Reminiszenzen (Erinnerungen an Schloss Bischofstein)

Wenn man den Berg des Lebens erstiegen hat und zurückschaut auf der Kindheit stilles und der Jugend lautes Glück, dann befinden sich darunter Erinnerungen, die die schönsten Lebensabschnitte beinhalten. So zähle ich zu der herrlichsten Zeit meines Lebens die Jahre von 1931 bis 1938, als ich Schüler in Bischofstein war. Ich erinnere mich noch recht gut an meine ersten Lehrer wie Fräulein Luise Schneider, Walter Heinitz, Dr. Harlacher und Fräulein Else Ackermann. Da ich doch von einem Gymnasium kam, das als erste Fremdsprache Latein lehrte, war es Frau Dr. Ripke, die in kostenlosen Nachhilfestunden in Französisch mich an den Stoffplan der Quinta heranführte. Vergessen habe ich nie, daß Herr Dr. Ripke ab Untertertia jede Deutschstunde zu einem ganz besonderen Erlebnis für uns Schüler werden ließ und uns für die Schönheit und den Wohlklang der deutschen Sprache begeisterte. In großer Dankbarkeit möchte ich mit nachstehender namentlicher Aufstellung all der Lehrer gedenken, die uns Schüler in Bischofstein unterrichteten und in hervorragender Weise versuchten, uns den Lehrstoff beizubringen und das Rüstzeug für das Bestehen im Leben zu geben.

Ackermann, Else 1914 1944
Bogen, Friedolf 1936 1941
Bierwisch, ? 1936 1939
Belitz, Konrad 1936 1939
Borges, Heinz 1936 1938
Bornschein, Willy 1935 ?
Dressel, Bruno 1932 1933
Ellerbrock, Willy 1934 1936
Dr.Fellmann, Waldemar 1929 1936
Dr. Harlacher, ?
Heinitz, Walter 1926 1937
Hünecke, Armin 1931 1935
Dr. Meiler Ludolf 1926 1935
Moeller, H.
Pielatsch, ? 1937 1939
Quest, Heinrich 1932 1936
Runge, Erich 1933 1936
Schneider, Luise
Thierbach, Fritz 1936 1941
Wiegand, Aloys 1926 1936
Wienrich, Franz 1935 1938

Eine sehr beliebte Unterbrechung des Schulbetriebes bildeten die Feiertage in Schloß Bischofstein wie Fasching, Dr. Ripkes Geburtstag (23.2.), "20.August", Erntefest und Nikolaustag. Frau Dr. Ripkes Geburtstag (10.7.), der in die Sommerferien fiel und den ich oft mitgefeiert habe, vereinte die Arbeiter und Angestellte Bischofsteins stets zu einer fröhlichen Runde. Höhepunkte bei all diesen Festen bildeten die Theateraufführungen, die Frau Doktor inszeniert hatte. Die großartigen Inszenierungen von Schillers "Wallensteins Lager", "Die Piccolomini" und "Wallensteins Tod" von Kleists "Der zerbrochene Krug" und "Der Prinz von Homburg" und von Hauptmanns "Die Weber" sind für mich in all den vergangenen Jahren unvergeßlich geblieben. "Der Sommernachtstraum', der so oft in Bischofstein gespielt wurde, war am 1. September 1946 die letzte große Aufführung im Park, bei der Frau Doktor die Regie führte. Mitspieler waren die Musikschüler von Hans Otto Schmidt mit ausgesuchten Lengenfelder und Großbartloffer jungen Einwohnern. Die passende Mendelsohnsche Musik zum "Sommernachtstraum" wurde von Frau Atti Schmidt und den Musikschülern in besonderer Weise vorgetragen. Dieses Stück hatte einen solch großen Erfolg, daß es für die Einwohner von Lengenfeld und der Nachbardörfer viermal wiederholt werden mußte. Es war fast so wie früher, nur die Schüler von ehemals fehlten.

Wie glücklich war ich als Sportenthusiast auch, daß in Bischofstein schon der 1923 von Herrn Dr. Leicher gegründete "Bischofsteiner Sportclub" (BSC) mit den Sparten Leichtathletik, Geräteturnen, Fußball, Tennis, Tischtennis, Hockey und Faustball bestand. Als der 1929 erbaute neue Sportplatz unterhalb Bischofsteins 1930 eingeweiht wurde, stand uns nun eine ganz moderne Sportanlage zur Verfügung, auf der alle leichtathletischen Disziplinen und alle Ballsportarten durchgeführt werden konnten. Wenn wir im Fußball mit unserer Sportkleidung hellblaues Jersey mit dem Schulwappen und der schwarzen mit gelben Streifen eingefaßten Hose zum Spiel antraten, waren wir so richtig stolz, unsere Schule zu vetreten. Der Sport erreichte seinen Höhepunkt, wenn zum Schulfest am 20. August die Bischofsteiner Meisterschaften in der Leichtathletik und im Faustball ausgetragen wurden. Es war doch stets am Abend des Wettkampftages ein erhabenes Gefühl, wenn dann im Speisesaal unter Beifall die Urkunden mit den Medaillen verliehen wurden und Frau Dr. Ripke den Siegern den Eichenlaubkranz auf das Haupt setzte. Mit Stolz verwahre ich noch heute meine zwölf Urkunden mit den fünf Gold , fünf Silber und zwei Bronzemedaillen. Glücklich bin ich auch jetzt noch über meinen Sieg als Untertertianer in der Mittelstufe im Gedächtnislauf um Lengenfeld aus Anlaß des 25 järigen Jubiläums am 20. August 1933, den ich hinter Hans Wilhelm (Paul) von der Schulenburg (Oberstufe) als zweiter beendete, Wäre Wolfgang von Scharfenberg, der zweifelsohne der beste Langstreckenläufer in Bischofstein war, bei diesem Wettkampf gestartet, dann hätte er als Sieger das Ziel durchlaufen.

Meine Verbindung zu Bischofstein ist auch nach 1945 nicht abgerissen. Ständig war ich Gast bei Herrn und Frau Dr. Ripke. Noch einmal habe ich seine großen pädagogischen Fähigkeiten verspürt, als er mich im Fach Deutsch im Jahre 1947 auf meine zweite Lehrerprüfung vorbereitete, mit bei meiner Fachhausarbeit hilfreich zur Seite stand und aus seiner umfangreichen Bibliothek mir die entsprechende Fachliteratur zur Verfügung stellte. In Notsituationen haben er und Frau Doktor mir und auch meiner Familie stets geholfen. Als Frau Dr. Ripke, die den Lengenfelder Einwohnern nur Gutes getan hat, am 10. April 1954 starb, Herr Dr. Ripke am 13. September 1963 legal nach Hannover umsiedelte und am 5. März 1965 für immer von uns ging, war es mir, als wenn Bischofstein verwaist ist. Bei der Beisetzung der Urne am 29. April 1965 auf dem kleinen Bischofsteiner Bergfriedhof zeigte die große Anteilnahme der Bevölkerung noch einmal die ganz besondere Hochachtung, die Herrn Dr. Ripke in Lengenfeld und weit darüber hinaus stets entgegengebracht wurde.

Voll Dankbarkeit stehe ich oft an den Gräbern dieser beiden hervorragenden und lieben Menschen, die mir sieben schöne Jahre in Schloß Bischofstein geschenkt haben.

Mit der nachstehenden Bilder-Chronik möchte ich alle alten Bischofsteiner in ein vergangenes glückliches Zuhause führen, das ihnen Bischofstein einst gewesen ist.

Schloss Bischofstein (Aus der Chronik)

In einem der schönsten Gebiete des Obereichsfeldes, dem romantischen Friedatal, liegt idyllisch eingebettet der Ort Lengenfeld u./ Stein, eingeschlossen von Bergen, die mit dichtem Nadelholz und vorwiegend Laubholzbestand der gesamten Landschaft ein besonderes Gepräge an Naturschönheit verleibt. Über diesem Ort am Südhang des Burgberges, 316 m hoch, liegt das schon zweihundertvierzig Jahre alte, ehemalige kurmainzische "Schloß Bischofstein". Als Vorgänger dieses Schlosses stand auf dem 402 m hohen Schloßberg, der bis zum Jahre 1933 eine uralte stolze Linde trug, die Burg "Stein", die ab 1409 "Bischofstein" genannt wurde. Die wechselvolle Geschichte der Burg und des Schlosses Bischofstein soll die nachstehende chronologische Darstellung in Jahreszahlen belegen:

1130 Das obere Friedatal und damit unsere Flur kommt unter die Botmäßigkeit des Landgrafen Ludwig I. von Thüringen.

1137 Der Landgraf Ludwig I. erbt die Burg 'Stein" persönlich. Zum ersten Mal wird der "Stein" genannt "Hus zum Stein".

1138 Ein Popo de "Lapide" wird genannt.

1272 Tuto de "Lapide" war Vogt auf der Burg "Stein".

1304 Die Edelherren von Hardenberg besitzen die Burg„Stein“.

1326 Die von Hardenberg verkaufen die Burg "Stein" an den Erzbischof von Mainz für 2 040 Mark feinen Silbers.

1409 Am 11. Januar 1409 wird in einer Urkunde die Burg "Stein" zum ersten Male "Bischofstein" genannt. Zum "Amt Bischofstein"
gehören 14 Dörfer; Verwalter ist der jeweilige Amtsvogt.

1420 Die "Stadt zum Stein", die als kleine Marktstadt unterhalb der Burg am Südosthang des Burgberges lag und von einer Befestigungsmauer umgeben war, wird urkundlich genannt. In diesem Marktflecken stand die "St. Georg Kapelle", in der im Jahre 1705 noch kirchliche Handlungen stattfanden. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Burg und die "Stadt zum Stein" teilweise zerstört.

1747 Die Burg auf dem Burgberg wird abgebrochen und das jetzige Schloß Bischofstein durch den Baumeister Christoph Heinemann aus Dingelstädt im Auftrage des Kurfürsten von Mainz errichtet. Während der Bauzeit wurde der Sitz des Amtsvogtes in die Meierei in Lengenfeld u./Stein verlegt. Ebenfalls abgebrochen wurde die St. Georgs - Kapelle. Nach Fertigstellung des neuen Schlosses wurde in einem Raum der unteren Etage des Herrenhauses diese Kapelle neu eingerichtet und benediziert.

1802 Am 6. Juni 1802 nahm laut Vertrag mit Frankreich der König Friedrich Wilhelm III. von Preußen das Eichsfeld in Besitz. Lengenfeld wurde nun preußisch und Bischofstein staatliche Domäne.

1806 Nach der Schlacht von Jena und Auerstedt wurde das Eichsfeld französisch und am 18.8.1807 dem Königreich Westfalen angegliedert.

1814 Nach der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1913 war die Franzosenherrschaft für das Eichsfeld zu Ende. Das Eichsfeld wurde wieder preußisch, und Schloß Bischofstein ging als Rittergut in Privatbesitz über.

1843 Am 22. Februar wurde der Bischofsteiner Bergfriedhof eingeweiht. Darüber berichtet ein Tagebuch: "Im Jahre 1843, den 22. Februar hat der Gutsbesitzer Wilhelm Müller auf Bischofstein in Lengenfeld einen neuen Kirchhof am Schloßberge lassen machen und sogleich vom Töpferschen Pastor lassen einweihen. An diesem Tage ist ein kleiner Knabe von ihm das allererste dahin begraben worden."

1907 Im Herbst dieses Jahres kaufte Herr Dr. Gustav Marseille Schloß Bischofstein, um darin eine private Internatsschule einzurichten.

1908 Am 18. Januar 1908 wurde die Schule Schloß Bischofstein als Typ einer Oberrealschule mit 35 Schülern, von denen 4 Schüler mit aus Haubinda kamen, von Herrn Dr. Marseille eröffnet. Der Viehbestand setzte sich zu diesem Zeitpunkt wie folgt zusammen:

2 Pferde,
2 Esel,
10 Milchkühe,
30 Stück. Federvieh

1913 In diesem Jahr fanden in Schloß Bischofstein die erste „Einjährigen-Prüfung“ statt. Bis zum Jahre 1912 wurden die Schüler als "Externe" geprüft.

1914 1918 Im I. Weltkrieg waren unter den Lehrern und Schülern 31 Gefallene zu beklagen.

1917 Am 6.11.1917 starb Herr Dr. Gustav Marseille, geboren am 20,8.1865. Auf seinen Wunsch hin wurde er auf dem Bischofsteiner Bergfriedhof beerdigt.

1919 Am 1.2.1919 kam Herr Dr. Wilhelm Ripke, der am 22.2.1886 in Estland geboren wurde und 1912 in Heidelberg zum Dr. phil. promovierte nach Bischofstein.

1920 Am 17. Juli 1920 übernahm Herr Dr. Ripke mit Genehmigung des Provinzial Schulkollegiums der Provinz Sachsen die Leitung der Schule.
1923 Herr Dr. Wilhelm Ripke heiratet Hedwig Vohwinkel.
1929 Im Jahre 1929 wurde der neue Sportplatz mit den Ausmaßen von 150m 80m , auf dem sämtliche Leichtathletischen Disziplinen und Ballsportarten durchgeführt werden können, gebaut. Das Spielfeld hat eine Länge von 100 m und eine Breite von 60 m. Die Einweihung erfolgte am 20.August 1930.

1930 Während der großen Weltwirtschaftskrise wurden in den Jahren 1930 bis 1932 ständig 80 Kinder von Arbeitslosen in Bischofstein auf Initiative von Frau Dr. Ripke zu Mittag beköstigt.

1933 Am 20. August 1933 wurde das 25-jährige Bestehen der Schule äußerst festlich begangen. Nach großen Leichtathletischen Wettkämpfen bildete das Feuerwerk, das oberhalb des Sportplatzes abgebrannt wurde einen besonderen Höhepunkt. Die Uraufführung des "Bischofsteiner Films" im Speisesaal wurde mit einer solch großen Begeisterung aufgenommen, so daß er mehrmals für die Lengenfelder Bevölkerung im Saal der Gemeindeschenke aufgeführt werden mußte.

1936 In den Osterferien 1936 wurde Herr Dr. Ripke vom Kultusministerium der nationalsozialistischen Regierung aus politischen Gründen als Leiter der Schule abgesetzt. Herr Dr. Karl Pietzker übernahm die Leitung der Schule.

1942 Die Schule Bischofstein wurde vollkommen von den Nazis enteignet. Herr und Frau Dr. Ripke mußten zeitweise Bischofstein verlassen und wohnten im Bahnhofs-Hotel in Lengenfeld u./Stein. Bischofstein wurde nun "Staatliche Heimschule" .

Lengenfeld unterm Stein und Schloss Bischofstein am Ende des II. Weltkrieges

1945, 16. März: Ein V Waffeneinheit wird am Lengenfelder Bahnhof (ein)ausgeladen

23. März: Mit der Zeugnisausgabe wird die Schule Schloß Bischofstein geschlossen.

27. März: 400 Kriegsgefangene englische Offiziere aus dem Kriegsgefangenenlager Spangenberg trafen unter deutschen Bewachung in Lengenfeld u./Stein ein und wurden im Saal der Gemeindeschenke, in der Schule und auf Bischofstein untergebracht.

2. April: Zu diesem Zeitpunkt hatten die amerikanischen Kampftruppen die Linie Eschwege-Eisenach überschritten. Die V-Waffen-Abteilung, die seit dem 16. März in Lengenfeld u./Stein lag, rückte in Richtung Effelder ab. Um 12.45 Uhr fuhr der letzte Eisenbahnzug durch Lengenfeld u./ Stein.

4. April: Um 16.45 Uhr besetzen amerikanische Kampftruppen ohne Kampfhandlungen Lengenfeld u./Stein.

13.April: Die amerikanischen Kampftruppen verließen Lengenfeld u./Stein; nur ein kleines Besatzungskontingent blieb zurück.

19.April: Schloß Bischofstein mußte vollkommen für die amerikanischen Truppen geräumt werden. Die Angehörigen der Heimschule Schloß Bischofstein, die ab 23. März ihre Heimatorte nicht mehr erreichen konnten, wurden in das Lengenfelder Schulgebäude verlegt. Herr und Frau Dr.Ripke, die auf Bischofstein bleiben durften, sogen in Thomas Kaufholds Wohnung (ehemals Sollmann), da dieselbe einen abgesonderten Ausgang hatte Da es den Amerikanern auf Bischofstein nicht gefiel, zogen sie nach Wanfried auf den Kalkhof zu von Scharfenbergs.

2. Mai Die ersten Flüchtlinge ziehen in Bischofstein ein. Alle ehemaligen Schülerzimmer sind belegt. Für die Kinder der Flüchtlinge wurde auf Initiative von Frau Dr. Ripke ein provisorischer Kindergarten eingerichtet, den Gisela Maßberg, eine Tochter des ehemaligen Hauptlehrers Maßberg. leitete. Ihre Schwester Renate half ihr bei der Betreuung der Kinder. Die Heimschule löste sich mit der Abreise der Schüler und Betreuer nach und nach auf.

1939 - 1945 In diesem schrecklichen II. Weltkrieg mußten 107 Schüler und Lehrer der Schule Schloß Bischofstein ihr Leben lassen.

1945 Am 10. Mai 1945 (Himmelfahrtstag) rückten amerikanische Besatzungstruppen in Lengenfeld u./Stein ein. Neun Häuser der oberen Bahnhofsstraße und der Bahnhof mußten für diese Truppen geräumt werden. 1945 Am 1. Juli 1945 rückten diese amerikanischen Besatzungstruppen in Richtung Eschwege ab.

1945 Am 5. Juli 1945 gegen 7.30 Uhr durchziehen sowjetische Truppen Lengenfeld u./Stein und besetzen die Zonengrenze.

1945 1. September: Wiedereröffnung der Lengenfelder Schule mit 301 Schülern

1945 Am 28. Oktober wurde der 80. Geburtstag von Frau Beate Bonus, die bei Frau Schwehr am Bahnhof wohnte, auf Schloß Bischofstein gefeiert.

1946 Am 1. September 1946 wurde im Schloßhof Bischofsteins ein großes :Kinderfest für die Lengenfelder Kinder gefeiert. Im Schloßpark wurde unter der Regie von Frau Dr. Ripke "Der Sommernachtstraum" aufgeführt.

1946 23. September: Eröffnung der "Pädagogischen Fachschule für Russisch" in Bischofstein. Herr Dr. Ripke unterrichtete die zukünftigen Russischlehrer in der neueren russischen Literatur. Diese Fachschule wurde im April 1947 nach Dingelstädt verlegt.

1948 1. April: Herr Dr. Ripke vermietet Schloß Bischofstein als Ferien und Schulungsheim an den Landesvorstand der Gewerkschaft der Lehrer und Erzieher. Ripkes ziehen aus ihrem Notquartier (ehemals ;Kaufholds, bzw. Bollmanns Wohnung) wieder in ihre alte Wohnung im Hauptgebäude.

1948 28. Mai: Der Minister für Volksbildung des Landes Thüringen, Frau Dr. Torhorst, in Bischofstein 29. Mai: Einweihungsfeier des Ferienheimes Schloß Bischoistein in Beisein von Vertretern der Landesregierung, des Zonenvorstandes der Lehrergewerkschaft, der Ortsbehörde und Vertretern des Kreises Mühlhausen. Die erste Heimleiterin war Frau Martha Binnenkugel, geborene Noller. 1. Juni: An diesem Tage trafen die ersten Feriengäste in Bischofstein ein.

1954 Am 10. April 1954 starb Frau Dr. Hedwig Ripke, verw. Marseille, geborene Vohwinkel. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde sie auf dem Bischoisteiner Bergfriedhof beerdigt. Im gleichen Jahr übernimmt Helmuth Hacke die Leitung der Landwirtschaft in Bischofstein.

1957 Am 1. August verpachtete Herr Dr. Ripke die Landwirtschaft Bischofsteins an Herrn Scholz.

1958 23. u. 24. August 1958: 50-jähriges Jubiläum der Gründung der Schule Schloß Bischofstein.

1963 Abschied von Schloss Bischofstein

12.9.1963: Mit einer Rundfahrt durch das Eichsfeld nimmt Herr Dr. Ripke Abschied von diesem herrlichen Bändchen, das 44 Jahre sein Zuhause war.

13.9.1963: Zum letzten Mal fährt Herr Dr. Ripke mit Frau Mund durch das große Tor Bischofsteins den Schloßweg hinab, um mit dem Interzug von Gotha aus legal nach der Bundesrepublik umzusiedeln.

1965 Am 25. März 1965 starb Herr Dr. Wilhelm Ripke in Hannover. Am 29. April 1965 wurde die Urne mit den sterblichen Überresten Dr. Ripkes auf dem Bischofsteiner Bergfriedhof beigesetzt.

1984 Mit dem letzten Durchgang für Urlauber im Dezember 1984 schloß das Ferienheim Bischofstein seine Pforten.

1985 Nachdem der Bundesvorstand des FDGB Berlin mit dem 1.Januar 1985 das Eigentumsrecht auf Schloß Bischofstein erworben hatte, wurde nach einer vierteljährigen Umbauzeit mit Verschönerungen und Modernisierungen am 1. April 1985 in diesem 238 Jahre alten Schloß Bischofstein die FDGB Gewerkschaftsschule – „Käthe Kollwitz“ eingeweiht und eröffnet.

Walther Fuchs