Die Haus- und Landbesitzer von 1711 (in Lengenfeld unterm Stein)

Aus der Chronik: (II. Teil, Lambert Rummel)

Nr.

Name (Hausbesitzer)

Haus

  Hufen

  Acker   

  Rodeacker

1.

Hans Kaufhold (Hagemühle)      

1           

3 5/8

4

2.

Nikolaus Hinkelbein

1

     

3.

Jakob Weidemann

1

     

4.

Hans Strauß jun.

1

     

5.

Hans Morgenthal

1

 

9 3/4

1 1/4

6.

Jost Hertel

1

     

7.

Hans Herold Witwe

1

     

8.

Valtin Gille

1

     

9.

Valtin Krebs

1

     

10.

George Büschleb

1

 

1/2

 

11.

Hans Heinrich Rummel

1

     

12.

Borchardt Ekebrecht

1

     

13.

Ventur Stangens Witwe

1

     

14.

H. Obrist Helms Erben

1

3

2 3/8

24

15.

Peter Wehrer (Hahn)

       

16.

Mittelmühle

1

2

 

8 1/2

17.

Jakob Rummel

1

     

18.

George Hertel

1

     

19.

Adam Fischer

1

   

24

20.

Christian Wilhelm

1

     

21.

Bartholt Riemann

1

   

1 1/2

22.

Berthold Weidemann

1

1

7 1/2

4

23.

Josef Witzel

1

     

24.

Valtin Westfal

1

     

25.

Christoph Helbich

1

     

26.

Sebastian Schulze

1

     

27.

Jakob Witzel

1

1

18 5/8

1

28.

Hans Fedeler

1

 

15

 

29.

Philipp Witzel

1

1

3 5/8

1

30.

Lorenz Luhn

1

 

18

17

31.

Joh. Heinrich Wehenkel

2

1

16

7 1/2

32.

Josef Morgenthal

1

1

27 1/2

5/8

33.

Hans Witzel

1

 

8 1/2

10 1/2

34.

Michael Richelmann

1

     

35.

Thomas Töpfer

1

 

26 1/2

10

36.

Hans Hedderich

1

2

3/4

4

37.

Hans Heinrich Büschleb

1

 

18 3/4

1

38.

Peter Lorenz

1

2

8 1/4

13 3/4

39.

Johann Richwien

1

1

25 1/2

10

40.

Hans Hoppe

1

1

29 7/8

23 1/2

41.

Jakob Melcher Döring

1

   

4

42.

Hans Nikels Witwe

1

1

6

15 1/2

43.

Nikolaus Senner

1

 

1/4

9

44.

Josef Witzel jun.

1

     

45.

Adam Claus

1

   

3 1/2

46.

Johannes Börner

1

     

47.

Josef Büschleb

1

 

1/2

 

48.

Libory Menges

1

     

49.

Hans Thomas

1

 

2 1/2

 

50.

Gassmanns Erben

1

     

51.

Hans Otto Ottenhansgassen

1

   

14 1/2

 

Christoph Rippel

1

   

5 1/2

52.

Venthur Fuchs

1

   

2 1/2

53.

Konrad Witzel

1

     

54.

Hans Lasens

1

 

18 3/4

4 1/2

55.

Hans Morgenthal

1

     

56.

Philipp Witzel

1

   

5 1/2

57.

Laurenz Fischer

1

     

58.

Johann Eckebrecht

1

     

59.

Heinrich Schwarzmann

1

1

7

4 1/2

60.

Simon Heese

1

   

2

61.

Hans Fedeler jun.

1

 

5 1/2

9 1/2

62.

Christoph Fischer Witwe

1

     

63.

Josef Ficke

1

   

6 1/4

64.

Hans Kasper Golling

1

     

65.

Philipp Hertel

1

     

66.

Hans Höpfner

1

     

67.

Hans Kunkel

1

     

68.

Hartmann Pinzel

1

     

69.

George Bege

1

     

70.

Hans Hinkelbein

1

   

5

71.

Josef Strauß

1

   

5

72.

Geong Krause

1

   

6 1/4

73.

Hans Strauß

     

2 1/2

74.

Josef Vogt (Obermühle)

1

2

1 1/2

4

75.

Laurenz Montag

1

   

1 1/2

76.

Peter Richwien

1

1

19

18

77.

Lorenz Baumann

1

 

6 1/4

3 1/2

78.

Josef Fischer

1

 

6 1/4

2

79.

Alfons Otte

1

   

4 1/2

80.

Hans Richwien

       

81.

Michael Bode

1

1

 

4

82.

Hans Luhn

1

 

15 1/4

28

83.

Hans König

   

5

5 3/4

84.

Josef Höppner

1

1

4

2

85.

Valentin Schmidt

1

   

3 1/2

86.

Hans Fischer

 

1

5

5 3/4

87.

Hans Otte jun.

       

88.

Anna Gebel

1

1

 

2

89.

Thomas Kißling

1

     

90.

Nikolaus Rolfs Witwe

1

     

91.

Josef Kruse

       

92.

George Fischer

1

     

93.

Hans Lorenz

1

1

22

13 1/2

94.

Hans Konrad Schmidt

       

95.

Hans Schmidt sen.

1

1

 

6

96.

Josef Hesse jun.

1

     

97.

Valentin Eckebrecht

1

     

98.

Julitz Große

1

     

99.

Johannes Schmidt

1

     

100.

Josef Lorenz

1

2

 

1/2

101.

Hans Grimm Witwe

1

 

22 1/2

5 1/2

102.

Josef Hesse sen.

1

   

4

103.

Michael Fischer

       

104.

Hans Hoppe

1

1

 

2

105.

Lorenz Richwien

1

     

106.

Hans Steinwachs

1

     

107.

Jakob Morgenthal

1

     

108.

Richord Witwe

1

     

109.

Die Herren von Keudel

   

7 1/2

 

110.

Die Kirche

   

1 1/4

 

Einmietlinge

(wovon jeder Haushalt 6 Schneeberger, 9 Pfennig Steuern zahlt) Hans Morgenthal, Hans Herold, Josef Witzel, Michael Ochsenfarth, Gottfried Gebert, Josef Otte, Heinrich Adam Fike, Thomas Riese, Andreas Apel, Konrad Hahn, Katharina Driste, Hans Stange, Adam Richwien, Georg Adam Fischer

Einzelpersonen

(wovon jeder 3 Schneeberger, 4 1/2 Pfennig Steuern zahlt) Andreas Bode, Witwe Hans Hinkelbein, Dorothea Vollbrecht, Ordiliea Richardt, Margarete Otte, Gottfried Witzel, Martha Wehrs Witwe, Anna Hertel, Martha Riese, Elisabeth Margareta.

Wir finden 1711 19 Höfe vor, welche eine Hufe 30 Morgen Land bewirtschaften. Diese Höfe, welche im 18. Jahrhundert das landwirtschaftliche Gepräge gaben, wovon einige Höfe noch 1938 als solche noch bestehen und einige sich noch in demselben Familienbesitz befinden. Wir finden jedoch die meisten Leute als Hausbesitzer, jedoch ohne oder nur mit wenig Rodeland. Dieser Umstand lässt erkennen, dass die meisten Bewohner Lengenfelds schon Arbeiter waren. Soweit dieselben nicht in der Land- oder Forstwirtschaft beschäftigt wurden, waren es Wollweber, Rasch- und Etaminmacher und Wollkämmerer. Außerdem waren einige Kalk- und Ziegelbrenner. Diese Weberfamilien waren kinderreich (denn Kinder waren billige Arbeitskräfte). An diesen landarmen Weberfamilien konnte sich ein Wirtschaftsrückgang, verbunden mit Missernten durch solch ein Massensterben auswirken, wie es sich besonders in den Hungerjahren 1771 und 1772 ereignete.

Auch gemischte Betriebe, besonders das Handwerk mit kleiner Landwirtschaft waren vorhanden. So finden wir in den laufenden Gemeinderechnungen des Jahrhunderts viele Ausgaben für Arbeitslöhne und Material an Böttner (Böttcher) infolge der Brauereien ein gutes Handwerk, Schmiede, Ofensetzer, Dachdecker, Häfner, Zimmerleute besonders Maurer. Für die Maurer war Lengenfeld der Zunftsitz im Amte Bischofstein.

Alte Höfe, die schon 1711 und vorher bestanden haben

Die Maierei

Die Maierei ist vielleicht die älteste bäuerliche Siedlung des oberen Friedatales. Der Name Maierei ist fränkischen Ursprungs und lässt daher schon auf eine Siedlung der Franken schließen. Im allgemeinen haben wir wenig Anhaltspunkte für Frankensiedlungen bei uns. Nur noch der Nordwesthang des Entenberges oberhalb des Heyerödchen (1945 mit Tannen aufgeforstet) hat den Flurnamen Frankenberg. Doch kann dieser Name auch auf eine Person zurückgehen.

Nach dem Verzeichnis der Güter und Einkünfte der Burg Stein (später Bischofstein, Urkunden im Staatsarchiv zu Magdeburg) werden 3 Allodien (Eigenbesitz) erwähnt, die der Erzbischof von Mainz in Lengenfeld besessen hat. Leider sind diese 3 Allodien, die keinen Lehnsherren unterworfen waren, nicht namentlich aufgeführt. Nach den Forschungen des A. Höppner, L. Rummels und hauptsächlich Dr. Völker (Unser Eichsfeld, 34. Jahrgang, Besitz der Burg Bischofstein) können wir aber mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass erstens das Salland der Burg Stein, 181 Ackerland, Wiesen und Gärten, die zur Bestallung des Amtsvogtes gehörten zweitens die Maierei und drittens die Hain- oder Hagemühle diese 3 Allodien sind.

Am 26. September 1420 belehnte Erzbischof Konrad die Brüder Apel und Hildebrand von Ershausen mit einem Vorwerk in Lengenfeld, mit einem Hofe unter dem Kirchberg, mit allen Rechten im Walde und Felde. Dieses Vorwerk war die Maierei und der Hof unter dem Kirchberg kann nur der alte Lorenzsche Hof an der Frieda (jetzt Karl Hildebrand) gewesen sein. 1496 starb das Geschlecht „von Ershausen“ aus. Ihre Lehnsnachfolger wurden die von Hansteins. Noch heute wird der Westhang des Kälberberges „Der Hanstein“ genannt. Es konnte auch festgestellt werden, dass das meiste Land der Maierei unter dem Hanstein lag. Im Kirchenbuch von Lengenfeld befinden sich noch folgende Eintragungen über die Maierei.

1581 gibt Amtsvogt Philipp Falk der Kirche vier Malter harte Frucht für die Maierei und vier Malter harte Frucht für den Bischofstein. Auf Grund meiner langjährigen Forschung bin ich zu der Erkenntnis gekommen, daß nach der Zerstörung der alten Burg Bischofstein bis zur Erbauung des neuen Amtssitzes Bischofstein zwischen 1740 und 1750 „Die Maierei“ der Amtssitz des jeweiligen Amtsvogtes war. Im Jahre 1711 finden wir die Maierei in der Gemeindesteuerliste im Besitze der Erben des Amtsvogtes Oberisten Helms. Von 1751 bis 1769 ist der Mainzer Forstmeister Wagner „Pächter der Maierei“, 1769 kaufte der Rentmeister und spätere Hofkammerrat Martin Fromm (der Schwiegersohn Valentin Degenhardts aus Großbartloff) die Maierei. Von 1795 bis 1798 war die Maierei von Fromm an den Amtsbedellen Lorenz Grundmann für einen jährlichen Pachtpreis von 200 Thalern verpachtet. In diesem Pachtvertrag, welcher sich zurzeit noch im Besitze der Familie Gries befand, wird die Maierei auch „Gut zum goldenen Kreuz“ genannt. 1799 kaufte Bernhard Martin aus Großtöpfer die Maierei. Von 1850 bis 1862 war Dr. Konrad Martin Pächter und zugleich Vormund der Martinschen Erben der Maierei. Von 1865 bis 1889 war die Maierei an Wilhelm Höppner aus Katharinenberg verpachtet. Auf der Maierei wurde im Jahre 1875 der bekannte Lokal- und Heimatforscher, der spätere Pfarrer Alois Höppner, geboren. Nur Alois Höppners unermüdlichem, fleißigem Forschen und Veröffentlichungen ist es zu danken, daß ich diese Chronik schreiben konnte. 1889 wurde die Maierei Eigentum und Sitz des Amtsbezirkes durch den Amtsvorsteher Karl Lorenz. Von 1899 bis 1901 verwaltete dieselbe sein Schwiegersohn Hermann Fink. 1903 kam die Maierei durch Einheirat in den Besitz des Dr. Edmund Gries aus Lehna. Dr. Edmund Gries wirkte als Sanitätsrat und Arzt bis 1935 in Lengenfeld u. St. 1935 wurde dessen Sohn Albert Gries Besitzer. 1945 wurde die Maierei aufgeteilt durch die Bodenreform.

Quelle: Lengenfelder Echo, Januar-Ausgabe 1958, Seite 1 – 3.