gegenüber geäußert, dass sie die Petition nicht gestartet hätte, wenn sie früher davon gewusst hätte. Daraufhin habe dieser erwidert: „Tja, hätten Sie mich mal gefragt!“ Förter schreibt dazu: „Mit der Aussage habe ich die Kritik formuliert, dass im Vorfeld von den Petenten kein Gespräch mit der Kirchengemeinde hinsichtlich der Versetzung gesucht wurde und damit auch keine Möglichkeit bestand, diese Entscheidung der Bistumsleitung im Gespräch weiter zu diskutieren und insbesondere die üblichen Wechselmodalitäten zu erläutern.“ Er habe sich mit seiner Aussage aber nicht auf die Vorwürfe gegen Bolle bezogen, weil er darüber aufgrund des Persönlichkeitsschutzes keine Auskunft habe geben dürfen. Damit verstrickt er sich in einen eklatanten Widerspruch: Er wirft der Petentin vor, kein Gespräch gesucht zu haben, räumt aber im selben Atemzug ein, dass er die Fakten, welche die Petition verhindert hätten, ohnehin verschwiegen hätte. Und warum er selbst keine Gesprächsinitiative ergriffen hat, bleibt ebenfalls sein Geheimnis.
Richter in eigener Sache
Generalvikar Trost antwortet mir ebenfalls. Seit 2012 ist er Pfarrer im Nachbarort Struth, ab 2020 kommt auch Lengenfeld mit dazu, ihm fortan beigeordnet: Pfarrer Bolle. Trost ist damals noch keine 50 Jahre alt, und unsere Gemeinde erlebt ihn als engagierten Pfarrer, der, genau wie Pfarrer Bolle, nah dran an den jungen Menschen ist, jedoch etwas konventioneller, etwa im Rahmen kirchlicher Jugendgruppen. Es ist daher schwer vorstellbar, wenn ihm Bolles in der Gemeinde allgemein bekanntes, nach kirchlicher Definition sexuell übergriffiges Verhalten in all den Jahren weder zu Ohren gekommen noch selbst aufgefallen wäre. Denn ein Pfarrer führt schon von Amts wegen viele, oft vertrauliche Gespräche in seiner Gemeinde und trifft die überschaubare Anzahl der Mitbrüder regelmäßig bei den verschiedensten Anlässen. Vermutlich deshalb behauptet er, wenn man seine Antwort genau liest, auch gar nicht, dass er nichts gewusst habe. Da er beim Termin mit dem Bischof in Struth nicht dabei war, ist das TA-Zitat, er habe „Kenntnisse von grenzverletzendem Verhalten“ gehabt, nur eine Aussage über ihn und nicht von ihm. Er ist also nicht in Erklärungsnot, könnte leicht sagen: Ich habe von nichts gewusst. Trotzdem ist er in seiner Antwort lediglich darüber verwundert, dass man Förter mit den Worten „nicht überrascht“ zitiert – nicht jedoch über die Behauptung, er habe Kenntnisse gehabt. Er behauptet lediglich, dass in Struth „in der öffentlichen Diskussion“ nicht über seine Kenntnisse gesprochen worden sei. Dann berichtet er mir über Bolles Gesundheitszustand, obwohl ich ihn hierzu gar nicht gefragt habe, um schließlich zu behaupten, „ab Juli 2023“ habe es „Gerüchte über unangemessene Witze“ gegeben. Ein Wort wie „erstmals“, das geeignet wäre, die Gerüchte als neu oder sogar überraschend einzuordnen, benutzt er nicht. Zudem ist nicht Bolles Verhalten der Grund dafür, dass er damals „keinen Handlungsbedarf“ gesehen habe und es beim „mitbrüderlichen Gespräch“ beließ, sondern der Umstand – er betont es zwei Mal –, dass keine „Anzeige“ bei ihm erstattet wurde – weder in Bezug auf die Witze noch in Bezug auf „grenzverletzendes Verhalten gegenüber Jugendlichen“. Wie auch das Bistum zieht er sich darauf zurück, dass erst ab dem 10. März 2026 „konkrete“ Hinweise gegen Bolle vorgelegen hätten.
Indem Generalvikar Trost, nach dem Bischof der oberste Priester im Bistum, hier ohne eine Spur von Selbstkritik erklärt, mangels „konkrete[r] Hinweise“ bzw. „Anzeigen“ lediglich vertrauliche Gespräche geführt zu haben, legitimiert er dieses Handeln nachträglich und widerspricht den Präventionsleitlinien des Bistums auf eklatante Weise. Dort heißt es nämlich: „Ziele der [Maßnahmen] sind: [...] Förderung einer Kultur der Achtsamkeit und Anleitung zu einem fachlich adäquaten Nähe-Distanz-Verhältnis, [… und] Stärkung der Handlungsfähigkeit zur Vorbeugung sexualisierter Gewalt“. Die Aufgabe Trosts erschöpfte sich also keineswegs darin, lediglich „konkreten“ Hinweisen oder Anzeigen bereits vollzogener Grenzverletzungen nachzugehen. Er war vielmehr dazu angehalten, aus eigener Initiative heraus tätig zu werden, um diese Grenzverletzungen bereits im Vorfeld zu verhindern. Ruft man sich in Erinnerung, dass für das Bistum bereits bei „anzügliche[n] Bemerkungen“ die Grenze zur „sexualisierte[n] Gewalt“ überschritten wird und dies laut Bistum auch in den erwähnten Schulungen vermittelt wird, ist Pfarrer Trosts Rechtfertigung nicht zu halten. Er erlangt nämlich im Jahr 2023 – nimmt man die Präventionsordnung des Bistums beim Wort – den Hinweis darauf, dass ein Priester in seiner Gemeinde mit einem Verhalten auffällt, das gegenüber Minderjährigen mindestens eine sexuelle Grenzverletzung, bei Wiederholung oder Absicht wahrscheinlich sogar ein sexueller Übergriff wäre. Spätestens hier hätte er mehr tun müssen als ein „mitbrüderliches Gespräch“ zu führen und seinen Nachfolger zu informieren, um eine tatsächliche Grenzverletzung, wie sie Bolle jetzt vorgeworfen wird, bereits im Keim zu ersticken. Ihm waren weder die Hände gebunden, noch musste er auf „konkrete Hinweise“ oder „Anzeigen“ warten. Stattdessen passierte drei Jahre lang nichts und es wurde einmal mehr erst dann gehandelt, als es bereits zu spät war.
Es kann daher nur eins wahr sein: Entweder die eigenen Leitlinien sind den Priestern bekannt, es gibt aber Versäumnisse in der Umsetzung. Oder es gibt bereits bei der Schulung der eigenen Mitarbeiter eklatante Defizite. Es mutet wie ein makabrer Treppenwitz an, dass es ausgerechnet in Generalvikar Trosts Aufgabenbereich als Personalchef des Bistums fällt, die Mängel zu beseitigen, vor denen er in seiner Antwort ganz offensichtlich nichts wissen möchte.
Nehmen ist seliger als Geben
Und so sind am Ende auch nicht die Grenzüberschreitungen oder Übergriffe Bolles der Auslöser für seine Versetzung. In einem unerwarteten Detailgrad berichtet mir das Bistum nämlich von weiteren Verfehlungen Bolles. Warum die Pressestelle das tut, weiß ich nicht, doch ich bin nicht überrascht. Denn die Enthüllungen sind vordergründig geeignet, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit einmal mehr vom institutionellen Scheitern des Bistums abzulenken.
Denn ebenfalls im Jahr 2023 fallen dem Bistum jene „finanziellen Unregelmäßigkeiten“ auf, von denen die TA berichtet. Genauer gesagt, es fehlt Geld, sogar nachweislich: Und zwar aus den Kollekten und aus Spenden für Messbestellungen oder Beerdigungen. Die meisten Kirchgänger sind damit vertraut: diese Spenden werden in der Regel bar entrichtet, sei es bei der Messbestellung im Pfarrbüro oder indem das Geld während des Requiems vorne ins Körbchen gelegt wird, oft in einem verschlossenen Umschlag. Der Verdacht fällt auf Pfarrer Bolle: „Die Indizien sprachen gegen ihn“, schreibt mir das Bistum. Um welche Indizien es sich handelt, schreibt das Bistum nicht, allerdings kursieren in der Gemeinde seit Jahren recht detaillierte Gerüchte: Spätestens seit er nicht mehr der einzige Priester in unserer Gemeinde war, sei aufgefallen, dass bei Bolle vergleichsweise wenig Geld in der Kollekte war. Man habe daraufhin gezielt die Seriennummern von Geldscheinen notiert und zum Test in die Kollekte gelegt. Eben jene Geldscheine sollen am Ende bei der Zählung der Kollekte gefehlt haben.
Jedenfalls führt unter anderem der damalige Generalvikar Beck Gespräche mit ihm. Bolle kommt für den Schaden auf, macht aber laut Bistum aktenkundig, dass dies kein Schuldeingeständnis sei. Außerdem erhält Bolle Auflagen: Er darf Gelder nicht mehr allein entgegennehmen oder im Pfarrbüro abliefern – immer muss jemand zugegen sein. Kollektenbeutel müssen verschlossen sein, jegliche andere Gelder dürfen nur noch in verschlossenen Umschlägen „vorgelegt“ werden. Auch die Küster und das Pfarrbüro seien hierüber informiert und um Mithilfe gebeten worden.
Doch schon hier fallen Ungereimtheiten auf: Einerseits verschwinden Gelder, andererseits gibt es keinen Schuldigen. Trotzdem klärt das Bistum die Sache intern, ohne Strafanzeige, etwa gegen Unbekannt, zu erstatten. Dabei gehören die fraglichen Spenden zu 100 % der Gemeinde und nicht dem Bistum. Warum informiert man nicht zumindest die Gemeinde, um deren Geld es hier ja schließlich geht? Viele Menschen spenden einen Teil ihres hart verdienten Geldes oder ihrer Rente bewusst direkt an unserer Gemeinde, weil sie vor Ort einen Beitrag leisten wollen. Haben sie kein Recht zu erfahren, was mit ihrem Geld passiert? Das Bistum bleibt die Antwort auf diese Fragen schuldig.
Die Wichtigkeit von Transparenz im Umgang mit Verfehlungen von Priestern kann das Bistum unmöglich unterschätzen, denn es wiederholt sich hier ein seit Jahrzehnten bekanntes Muster: In der Gemeinde kursieren Gerüchte, doch öffentlich möchte sich niemand gegen einen Pfarrer erheben, schon gar nicht, wenn er so beliebt ist wie Bolle.
Vom Regen in die Traufe
Jedenfalls bleibt es nicht bei den Vorfällen im Jahr 2023. Was in der Zwischenzeit passiert ist, schreibt das Bistum nicht, doch Bischof Neymeyer nimmt diese Vorfälle im Herbst 2025 zum Anlass, mit Pfarrer Bolle über eine mögliche Versetzung zu sprechen. Nach Kirchenrecht kann ein Bischof einen Pfarrer nicht nach Belieben versetzen – der Betroffene muss zustimmen. Aber Bolle lehnt ab. Kurze Zeit später, um Weihnachten herum, eskaliert die Angelegenheit dann weiter. Wieder nennt das Bistum keine Details, ergänzt aber auf Nachfrage, Bolle habe „gegen die Auflage des Vier-Augen-Prinzips und des Ablieferns im Pfarrbüro“ verstoßen. Am 22. Januar wird er daraufhin nach Erfurt zitiert, zu einem Krisentreffen mit Generalvikar und Bischof. Er spricht laut Bistum von der „größte[n] Dummheit, die ich machen konnte“. „Einvernehmlich“ vereinbaren die drei, dass Bolle in eine Pfarrei wechselt, in der er keine „Entscheidungsgewalt über Gelder“ haben soll. Der Gemeinde wird dies am 9. März allerdings als „Wunsch […] nach einem Neuanfang“ und „gesundheitliche Vorsorge“ dargestellt. Von den wahren Hintergründen rund um das fehlende Geld erfährt sie weiterhin nichts. Pfarrer Bolle wollte sich auf Anfrage nicht zu dieser Version des Bistums äußern.
Und so ist die Gemeinde von Bolles Weggang völlig überrumpelt und startet eine Online-Petition für seinen Verbleib, die sich direkt an Bischof Neymeyer richtet und binnen kurzer Zeit mehrere Hundert Unterschriften sammelt. Auch die Medien berichten. Weder Bolle noch das Bistum äußern sich damals. Es wäre auch die Quadratur des Kreises: Der Gemeinde kann man kaum erklären, warum Bolle wirklich versetzt wird, ohne das doppelte Spiel einzugestehen. Doch man müsste es ihr erklären, damit sie den Zynismus der eigenen Petition erkennt. Am Ende läuft die Petition bis zur Veröffentlichung der Vorwürfe gegen Bolle.
Warum das Bistum also jetzt, da Bolle längst weg ist und niemand mehr nach seinem Verbleib ruft, ohne Not trotzdem reinen Tisch macht, bleibt unklar. Denn bei genauerer Betrachtung erweist sich diese Transparenz als Bärendienst. Erst durch den Vergleich des Umgangs mit „Grenzverletzungen“ und „Unregelmäßigkeiten“ lässt sich nämlich die Methodik des Bistums entschlüsseln: In beiden Fällen wurde ein brisantes Thema so lange es ging hinter verschlossenen Türen verhandelt, anstatt der betroffenen Gemeinde gegenüber Transparenz herzustellen. In beiden Fällen waren diese internen Maßnahmen ungeeignet, eine Verhaltensänderung zu bewirken. Und trotzdem sieht das Bistum in beiden Fällen keinerlei Anlass zur Selbstkritik, sondern lässt im Zweifel die eigenen Mitarbeiter über die Klinge springen.
Und siehe, es war schlecht
In Summe leistet die Institution Kirche damit einen Offenbarungseid und hinterlässt den Gläubigen ein Trümmerfeld:
Pfarrer Bolle, der glaubte, sich auch im Zeitalter der Smartphones noch so wie früher verhalten zu können, es darüber hinaus mit den Präventionsschulungen nicht so genau nahm und sich zumindest „Unregelmäßigkeiten“ im Umgang mit dem Geld der Gemeinde vorwerfen lassen muss.
Pfarrer Förter, der entweder versucht hat, auf diese Berichterstattung Einfluss zu nehmen oder einfach die eigene Mannschaft nicht im Griff hat.
Pfarrer Trost, der wissen konnte, dass sein Bistum bereits „anzügliche Bemerkungen“ als „sexualisierte Gewalt“ definiert und es trotzdem bei „mitbrüderlichen Gesprächen“ belässt, als er von Bolles sexistischen Witzen erfährt.
Der heutige Generalvikar Trost, der als Personalchef wissen muss, dass sein Bistum bereits „anzügliche Bemerkungen“ als „sexualisierte Gewalt“ definiert – und seinem früheren Ich trotzdem, quasi im Nachgang, für das Nichthandeln die Absolution erteilt, anstatt selbstkritisch eigene Fehler einzuräumen.
Und schließlich das Bistum, das einen in mehrfacher Hinsicht aufgefallenen Priester (versäumte Schulungen, „sexistische Witze“, „finanzielle Unregelmäßigkeiten“) jahrelang gewähren lässt, um ihn dann unter vorgeschobenen Gründen zu versetzen, während die aktuellen Vorwürfe im Widerspruch zur eigenen Präventionsordnung als gelegentliche „Grenzverletzungen“ heruntergespielt werden.
Zynisch könnte ich sagen: Wenigstens ist die Sache mit dem Geld jetzt ans Licht gekommen. Doch wirklich freuen kann ich mich darüber nicht. Stattdessen bin ich enttäuscht, wie sicher die meisten, die sich für unsere Gemeinde engagieren – oder überhaupt noch in die Kirche gehen. Von Pfarrer Bolle. Aber auch von den Verantwortlichen in Gemeinde und Bistum.
Der Autor war viele Jahre als Redakteur für das Lengenfelder Echo tätig. Er lebt heute an der Gold Coast in Australien und verfolgt die Entwicklungen in seiner alten Heimat aufmerksam.
Quellen:
-
Ordnung zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen für das Bistum Erfurt (Präventionsordnung für das Bistum Erfurt) - abgerufen am 31. Mai 2026
-
Schriftliche Antwort der Pressestelle des Bistums Erfurt vom 20. Mai 2026 auf meine Presseanfrage an das Bistum Erfurt
-
Schriftliche Antwort der Pressestelle des Bistums Erfurt vom 20. Mai 2026 auf meine Presseanfrage an Generalvikar Trost
-
Schriftliche Antwort von Pfarrer Förter vom 20. Mai 2026 auf meine Presseanfrage an ihn
-
Schriftliche Antwort von Pfarrer Bolle vom 22. Mai 2026 auf meine Bitte um Stellungnahme zu den Schilderungen des Bistums
-
Ausführungsbestimmungen zur Rahmenordnung - Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz vom 01. Januar 2020 (Ausführungsbestimmungen Prävention) – abgerufen am 31. Mai 2026