Enne gude Freejate

Bartel hotte in än größes Büerschwark ningefreet. Dar Hob loagk in äm kläinen Naaste uff'm Eichsfalle. Sinne Fräube worr daos äinzigste Keend un worr de Richste im Derfe. Alsö, ha hotte sich gud aohngebroocht; abber z'saigen hotte ar nüscht. Bin enner Holzauktion hotte ha än paor Schulkameroden üs sim Häimaotderfe getroffen. Sö koam eß, daos ha 'n büschen aohngehäitert häim kaom. Sinne Fräube, dar d'r Giz üßen Auwen gückte, fung aohn z' wattern: "Dü ahles Süffschwien! Dü Haselante, versüffst meh nach Haob und Gut!

De verflickste Ungerschrift

Wenn ha ä nit gelase kunn,
sö war dar Merten doch nit dumm.
Dar Schulze lus an doch erst vör,
dann klingelt as vör Hüs un Teer.

Bekanntmachung!

Wintertag

Es fällt der Schnee in lichten Flocken,
hüllt Wald und Feld in ein weiß' Gewand.
Vom Berge her klingt Jauchzen, Frohlocken
und Schlitten sausen, gelenkt von Kinderhand.

Der Vöglein Jubellied verstummet
jetzt im verschneiten Winterwald,
kein Bienchen auf der Blume summet
und alles scheint so öd und kalt.

Du sitzt am Ofen, wärmst die Glieder
und schaust dem Treiben der Kinder zu,
gedenkst der eignen Kindheit wieder
und leis' dir fallen die Augen zu.

Waldmännchenstag

Wintertag, ganz grau der Himmel,
Schneeflocken wirbeln in wildem Getümmel.
Es heult der Sturm, es ächzen die Bäume,
Sie werden gerüttelt aus des Winters Träume.
Waldmännchen hat heut' seinen Tag.
Kennst du ihn, von dem erzählt die Sag'?
Kennst du den Waldgeist, den Hüter der Berge,
Wie einst bei Schneewittchen die sieben Zwerge?
Den Holzfäller erschlug es bei der dicken Tann',
Dem Holzfuhrmann jagte davon sein Gespann.
Und wär' er nicht schnell zur Seite gesprungen,
Hätte es ihn erwischt mitsamt seinem Jungen.

Äppel pflecke?

Am Iber verrm Hisschen d'r Jaokob Äppel pfleckt –
'ne Arbät, des amm nit graode b'sundersch schmeckt.
De Letter stett äh zü kipplich am schäiben Hang,
un d'r Oorm äs bim besten Willen nit langer wee lang,
dann höch in d'r Spitzen un üssen - zum Hielen wiet,
do sitzen de schennsten Äppel, dee ha nit kriet.
Sö macht amm de Haobgier, me kann's je begriffe, Verdruss –
Nu kimmt nach d'zu, dass ha dauernd "Jo!" krehle muss,
weil jeder, dar graode des Wajes gett,
desalbe daamliche Frooge hett:

Johannisnacht

Hell leuchten dir Sterne aus Himmelshöh;
die Nacht zum Sinnen und Träumen
erfüllet mit Duft aus blumigen Klee -
leissäuselnder Wind aus den Bäumen
verweht uns all leiblichen Schmerz.

Es ist ein Raunen und Flüstern in dir,
ein sanftes Zirpen und Geigen
erweckt auch ein Singen und Klingen in mir -
es wird im Gemüt mir so eigen,
aufjauchzet mein volles Herz.

Heimaterde! Heimatland!

Das schönste Flecklein Erde, das war mein Eichsfeldland-
doch nur wer in dir suchet, dem gibst du dich bekannt.
Du lehrest uns dein Werden, du zeigst uns dein Vergeh'n.
Dazwischen lässt du ahnen, was all in dir gescheh'n.

Geschlechter gingen - kamen, erlebten Krieg und Not,
doch Heimatlieb im Herzen, bei kleinem Stücklein Brot.
So nahmst du all die Ahnen in deinen Schoß zurück
und trauerst doch um viele, die fremde Erde deckt.

Gruß ans Hessenland von der Plesse

Oh Plessewald im Heimatland
Wie bist Du mein Entzücken.
Schau ich von Deiner Felsenwand
Auf Tal und Bergesrücken.

Zu Füßen mir die Werra fließt
Gleich einem Silberbande.
Von oben hier das Eichsfeld grüßt
Die lieben Hessenlande.

Aus Deinem Fels der Falk noch schießt1
Stolz in den Lüften kreisend;
In Deinem Wald manch Blümlein sprießt2
Um die man Dich beneidet.

Friedensspring!

Der Einsiedler vom Annaberg - Altvaters Loch - Kloster Zella-Stiftung.
Der Ritter von Dastungen, auch wilder Tastan genannt,
Der war durch sein Plündern und Rauben gefürchtet im Heimatland,
Und als einst von Reu' er ergriffen ob seines ruchlosen Gewerks,
Kam er ganz friedlos geritten zum Fuß des Annabergs.
Dies Tal, von Bergen umschlossen, mit Buchenwäldern umrahmt,
Das hat ihm zum Herzen gesprochen, hier hat er den Frieden geahnt.
Zu Füßen ihm murmelt die Quelle, hier bist Du am rechten Ort,

Spätherbst

Blattlos und kahl nun die Hänge,
im Laube raschelt der Fuß,
von ferne wie waidwunde Klänge,
weh - wie eines Scheidenden Gruß.

Träumend die Birken sich neigen,
verschlafen das Unterholz –
wie sind sie versunken in Schweigen,
wie ihre Jugend zerschmolz.

Da drüben im Dickicht am Hange
fällt atembeklemmend ein Schuss.
Mir ist so wehleidig, bange,
ein Rehlein nun sterben muss.

Trotzig nur stehen die Föhren,
im Wipfel ein Eulenschrei.
Nun, Rehlein, lasse dein Wehren,
nun ist deine Jugend vorbei.

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