Heinrich Waldmann: Altvaters Loch (1864)

„Kloster Zelle, auch Friedensprung genannt, Bened. Ordens, ist unter den Frauen-Klöstern das älteste, vielleicht noch älter als Gerode und Steine. Alle Kloster-Urkunden sind 1649 zu Mühlhausen im Zellischen Hofe, wo man sie während des 30jährigen Krieges niedergelegt hatte, ein Raub der Flammen geworden. Die alten geistlichen Jungfrauen erzählten den jüngern, ein gewisser Herr von Tastan, aus einem ansehnlichen Geschlechte, der aber das unrühmliche Handwerk eines Räubers getrieben hätte, sey ihr Stifter gewesen. Er soll sich über dem Kloster in einer Felsenhöhle, das Altvaters=Loch genannt, aufgehalten, und sein Leben in strenger Buße zugebracht haben.“

Wolf, Eichsfeld. Kirchengesch. S. 74. — „Ich muß aber hierbei Gewicht legen darauf, daß der donnernde Gott vorzugsweise als ein väterlicher aufgefaßt erscheint, als Jupiter und Diespiter, als Far und Tatl. Denn es hängt damit zusammen, daß auch die ihm geheiligten Berge die Benennungen Etzel, Altvater, Großvater in mehreren Gegenden empfingen. Thôrr selbst hieß zuweilen Atli, d. i. Großvater.“

Grimm S. 153. Vergl. Wolf, B. 1, 58. und die Namen Ezelsbach S. 19, der alte Berg, ein Vorsprung des Düns, und die alte Burg. Panzer 1, 147.

Heinrich Waldmann
(Quelle: „Eichsfeldische Gebräuche und Sagen“, Heiligenstadt, Schnellpressendruck von C. Brunn & Sohn, 1864. S. 21)