In memoriam: Pfarrer Nikolaus Großheim (1843–1917), Pfarrer in Lengenfeld

Nikolaus Großheim wurde am 5. Oktober 1843 in Steinheuterode (Filiale von Rengelrode) geboren als Sohn des Heinrich Großheim und Frau Anna Elisabeth geb. Großheim. Sein Vater war ein Tagelöhner. Er wurde bei einer verwandten Lehrerfamilie in Rustenfelde erzogen. Die Reifeprüfung legte er im Jahr 1863 am Königlichen Gymnasium in Heiligenstadt ab. Nach Abschluss seiner theologischen Studien (Münster und Paderborn) empfing er durch Bischof von Hegel am 25. März 1868 in Paderborn die Priesterweihe. Das Bischöfliche Generalvikariat Paderborn übertrug dem Seminarpriester am 4. April die vakante Kaplan-Stelle in Lengenfeld/St. bei Pfarrer und Dechant Adam Spies. Als Letzterer am 3. Mai 1878 starb, wurde Kaplan Großheim als Pfarrverweser eingesetzt. Die Verleihung der Pfarrstelle stand dem Königlichen Oberpräsidenten zu und verzögerte sich um Jahre (Wirren des Kulturkampfes). Am 3. August 1881 reichte der seit 13 Jahren vor Ort tätige Großheim die Supplikation um Verleihung dieser Pfarrstelle (mit Filiale Faulungen) beim Oberpräsidenten von Sachsen ein. Am 29. Dezember 1881 benannte derselbe (der Oberpräsident) Kaplan Nikolaus Großheim für die Pfarrstelle in Lengenfeld und stellte sogleich dem Kapitelvikar Drobe in Paderborn die entsprechende Nominationsurkunde zu. Nach der so erfolgten Präsentation verlieh Kapitelvikar Drobe dem Geistlichen Großheim am 27. Januar 1882 die Pfarrei Lengenfeld kanonisch. Im Jahr 1887 und 1889 hatte sich Großheim gegen Beschwerden aus der Filiale Faulungen zu erwehren (Fragen des Gottesdienstes). Im August 1893 nahm er an der „Katholiken Versammlung“ in Würzburg teil, 1895 in München. Im Jahr 1902 bewarb sich Großheim um die Pfarrei Bischofferode, da ihm in seiner Pfarrei in letzter Zeit „viele Bitterkeiten“ und „Widerstand im Kirchenvorstand“ zuteil wurden (aus Nachruf an das Bischöfliche Generalvikariat Paderborn). Großheims über dreißigjährige Tätigkeit in Lengenfeld war insgesamt erfolgreich. Am 3. April 1902 übernahm er die Pfarrstelle Bischofferode an. Am 20. Juni 1904 wurde er zum Definitor des Dekanates Bischofferode ernannt. Dort wirkte er 15 Jahre. Am 5. Februar 1917 starb Pfarrer und Definitor Nikolaus Großheim nach kurzer Krankheit in Bischofferode im 74. Lebens- und 49. Jahr priesterlichen Dienstes im Eichsfeld der Diözese Paderborn. Das Bischöfliche Kommissariat zeigte am 6. Februar dem Oberpräsidenten von Sachsen von Hegel den Tod des Geistlichen an. Großheim habe seine „geistlichen Kräfte nicht nur auf die Seelsorge“ beschränkt, sondern auch tatkräftig „in sozialer Beziehung“. So habe er „Bauernverein, Darlehnskasse und Arbeiterverein“ gegründet.


Arno Wand
(Quelle: Geistliche des thüringischen Eichsfeldes und der Städte Mühlhausen und Nordhausen (1815–1990). Quellenstudie zur Personengeschichte der Bistümer Paderborn, Fulda und Erfurt, Verlag F. W. Cordier, Heiligenstadt 2023, S. 159)