Drehorgel

Dass es känne Drehorgel meh gitt, dee de Strooßen im Derfe freeher immer im Handimdrehn zum Klingen broochten, äß nitt graode d’r schennste Zug d’r Ziet.

Wieder

Wieder schwingt verhundertfacht
Sonne in den Seen und Flüssen,
die als Spiegel ihr gedacht
tags ihr Bildnis tragen müssen.

Wieder an die Raine blies
Süd den Schnee der Schwarzdornwälle
Und der Mittag flammt das Vlies
Junger Saat im Flurgefälle.

Wieder wäre ich bereit
Dass ich, der zu gehn vergäße,
eine kleine Ewigkeit
hier am Tisch der Tage säße.

Wie damals...

Die Tage schrumpfen zusammen
Wie Obst in der Darre,
Und überm Dorfe qualmt
Ein Kartoffelfeuer.

Wenn der Herbst bis zum Halse
Im Golde steht,
Überzieht man für eine Weile
Die Zeiger der Zeit.

Komm – wir stoßen die Tür
Zur Kindheit auf
Und werfen ein paar Kartoffeln
In die wabernde Glut.

Ob sie wie früher schmecken?
Die beißenden Schwaden sind
Und der Asche Aroma
Wie damals...

Weenter

’S Schwaorz d’r Faller leschte
Schnee äbber Schnee.
De Raoben zetern.
Dach dar mälchige Hämmel –
Wisse Watten
V’rstoppt sinn G’heer.

Bißning
Wee üs täusend Glaosscherben
Springt daos Leecht in de Äuwen.
D’r Nobd äß annert d’vune
Un annert de Naocht,
wann wiß wee Wässelfall ’s Laand
schlefft ungerm Mond.

Vum Weend

’S zitt d’r Wolkentrieber
wee Schoofe jäit d’r Huind,
daß wingsche Schaottenlieber
hänngenn am Ardengruind.

Se zehn de luft’ je Strooßen
Im Duft vun Korn un Klee,
d’r Wiete äbberlooßen –
mätt jedem Schreete meh.

Manchmo verschlungne Kräise,
de wärr zerfleeße munn,
wee Wandrer uff d’r Räise,
de känne Häimot hunn.

Wee Räuch verbie geträbben,
dan Weend nur hinger sich;
sö gäucklich hänngeschräbben
ins Leecht – wee dü un ich?

Värr Taogk

D’r Summermoin hett liese Schuhne,
wann Schloof nach’s Öhr d’r Walt verschleeßt.
Dach immer wird glich wach d’vunne
D’r Gickelhaohn, dar’n lüt begreeßt.

Eert speeter foljet de ganze Harde
Dar annern Stimmen – schunn bie Leecht.
De aale rimgejäute Arde
Ehr Glick uff’s nuiwe wärr verseecht.

Wee’n Tämper dampt’s im Weesengruine –
War wäiß ann, was z’ sammenbruibt
D’r Näbbelschoß d’r freehen Stuine,
beveer se kimmt, de käimo ruibt.

Värr fuchzig Johren

Wee’s Autos nach sö wännig gobb
We jetzt än Tüps am Wieberkopp,
Do bläbb sö’n Blubberding mo steh
Värr Beberstedt uff d’r Schossee.
Dar Karl, dar drinne saoß, dar sprung
Wee wild drimrim, weil’s nit meh gung.
De Technik mät Gestank un Krach
Worr domols nach än nuibes Fach.

Lengefaller Lob

Ich wäiß sö mancher zuckt de Schuller,
dar’s schäibe Äichsfaller rühme heert.
Indas – ’s Harz äß neerends vuller,
als wö`s dan Hüch d‘r Häimot speert.

’S gitt im Gruine nüscht ze prohlen.
Dach welcher Moolerschmann, war macht’s
Un woogt än schenner Bild ze moolen
Wee’s värr dich litt? Gück hänn, do lacht’s.

’S schient, daß färr de Lengenfaller,
wee’s Scheenhäit färr de Gainte gobb,
än guter Gäist vum Gaobentaller
waos hämlich an de Sitten schobb.

Kläine Chronik

De Ieber alle worrn mätt äinem Schlaoge
Än Heckengreen. S’ kunnten dann de Schlänn
De Barje wisser Bleeten kaum g’traoge
Un stämmten tiffer in de Worzelzänn.

Dam Beernbäum gung’s nitt bässer hingerm Hüse –
De Storchen schänn do blöß nach haolb sö aalt.
Wee’n Segel stunn ha – stuffich in de krüse
Un schupprich nach b’wajte Luft g’staalt.

Än Odden zogks wärr, größ un unbegräffen
Därch alles hänn. Da Odden wehte green.
’S Läubwark rauschte, un de Väule pfäffen,
D’r Sunnenkringel awwer taanzte ehn.

Kärchenhoob

Goldgaossen – harzlicher Klang im G’heer,
korz, wee nur än Gaßchen g’see kann,
un dach d’r langste Wagk d’r Walt:
dü läifst in d’r Ewigkäit üs.
Dü fiehrst an de Pforten,
wö hinger g’stututen Wißdornhecken
de Töten schloofen.

Im aalen Hoobe gajennäbber blehn
Viellicht de Bäime graode im de Wette,
udder de riffen Äppel lichten
röt üs’m Läube. Junge Kaotzen jäun
hinger Leechtkringeln har im Graose
un zehlen nitt de Taoge, dee ann g’gann sinn.

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